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Alexander

Oliver Stone scheint sich mit diesem Film über den großen Alexander zum ersten Mal etwas verhoben zu haben. Schon die Besetzung zeigt spürbare Mängel, die sich mühsam durch fast drei Stunden Film quälen.
Schon Colin Farrell als Alexander war kein unbedingt guter Einfall, denn Farell ist sicher ein sehr guter Schauspieler, aber einen großen Krieger möchte man ihm nicht oder nur sehr schwer abnehmen.
Da wo Brad Pitt den Achilles schon allein durch seine körperliche Präsenz zu geben wusste, muss Colin Farrell ziemlich Schauspielern und füllt die Rolle dennoch kaum aus. Wenn er in seiner Rüstung und noch mit Schmuck behängt herumlief, wirkte er schon fast tuntig.
Angelina Jolie als seine Mutter, das möchte Oliver Stone nun wirklich keiner abkaufen und Antony Hopkins als Weggefährte und späterer Erzähler Ptolemäus kam auch nicht unbedingt glaubwürdig rüber.
Dann dauerte es, wie es auf Prisma-Online stand, doch tatsächlich eine geschlagene Stunde mit Familien und anderen Geschichten, bevor es überhaupt zur ersten Schlacht kam, die Alexander ja so berühmt gemacht hatten.
Das war dann auch die Bekannteste gegen den Perserkönig Dareios, die man unter dem Kürzel „333, bei Issos Keilerei“ in der Geschichte findet. Man vermisst schmerzlich die kompakte Feinheit der fiktiven Schlachten, für die Peter Jackson mit „Herr der Ringe“ zu Recht seine Oscars bekommen hat.
Nach den Schlachten dann Verrat, Rückblenden, unbewältigte Vaterkomplexe und Königsmord an Alexanders Vater Philip tragen auch nicht unbedingt zur Straffung der Handlung bei. Überhaupt wird in diesem Film einfach zuviel geredet.
Hätten die Krieger in Troja soviel über Ehre, Ruhm, Gold, Schande und Frauen diskutiert, würde diese Stadt heute noch stehen.
Man bekommt des Öfteren den Eindruck, dass Colin Farrell nur dort war, um eine Selbsthilfegruppe für streitsüchtige Makedonier im Ausland zu leiten. Kam dann trotz großer Streiterei wider Erwarten doch die nächste Schlacht, wurde es wieder ansehlich und teilweise sogar spannend und unterhaltend.
Nicht ganz so gut wie in „Herr der Ringe“, aber immer noch besser als in „King Arthur“. Ich bin ganz froh, diesen Film nicht im Kino gesehen zu haben, denn erst nach fast zweieinhalb Stunden kam etwas Erleichterung auf, weil Alexander endlich vom Pferd geschossen wurde.
Davon dann sechs Jahre später geheilt, begann ein ziemlich zäher Heimweg.
Als dann Alexanders Kumpel Hephaistion starb, brachte Oliver Stone auch die homophile Lebensweise der Völker im alten Griechenland zum Tragen.
Ptolemäus erzählt dann noch ein wenig weiter, das Alexander mit 33 Jahren starb und wie sein hart erkämpftes Reich dann zerfiel und aufgeteilt wurde und dann ist sogar Oliver Stone mit seinem Film am Ende, da der ziemlich tote Alexander ja nichts Wesentliche mehr bewegte.
Dieser Film ist wirklich kein Highlight, aber eine nette Ergänzung für Masochisten wie mich, die Filme von alten oder von fiktiven Schlachten sammeln. Davon soll es ja noch einige geben.