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80 Jetons

Genau das habe ich gestern in Olis Kneipe beim Roulette für den Tag vorgelegt, an dem mein junger Freund Markus die Enge seines Daseins für eine Weile ablegen wird und ich mit ihm zum Roulette bei Oli gehen werde.
Markus war sehr mutig für sein Alter und hatte Bundesland und Stadt gewechselt. Nun ist er in der Fremde und fühlt sich nur wie ein Fremder und nicht vollständig. Es ist nicht in meiner Macht, ihm dieses Gefühl völlig zu nehmen, aber es ist meine Pflicht als guter Freund, ihn davon wenigstens etwas abzulenken. Nächtelange Gespräche über ICQ sind sicher ein Ansatz, aber eben nichts von Dauer, so wie das ganze Internet eigentlich nur ein Ersatz für fehlende Kommunikation und real Erlebtes ist. Nun, Markus ist ein freundlicher junger Mann und ich nenne mich seinen Freund. Seinem Heimweh werde ich nicht abhelfen können, aber als mein Freund ist es meine Pflicht, ihn davon für ein paar Tage etwas abzulenken.
Es ist meine Pflicht, weil Torsten mit mir genau das gleiche macht. Helfen kann er mir nicht, aber er holt mich raus aus meiner Bude. Markus kann ich leider nicht wöchentlich ins Kino schleppen, denn dazu wohnt er dann doch einfach zu weit weg. Nur einmal zu Oli zum Roulette, das dürfte auch ihm andere und bessere Gedanken bescheren und wenn ihn das Glücksspiel dann langweilt, fährt uns Torsten, der Markus von Markus legendärem AB-CT kennt, weiter in eine der Jugend Markus angemessenere Location. Schließlich waren wir in unserer Jugend auch in Berlin auf der Pirsch gewesen und einige davon haben Mauerfall und den Tod der DDR überlebt und existieren sogar noch.
Es wäre doch gelacht, wenn wir beiden alten Unterhaltungsprofis unseren jungen Freund nicht aus seiner Tristesse reißen können.
Dazu brauche ich allerdings Jetons und ich durfte nicht auf Teufel komm raus zocken, sondern ich musste auf Gewinn spielen. Nun ist Roulette ja irgendwo auch ein Glücksspiel und jeder Gewinnplan erstmal nur Illusion, aber ich fand trotzdem mein Spiel. Trotzig setzte ich meine Transvalen und dazu noch haufenweise Karrees und ich hatte Satz und Sieg. Peewee hatte keinen Lust auf gewinnen, aber er hatte einen würdigen Vertreter Namens Stefan, der recht schweigsam vor sich hin gewann und wortlos Jetons stapelte, während Peewee fröhlich den Tisch umtanzte. Seine gute Laune steckte an und außerdem war ich am Gewinnen. In diese Strähne platzte dann Torsten mit seiner Müdigkeit. Ich willigte in dieses Ende um 2 Uhr Morgens ein, denn das Zählen meiner gewonnenen Jetons 80 davon und das ist ein prima Anfang für Markus und mich. Jeder fängt mit 40 an und auch wenn der Groupier Stefan nächsten Freitag nicht da ist, so wird es doch ein ganz prima Abend. Torsten und ich, wir freuen uns schon auf den freundlichen jungen Mann.