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Abgesang der Despoten

Israel_Merkelmubarak

Die Welt ist in Bewegung, aber das war sie ja schon immer, nur diesmal ist es ein Fleck auf der Erde, der eher durch Kriege um Öl und Land bekannt ist. Dort entledigen sich die Völker ihrer Diktatoren, die dort teilweise seit Jahrzehnten die Region beherrschen und die in der restlichen Welt kaum als Diktatoren wahrgenommen wurden.
In einer Zeit, in der junge Europäer ihre Festungen und Diktaturen in der virtuellen Welt zimmern, werden in der realen Welt die letzten realen Festungen der Diktatoren von ihren Völkern geschliffen. Es fing an in Tunesien, wo es halbwegs friedlich zuging, bekam das in Ägypten schon etwas von einem revolutionären Flächenbrand und erinnert so gar nicht an die friedliche Revolution im Ostblock 1989.
Präsident Mubarak, der 1981 das Amt von Anwar El Sadat übernommen hatte, nachdem der beliebte Politiker bei einem Attentat seiner Armee ermordet wurde, ist im Laufe von drei Jahrzehnten zu einem verbitterten alten Diktator geworden, wobei sich das auch erst in den letzten Jahren so zugespitzt haben muss.
Als ich mich auf meinen Reisen 2004 und 2005 mit einigen normalen Ägyptern unterhalten hatte, schienen die noch recht zufrieden und rechneten mir sogar vor, wie man mit umgerechnet 400 Euro Miete und Lebensmittel für eine vierköpfige Familie auskommt. Nur hat die Weltwirtschaft sich im Veranstalten von Krisen geübt und die sind auch am Land der Pharaonen nicht spurlos vorbeigegangen.
Das Ägyptische Pfund ist ja nun auch alles andere als eine stabile Weltwährung, aber das liegt in der Natur der Sache, denn keine afrikanische Währung ist das und das hat auch mit Mubarak nichts zu tun. Nur ist er, wie jeder alte Diktator, der das zu lange ist, völlig verstockt und hat den Blick für das Wesentliche, für das Wohl seines Volkes, verloren und dafür wird er jetzt bestraft von einer neuen Generation Ägypter, die mehr will, als nur existieren. Diese Generation ist mit dem aufgewachsen, was ihre Eltern gar nicht kannten und was eine natürliche Gefahr für jedes totalitäre Regime dieser Erde ist, mit immer verfügbaren Informationen aus allen nur möglichen Medien.
Daher war auch die erste Reaktion der Regierung Mubarak, die Presse zu zensieren, ausländischen Reportern die Bewegungsfreiheit zu nehmen und den Zugriff auf das Internet einzuschränken. Der Iran und andere Diktaturen haben das ja vorgemacht. Nur hat es noch nie funktioniert und so war es auch in Ägypten. So fanden die Proteste dann auch ihren Weg in die Hauptstadt und die Menschen versammelten sich zu Tausenden jeden Freitag nach dem Gebet auf dem Tahrir-Platz in Kairo zur friedlichen Demonstration gegen Mubarak.
Der alte Mann fühlte sich nun angeschifft, wurde grob und ließ Gegendemonstrationen seiner verbliebenen Fans organisieren. Die agiert dann mit Waffen und Gewalt, aber die ägyptische Armee war klüger als ihr Präsident, bezog erfreulicherweise Stellung zwischen den verfeindeten Blöcken und verhinderte mehr as die ca. 100 Toten, die es bis dahin gegeben hat und die man der Sturheit von Mubarak zuschreiben kann.
Die westliche Welt reagierte anders als noch vor fünf Jahren, wo man in Mubarak nur den Garant für Stabilität und Frieden in der Region gesehen hatte und sich herzlich wenig um das Wohl des ägyptischen Volk scherte. Obamas militanter Vorgänger Bush hätte schon mit den Waffen gerasselt und unter einem Vorwand seine Navy hingeschickt. Daher reagierte auch Kanzlerdarstellerin Merkel ziemlich verunsichert und plapperte nur von der Revolution, die sie in der DDR erlebt haben will. Nur an der war sie genauso beteiligt wie an der Erfindung des Autos und an der Mondlandung, sie kannte es nur aus Büchern und dem Fernsehen und hatte mit den Vorgängen in der DDR 1989 herzlich wenig zu tun.
Nur weiß das in der Welt ja niemand, denn in der kam sie aus dem Osten, der DDR und da gab es eine Revolution. Das sie damals nur von Kanzler Kohl von der dunklen Seite der Macht in das warme und gut bezahlte Licht westdeutscher Politik gezerrt wurde, geht ja keinen etwas an.
So ist ihre Zustimmung und Begeisterung über die revolutionären Vorgänge in Ägypten auch eher verhalten, während Obama und seine Außenministerin Clinton das gar nicht genug loben können. Die USA und die Welt verändern sich, aber Deutschland und Europa hinken hinterher, weil sie weder mithalten können, noch es wollen. Merkel hat ohnehin andere Probleme, denn sie will wieder mehr. Sie will unbedingt eine EU-Wirtschaftsregierung, denn: „Der Kapitalismus verzehrt unsere Werte“, so die Sprechblase im Hosenanzug wörtlich. Allzu revolutionär ist auch die nachfolgende Generation nicht veranlagt, denn die taucht lieber im Internet ab, um dort virtuelle Reiche und Festungen anzulegen, in denen sie mit selbstgezimmerten Regeln eigene Diktaturen aufbauen. So ist denn zumindest der politische Nachwuchs der CDU gesichert, falls die christlich/sozialistische Agitatorin Merkel in 20 Jahren tatsächlich mal abgewählt wird.
