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20 Jahre Mauerfall

Mauerfall

20 Jahre ist es nun her, als das Volk der DDR in einer friedlichen Revolution die Bonzen der SED zum Teufel jagte, die Mauer zu Fall brachte und damit auch 40 Jahre Kalten Krieg beendet hat.
Meine Familie und ich, wir waren damals mittendrin. Meine Mutter war damals 51 und am 7. Oktober beim Anfang der Demo auf dem Alexanderplatz dabei.
Die berüchtigte Demo, die nachher von der Volkspolizei auseinander geprügelt wurde. Ich war nicht dabei, denn ich hatte schon 12 Jahre vorher das zweifelhafte Vergnügen einer solchen Begegnung, die dann auch mit Gefängnis für mich endete.
Ich saß aber 1989 in der Berliner Gethsemanekirche, von der Stasi eingekreist und hab so fromme Lieder wie das „Dona nobis pacem“ geschmettert.
Das hat allerdings nicht viel geholfen, denn etwas Dunkles hat im großen Schatten von Helmut Kohl überlebt und wurde von den westdeutschen Christen 20 Jahre später sogar zur Kanzlerin gemacht.

Kohl ist heute totkrank und Geschichte, aber sein Schützling, das Tausendschön Merkel entdeckt für sich nun nach 20 Jahren den Mauerfall. Nun hat die Mauer aber die Zeit und die Mauerspechte nicht überlebt und das ehemalige „Kreisleitungsmitglied und Sekretärin für Agitation und Propaganda bei der FDJ“, Angela Merkel, musste sich etwas einfallen lassen, um auch diesen Tag zu einem Höhepunkt für ihr persönliches Heldentum zu machen.
Sie ist zwar erst im Dezember 89, als wirklich alles gelaufen war, der Bürgerbewegung „Demokratischer Aufbruch“ beigetreten und ist damit, mit einer Menge IM der Stasi, direkt zur westdeutschen CDU aufgebrochen. Da sie schon damals ziemlich untätig war, will sie das 20 Jahre später nachholen und hat, frei nach dem RTL-Domino Day eine Mauer aus Styropor hinstellen lassen, die sie selbst oder einer ihrer Gäste, also entweder Lech Walesa oder Michael Gorbatschow mit der Hand umwerfen darf.
Damit das alles reibungslos abläuft, hat das Tausendschön, ganz wie ihre ehemaligen Chefs von der SED halb Berlin absperren lassen und die eigentlichen Helden, das Volk damit in die Häuser verbannt, denn ihre Feier am Brandenburger Tor ist etwas für handverlesene Leute. So steht Merkel ganz in der Tradition ihrer Vorgänger aus der SED. Aber was tut Tausendschön nicht alles, damit sie sich mal wieder im Glanz echter Politiker sonnen kann.

Für mich persönlich gab es diese Mauer seit 1981 nur noch als eine bösartige Fassade eines sterbenden Systems, weil man mich als Rentner loswerden wollte und mir einen Pass für den Westen gab.
Man hoffte innig, ich würde dort bleiben. Aber ich wurde nur Wanderer zwischen den Welten, der so seine Band mit guten Instrumenten, Ersatzteilen und Saiten dafür versorgt.
Trotzdem war ich 1989 politisch aktiv, denn ich wollte auch mit Freunden zu den guten Konzerten in die Waldbühne und das Olympiastadion gehen können. Am 9. November vor 20 Jahren wurde allerdings auch ich von der Schnelligkeit der Entwicklungen überrascht, ich hatte frei, aber dafür waren meine Eltern in der Vorstellung meines Theaters.
Ich staunte zuhause über die Pressekonferenz, bei der die SED in Person von Günter Schabowski das Handtuch warf, sah in den Nachrichten dann die Menschenmassen, die danach die Grenze stürmten. Ich machte Sekt auf, weil es mir angemessen erschien, stieß mit meinen Eltern an, die ahnungslos aus dem Theater kamen und bin dann nachts um halb zwei mit Mutter in ihrem Trabant von Grenzübergang zu Grenzübergang gefahren, um dann am Grenzübergang Prinzenstraße mit einem Trabant in den Westen und da zum Kurfürstendamm gefahren, nur um nächsten Tag wieder im Osten arbeiten zu gehen.
Kanzler Kohl kam extra aus Polen, um am Schöneberger Rathaus den Schöneberger Sängerknaben zu geben und mit Walter Momper und Williy Brandt die damals noch Westdeutsche Nationalhymne zu krächzen.
Ich brauche keine oberflächliche Party am Brandenburger Tor, denn ich war, im Gegensatz zum Tausendschön, von Anfang an und auch an der Mauer dabei und der Tag hat sich als ein Höhepunkt meines Lebens in mein Hirn gebrannt. Ohne die 70 000 mutigen Demonstranten am 7. Oktober in Leipzig hätte es ohnehin keinen 9. November gegeben.
Ich selbst bin am Morgen des 11.11.1989 in der Bernauer Straße gewesen, als da die Mauer eingerissen wurde und habe davon noch ein Artefakt.
Was Merkel angeht, so kann die sich ja als Einheitskanzlerin von Korea einen Namen machen!

Die Hymne des 9. November 1989




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