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Öl, Waffen und Macht

„Syriana“ war nun nach „München“, der als jüdische Rachenummer und Vergangenheitsbewältigung völlig an mir vorbei ging und „Walk the Line“, der eigentlich nur eine Maxiportion amerikanischer Zuckerguss war, mein dritter Anlauf in Sachen Kino 2006 und der konnte ja nur gut gehen. Zumal, wenn es ein Film wie Syrinana ist, in dem George Clooney die Hauptrolle spielt. Aber erst einmal begann der Kinoabend mit dem Treffen im Kino selbst. Ich hatte es eilig und war wieder einmal zu früh und Bine erschien als erste und es gab das große in den Arm fallen und liebkosen, wie es eben kommt, wenn man sich länger als drei Tage nicht sieht. Dann kam der putzige Algerier Murat mit einem sehr langen Dreitagebart und machte die cineastisch interessierte Runde komplett. Auf seinen Bart angesprochen, bewies er, dass auch Moslems durchaus über sehr schwarzen Humor verfügen und sagte mit funkelnden Augen, der würde solange wachsen, bis er zum Taliban werde und grinste ziemlich breit dazu. Dann ging’s ab in Kino 10, in dem der Film dann laufen sollte. In der gerade laufenden Filmvorschau des Kinos bekam der Algerier Murat einen Einblick in ganz spezielle deutsche Essgewohnheiten, als der Trailer zum Film über den Kannibalen von Rothenburg lief. Dann begann der eigentliche Film, der zu unserer positiven Überraschung wirklich gut war. Kein oberflächlicher Mord und Krawallstreifen, wie Spielbergs „München“ und auch keine cineastische Zuckertorte über das „schöne alte Amerika“, wie „Walk the Line“, sondern ein Film, der beim Thema so in die Tiefe ging, dass es gelegentlich schon ziemlich hart wurde. Den kurzen Plot liefert diesmal wieder Prisma-Online:




Bob Barnes gilt bei der CIA als Spezialist für den Mittleren Osten. So hat Bob schon des Öfteren im Auftrag seiner Regierung Personen liquidiert, ohne diese Aufträge zu hinterfragen. Als nun der amerikanische Ölkonzern Connex seine Bohrrechte in einem arabischen Emirat durch die Machenschaften des Prinzen Nasir bedroht sieht, weil dieser lieber mit den Chinesen verhandeln will, soll Bob Nasir ausschalten. Doch nachdem Bob durch ein doppeltes Spiel dem Terroristen Mussawi in die Hände gefallen ist und von diesem beinahe selbst getötet wurde, fällt er auch bei der CIA in Ungnade. Erstmals wird ihm klar, dass es nie um politische Entscheidungen ging, sondern dass stets finanzielle Aspekte entscheidend waren. Als er erkennt, dass Nasir in seinem Land demokratische Reformen durchführen will, die dem Volk, aber nicht der US-Industrie dienen und dass er genau aus diesem Grunde sterben soll, will Bob dies verhindern..


Es werden Bilder von Unterschieden gezeigt, wie sie größer hätten nicht sein können. Regisseur Steve Gaghan zeigt Szenen über Folter genauso ausführlich, wie Bilder von einem heilen Familienleben in den USA und die Vorbereitung eines Selbstmordattentäters, der sich für den Djihad, seinen heiligen Krieg opfert und vorher noch seinen Nachlass über Video regelt. Der Film geht auch recht ausführlich auf die Verwicklungen der amerikanischen Geheimdienste und Waffen und Mineralölkonzerne auf die Politik im Nahen Osten ein. Der Film selbst ist zwar fiktiv, beruht aber auf Tatsachen. So ist man am Ende des Films auch etwas beklemmt und gerät noch mehr ins Grübeln über die amerikanische Politik, als man es ohnehin schon macht. Ein sehr guter Film, den einen mit eindringlichen Bildern zum Denken zwingt und daher bei meiner persönlichen Wertung mit glatten 10/10 dabei ist. Nicht nur George Clooney ist ein Grund für die Anschaffung der DVD, sondern man muss sich einiges auch öfter ansehen, um einen noch besseren Zugang zu den wirklich komplexen Themen zu bekommen, die der Film alle behandelt. Es ist ein sehr guter Film, aber keine leichte Kost.


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