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40

Der 40te Geburtstag im Leben eines Menschen, der erstaunlicherweise schon kurz nach dem 35tem beginnt, setzen sich so rund um diesen Geburtstag, im Speziellen beim männlichen Exemplar Mensch, einige merkwürdige Prozesse in Gang. Ist der Mann ledig, fällt ihm genau das, was er vorher als unglaublich positiv erschien, plötzlich als Fehler und negativ auf. Man tritt vor den Spiegel und sieht zum eigenen Entsetzen nicht das Gesicht eines frischgehaltenen Johnny Depp, sondern meist nur sein eigenes, das vom täglichen Stress gezeichnet ist.
Sehr viel besser geht es verheirateten Männern die 40 sind, mit Frau und Kind nun aber auch nicht, denn diese fühlen sich genau dadurch eingeengt und beginnen mit mehr oder weniger glückenden Ausbruchsversuchen aus der selbst gewählten jetzt plötzlich als Enge empfundenen ehelichen Gemeinschaft. Das Kind ist Irgendwann groß und man fühlt sich plötzlich nicht mehr gebraucht und meint, man habe durch die Ehe sehr viel Wichtiges versäumt. Das muss nun schlagartig nachgeholt werden und man neigt zu überhasteten Fehlentscheidungen, die dann meist nach kurzer Zeit oder dem Tritt eines Freundes eingesehen und mit hängendem Kopf wieder rückgängig gemacht werden. Als ich 40 wurde, war ich todkrank und zu meinem schweren Bedauern ziemlich alleine und gehörte damit also zur ersten Fraktion Männer.
Ich hatte ab 20 zwar eine Menge Möglichkeiten, aber zu der Zeit war mir die Musik wichtiger und ich mit der Band unterwegs und da war anderes wichtig und irgendwie kamen die Mädels „On Tour“ ja sowieso und damals seltsamerweise ganz von alleine zu mir.
Nur richtig habe ich damals nichts gemacht, denn sonst wäre ich ja jetzt in der Fraktion der eingeengten und zweifelnden Familienväter über 40. Nur das ich damals keine Kinder gezeugt habe, von denen ich weiß. Ein Versäumnis, was jetzt nachzuholen einfach völlig unmöglich ist. Genauso unmöglich, wie es dem Familienvater über 40 jetzt unmöglich ist, versäumte Freiheiten einfach nachzuholen. Es gibt nur ein Mittel für Menschen ab 40, die mit ihrem Leben hadern, das wieder in den Griff zu bekommen.
Man stürzt sich mit der aufgestauten Energie in seine jeweilige Arbeit oder Lieblingsbeschäftigung, was bei mir sogar auf Dasselbe hinauskommt. Immerhin definiert der Mensch sich ja durch seine Arbeit und es ist traurig genug, das es heute um die 5 Millionen Menschen ohne diese Definition in Deutschland gibt. Grollen wir über 40jährigen, die eine Arbeit haben, nicht mit unserem versauten Schicksal, sondern machen das Beste daraus. Der Fluch dieser 40 besteht ja auch darin, das sie die wahre Mitte des menschlichen Lebens ist und nicht die fälschlicherweise immer angenommenen 50, denn über 100, wie die ausgeruhte Queen Mum in England, durch Wodka schon mumifizierte Russen, oder die ewig jungen Asiaten, werden die Wenigsten von uns. Arbeit ist auch keine Alternative, die irgendwie nett klingt, aber das soll sie ja auch nicht, die Hauptsache ist, sie lenkt uns von unseren Fehlern und Versäumnissen ab.