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Alien-Township

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Im Rausch der Bilder von Avatar, dem wohl besten Science Fiction Film aller Zeiten, wäre 2009 mit District 9 eine Perle der Filmkunst um ein Haar an mir vorbei gegangen.
Aber meinem Freund Fargo sei Dank, habe ich mir den Film geholt und bin ziemlich restlos begeistert.
Die Handlung ist angelehnt an Film und Serie Alien Nation von 1988 bzw. 1990 bis 1994.
Da stürzt ein Raumschiff voller Aliens auf die Erde und bringt in erster Linie Probleme. Waren die Aliens damals noch recht humanoide Wesen, die sich nur durch ein paar Flecken von den Menschen unterschieden, ging Regisseur Neill Blomkamp in District 9 einen optisch sehr ansprechenden Schritt weiter und schuf 2009 ein paar Kreaturen, die aussahen, wie eine wilde, aber optisch ansprechende Mischung aus Schaben, Würmern, Meeresfrüchten und Stangengemüse, die daher auch wenig liebevoll Shrimps genannt werden.
Das Raumschiff fiel auch nicht in den USA auf die Erde, wie sonst gerne in Hollywood angeboten, sondern schwebt über Johannesburg in Südafrika.
Das kommt dann wieder der Story zugute, weil man dort seine Erfahrungen mit großen Massen von Minderheiten in Townships, den Slums von Südafrika hat und der Film auch eine gelungene Apartheid-Parabel ist. Der Film spielt in der Zukunft und erzählt dort über eine fiktive Vergangenheit. Er fängt an wie eine Dokumentation, in der das Raumschiff wie ein Ballon über Johannesburg schwebt. Wissenschaftler fliegen zum Schiff und finden dort eine Millionen außerirdischer Lebewesen, die völlig verwahrlost sind. Diese richten sich dann unter dem Raumschiff in Wellblechhütten häuslich ein und so wird das dann ein ziemlich irdisches Ghetto mit sehr menschlichen Problemen. Es gibt Kriminalität und sogar artenübergreifende Prostitution, ein Begriff, bei dem ich wüstes Kopfkino bekomme.
Die südafrikanische Regierung reagiert wie Regierungen immer reagiert, erst mal panisch, völlig kopflos und will die Aliens umsiedeln. Dazu brauchen sie einen Verantwortlichen, der nicht allzu viele Fragen stellt. Der wird gefunden im schlicht gestrickten Wikus van de Merwe, der herrlich naiv von einem Sharlto Copley gegeben wird. Dieser Wikus ist Angestellter des MNU, einem Waffen und Sicherheitskonzern. Wie sich herausstellt, ist die MNU jedoch weniger am Wohl ihrer Schützlinge als an deren Waffentechnologie interessiert, mit der sie immense Profite erzielen will. So stiefelt Wikus ziemlich konfus mit einem Kamerateam im Ghetto herum und kommentiert eher aufgeregt wie ein Kind, wenn ihm die riesigen Aliens in großem schwarzen Schwall vor die Füße kotzt oder in einem beeindruckendem Strahl an die Ausrüstung des Kamerateams schifft. Menschen, die da eingreifen wollen, fliegen auch schon mal zerfetzt durch die Gegend, also belässt es Wikus fürs Erste beim reden.
Als er etwas später einer Alientechnologie zu nahe kommt, beginnt sein Unglück und der zweite Teil des Films. Wikus mutiert auf einer Körperseite selbst zum Alien und wird so zum Ziel seines eigenen Konzerns, der MNU, der ihn mit Alienwaffen experimentieren lässt, weil die genetisch nur auf Aliens kodiert sind und normale Menschen die nicht benutzen können. Wikus kann fliehen und fällt im District 9 erst mal den kriminellen Schwarzen in die Hände, die politisch korrekt, im Film Nigerianer genannt werden und die die Shrimps mit einer recht putzigen Droge, mit Katzenfutter, versorgen. Aber auch die wollen ihm wegen seiner Aliengene an die Haut. Aber Wikus bekommt von unerwarteter Seite Hilfe und weil durch seine Mutation Alienwaffen bedienen kann, werden zum Ende des Films auch die Freunde guter Sci Fi Action bedient, weil da beeindruckend schräge Waffen zum Einsatz kommen. District 9 räumt richtig erfrischend mit der Legende von humanoiden Aliens auf, wie sie einem in 40 Jahren Star Trek durch Heerscharen schlecht geschminkter Kleindarsteller eingeredet wurden. Echte Aliens sehen eben anders aus, aber sie entwickeln durchaus menschliche Eigenschaften, wenn sie zu Millionen in einem Ghetto leben müssen. Das und die vielen Wendungen der Handlung machen diesen Film mit Wendecover zu einem kleinen Meisterwerk, welches in meiner Wertung mühelos auf 10/10 kommt.



Wer dazu eine Meinung hat, der bemühe den Link hier