In Ägypten jedenfalls trat Mubarak vorerst nicht zurück und bildet nur seine Regierung wahllos um, aber das Land ist in Bewegung und nicht nur Ägypten, sondern in Jordanien und Jemen sind auch die Menschen unterwegs und protestieren gegen schlechte Regierungen.
Da kann man auch verstehen, warum sich die europäischen Politiker wie Sarkozy, Berlusconi und Merkel da eher zurückhalten, denn die aktuelle Begeisterung ihrer Völker über die Regierung hält sich ja auch in meßbaren Grenzen. Aber zurück zur arabischen Welt.
Egal, wie sehr sich Mubarak gesträubt hat und die Marionetten seiner Regierung neu aufstellte, es hat ihm nicht geholfen. Ähnlich wird es dem jordanische König Abdullah II und Ali Abdullah Salih, dem Präsidenten von Jemen ergehen.
Auch im Rest von Arabien sitzen Regierungen nicht mehr fest und wackeln die Throne der Scheichs. Ägypten hat nur das perverse Glück, recht wenig Öl zu fördern und so relativ uninteressant für die westliche Welt zu sein, die vom Öl abhängig ist. Nach Mubarak wird in Ägypten zwar ein mittleres Chaos ausbrechen, aber das Land hat schon diverse Pharaonen überlebt und wird auch das schaffen. Die von den Christen gerne als rückständig gescholtene Religion des Islam hat zumindest in Ägypten zumindest einen Sprung fast in die Gegenwart vor 20 Jahren gemacht und die Imane haben ihre Moscheen für die Demonstranten geöffnet, wie vor 20 Jahren die Pfarrer der evangelischen Kirchen in der DDR ihre Gotteshäuser geöffnet hatten. Damit sind sie sogar fortschrittlicher als so manche deutsche Kirchen.
Am 17. Tag der Revolution in Ägypten kommt Mubarak nun live ins ägyptische Fernsehen, aber hat offensichtlich nichts begriffen. Er kaut seinem Volk ein Ohr ab, aber kein Wort über seinen Rücktritt. Er wollte mal wieder Details ändern und seine Regierung umbauen, aber eben nicht zurücktreten und das demonstrierende Volk reagierte sauer und so demonstrieren sie einfach weiter.
Am 18. Tag der Proteste fingen die Kameras der Welt den Jubel der Demonstranten ein, denn Mubarak ist nun doch zurückgetreten und die Armee übernahm fürs Erste die Regierungsgeschäfte, bis die Opposition eine reale Chance hat, nach einer Wahl eine neue Regierung zu bilden. Die Bilder vom Tahrir-Platz in Kairo erinnern dann doch wieder an den Tag des Mauerfalls 1989 in der DDR. Selbst die, vom Westen so gefürchtete Muslimbruderschaft spielten beim Sturz von Mubarak und auch in der nächsten Regierung so gut wie keine Rolle, denn die Ägypter haben es nicht so mit dem religiösen Fanatismus und was oder wer immer nach Mubarak kommt, der nun vom 14. Oktober 1981 bis zum 11. Februar 2011 Staatspräsident Ägyptens gewesen ist, es wird sicher nicht fanatisch sein und so die Konzerne und die Touristen des Westens abschrecken.
Interessant sind die unterschiedlichen Reaktionen des Westens auf diese gelungene Revolution. Während Obama offene und ehrliche Begeisterung zeigte, gratulierten die europäischen Regierungschefs, Merkel vorneweg, eher verhalten.
Gerade Merkel gibt sich ja sonst gerne als das Kind und Beteiligte der Revolution in der DDR, aber sie weiß genau, sie ist nur deren denkbar schlechtestes Ergebnis.
Da auch ihre Politik, gerade bei den Armen, den Hartz IV Empfängern, alles andere als unbestritten und beliebt ist, hat sie eigentlich auch jeden Grund, gesunden Volkszorn zu fürchten, auch wenn sie tatsächlich mal gewählt wurde. Das zeigt eigentlich nur, wie abgehoben sie ist und wie wenig sie die Deutschen kennt, die sie angeblich regiert. Die leben zwar von der Substanz und den Resten eines vergangenen Wohlstands noch ganz gut, aber sie sind nicht einmal kräftig genug, bei der Wahl das Kreuz richtig zu setzen und die schlechteste Kanzlerin seit 1989 zu verhindern. Von der jungen Generation in Deutschland ist auch nichts zu erwarten, denn die nicht allzu hellen jungen Menschen nutzt entweder das großartige neue Medium Internet auch nur noch, um darin eigene kleine Reiche und Festungen, um da mit eigenen Regeln ihren persönlichen Drang nach Totalitarismus auszuleben, oder die noch weniger hellen melden sich gleich als Kanonenfutter für Merkels Krieg in Afghanistan. Mit einem Satz, den Deutschen geht es viel zu gut und nur die humanistische Bildung kam zu kurz.
Die Menschen der arabischen Länder haben dagegen echte Existenzängste, da sie bitter arm sind und teilweise sogar von Lebensmittelkarten leben müssen und daher geht der Brand, der in Tunesien anfing, dort und in Ägypten Erfolg hatte, nun auch weiter. Als Kandidaten werden in den Medien nun Algerien, Syrien, Jordanien und Jemen gehandelt. Der Sturz von Mubarak war da nur ein Erfolg, der Mut machte.



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