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50 Jahre WDR

Wenn der Satz „Früher war alles besser!“ in Deutschland überhaupt auf etwas zutrifft, dann auf das Fernsehprogramm.
Belegt haben das am Ostermontag die beiden Fernsehurgesteine Elke Heidenreich und Harald Schmidt in einer Sendung zum Geburtstag des WDR. Von Joachim „Blacky“ Fuchsberger, der zwei Tage nach dem Mauerbau in Westberlin eine Show moderierte, ohne das Wort Mauer auch nur zu erwähnen, über Otto Waalkes, der in den Siebzigern nicht nur lustiger Held meiner Jugend, sondern sogar auch noch richtig komisch war und nicht nur zappelte, der unvergessene Heinz Schubert, der als Fernsehekel Alfred Tetzlaff den deutschen Spießer sehr gelungen auf die Schippe nahm, bis hin zu den großen Erfolgen des HP Kerkeling u.a. als Königin Beatrix, „Schmidteinander“ von Harald Schmidt und Herbert Feuerstein bis zu „MAZ ab“ von Harald Schmidt, bis Harald Schmidt alleine in der „Harald Schmidt Show“ im WDR auf der ARD. Man kann sich in der, mit Shows übersättigten Zeit wie heute kaum noch vorstellen, dass mal eine Samstagabend Show wie ein katholisches Hochamt zelebriert wurde, wie Harald Schmidt es sehr passend ausgedrückt hat. Nun haben wir im heidnischen Osten sicher keine Kerzen angezündet, wenn Peter Frankenfeld, „Kuli“ Kulenkampff oder etwas später Rudi Carell ihre Shows hatten, aber die Familie saß vor dem Fernseher und Anrufe, sowie Besuche zu der Zeit völlig verpönt und absolut verboten.
Namen, die heute kaum noch einer kennt, haben vor Jahrzehnten Einschaltquoten von bis zu traumhaften 80 Prozent gebracht.
Quoten, für die Programmchefs von heute einen Mord begehen würden. Talkshows z.B. kann sich nach der Flut davon in den neunziger Jahren, kaum einer ohne zeternde Hausfrauen vorstellen, die wahlweise übergaben oder auch mal kackten auf die Füße ihrer Kontrahentinnen, wenn sie um einen Kerl stritten oder um die Farbe ihres Zauns eigentlich nur reden sollten. Dass so etwas auch in sehr ruhigen Tönen und sehr viel unterhaltender geht, bewies die offizielle Labertasche Alfred Biolek, der 1976 sogar mit solchen Raubeinen, wie Franz Josef Strauß und Arnold Schwarzenegger tief greifende und trotzdem unterhaltende Gespräche führte.
Damals war in der Talkshow im WDR noch das Element Talk das Wesentliche und nicht das Element Show, wie es den Privatsendern so wichtig scheint und dann aber nur in einem großen Gelaber endet, dass eigentlich nur die Pause zwischen den teuren Werbeblöcken füllen soll. Das Fernsehen insgesamt war mal sehr viel ruhiger und gelassener. Heute ist es nur noch ein verzerrtes Spiegelbild der täglichen Hektik, die sich die Menschen haben aufdrücken lassen, was gerade auf den privaten Sendern und auch auf dem WDR abgeht. Gerade die zwei Moderatoren Elke Heidenreich und Harald Schmidt führten das ganz eindringlich vor Augen, denn Harald Schmidt fand auch die Zeit, so ganz nebenbei auch die großen Gags von Otto zu interpretieren und ich habe herzhaft gelacht.
Es war eine schöne Zeit im Fernsehen, nun ist sie Vergangenheit und Thema für Sondersendungen, wie diese. Ich hatte einfach noch Glück gehabt, sie via Fernsehen miterleben zu dürfen.

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