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Das runde Etwas mit dem Loch in der Mitte

Schallplatte? Bei Erwähnung dieses Begriffs erntet man heute in der
Regel ein Schulterzucken oder ein mitleidvolles Grinsen des
Gegenübers nach dem Motto: "Ach Du Ärmster, kannst Du Dir denn keinen
CD-Spieler leisten?"
Doch kann ich, habe ich auch. Wenn man den DVD-Player, sowie das
CD-Laufwerk im PC, mitrechnet sogar mehrere.
"Und was willst Du dann mit Schallplatten? Die knistern, die knacken,
die klingen nicht perfekt."
Genau das ist der Punkt. CD's klingen perfekt, zu perfekt. CD's
rauschen nicht, sie knistern nicht, sie bringen stur und steril das
herüber was mal konserviert wurde.
Aber wecken CD's Emotionen?
Nein, CD's klingen wie Nachrichtensprecher, die Ihren vorliegenden
Text herunterbeten, kommentarlos und ohne Gefühlsregungen. Es gibt
hervorragende Aufnahmen, z.B. Dire Straits - Brothers In Arms.
Auf einem digitalen Tonträger ist diese Platte sicherlich ein
Meilenstein, wenn man auf Perfektion aus ist.
Auch die Handhabe ist frei von jedem Anspruch auf einen Kultstatus.
Schublade auf - CD rein - Schublade zu - Play.
Die selbe Aufnahme auf Vinyl (Anmerkung des Autors: Daraus wurden die
Dinger damals gepresst) unterscheidet sich in allen Punkten von der
digitalen Version.
Es beginnt damit, daß man ein unhandliches Etwas von 30cm Durchmesser
aus einer ebenso großen Papphülle herausnehmen muss.
Dann wird mit einem antistatistischem Tuch oder auch einer
Schallplattenbürste der angesammelte Staub von der Schallplatte
geputzt.
Insider benutzen auch schon mal sogenannte "Nassläufer", die parallel
zum Tonabnehmer die Platte mit einer speziellen Reinigungsflüssigkeit
vom Staub befreien.
Sodann kann man, je nach Plattenspieler, mit zitteriger Hand die
Nadel des Tonabnehmers manuell oder unterstützt durch eine Automatik
in Richtung der Rille führen, mit der eine Schallplatte beginnt und
die im Gegensatz zur CD außen liegt.
Mit einem vernehmlichem Geräusch beginnt eine gar nicht perfekte
Wiedergabe der eben erwähnten Aufnahme der Dire Straits, und bevor
auch nur der erste Ton über die Lautsprecher kommt, knackst und
knistert es aus den Boxen.
Allein das ist schon wie ein Countdown zu dem, was nun folgt: Die
Musik lebt, sie kommt mit all ihren Fehlern aus den Boxen, man wippt
unweigerlich bei schwungvollen Titel mit, man träumt sich davon wenn
Mark Knopfler mit seinem virtuosem Gitarrenspiel den Raum erfüllt.
Und wer jemals mit seiner/seinem Liebsten bei einem Glas Rotwein,
Kerzenschein und einer guten Schallplatte gekuschelt hat, weiß was
ich meine.