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Alle Jahre wieder

Folgenden Text habe ich schon Weihnachten 2003 geschrieben und online gestellt:



Jeder weiß, was gemeint ist, der unausweichbare Konsum und Kommerzterror an jedem Jahresende, bei den noch gläubigen Menschen Weihnachten genannt. Jeder andere weiß, dass es nur eine der jährlichen Gelegenheiten ist, sein Geld zu verprassen und unter die Leute, sprich Händler, zu bringen, denn die Familie will ja beschenkt sein und die Kinder haben ohne X-Box 360 und/oder Playstation 2 ja praktisch keine Überlebenschance, so man ihnen denn Glauben schenkt. Dieser Glaube ist noch das billigste Geschenk zum „Fest“, also schenkt man da auch gerne. Die Eltern schwören sich, wie jedes Jahr, einander n a t ü r l i c h nichts zu schenken und das war es dann auch. Hält sich zufällig mal einer an sein Versprechen, kann er sich des langen Gesichtes des anderen sicher sein.
Nun ist es ja nicht so, dass Weihnachten erst Ende November ausbricht, denn da sei die Industrie vor, die ihren Großeinsatz zu Weihnachten sauber am 27. Dezember des vergangenen Jahres zu planen begonnen hat. Denn wer zu spät kommt...
Es kommt aber keiner zu spät, und die ersten Andeutungen auf das Megaevent mit den vielen benötigten Geschenken kommen bereits im Hochsommer im August. So habe ich es zumindest dieses Jahr bemerkt. Nun ist es bald Ende Oktober, ich habe nichts für meine Mutter und kenne nicht mal ihren Wunsch.
Mich ergreift blanke Panik. Hätte ich jetzt Kinder, würde ich da nichts vergessen, weil diese schon seit Mitte September zielgerichtet und diesbezüglich quengeln würden. Ich habe das bei Freunden erlebt, wo Papa oder Mama ab Ende August mit Bekleidungs-, Hard- oder Softwarewünschen regelrecht bombardiert wurden. Nun ist das bei Kindern eine recht einfache Sache, da diese meist sehr genau wissen, was ihnen zum vorerst endgültigem Lebensglück noch fehlt, aber bei Eltern jenseits der 60 gestaltet sich das dann schon schwieriger. Parfüm und Socken fallen schon wegen ästhetischer Bedenken aus. Mutter hat einen nagelneuen Wagen, da wäre eine Tankfüllung doch was Praktisches. Nur wie bekommt man Super Bleifrei weihnachtlich eingewickelt und dann zu ihr nach Hause? Bleibt noch der Haushalt, für den die Eltern ja was brauchen könnten. Mal sehen und sich vorsichtig erkundigen... Bücher wären eine Alternative, wenn sie noch die Zeit zum Lesen hätte. Der Fernseher vom letzten Jahr läuft immer noch tapfer und das Keyboard vom vorletzten Jahr ist so gut wie unbenutzt. Alles gut gemeint und doch irgendwie recht daneben. Also doch mal nachhaken und fragen.
Wie gut, dass ich für mich selbst ab Sommerende schon den Bedarf an gewisser Hardware angemeldet und natürlich gleich ein paar Markennamen samt Bezugsquellen fast beiläufig habe fallen lassen. Der DVD Player bräuchte auch neues Futter, denn Winterabende sind lang und das Fernsehen alles andere als zuverlässig. Also doch frontal die Erzeuger nach Wünschen ausgehorcht, das bisschen Geld zusammengekratzt und Mitte November muss dann aber auch alles da sein und verpackt werden. Dann wird diesmal mit der Weihnachtsplanung auch gleich nach dem Fest angefangen. Hab ich das Gleiche nicht schon vor zwei Jahren vor dem Fest geschworen?


Im Prinzip hat sich inhaltlich daran nichts geändert, bis auf die Art der Geschenke und das es dieses Weihnachten leckeres Gammelfleisch geben wird. Nur die äußeren Umstände haben sich reichlich geändert. Kanzler Schröder, die einstige Hoffnung der SPD, hat sich mit seiner Kanzlerschaft ziemlich verhoben und nun regiert eine völlige Laienspielschar unter einer Kanzlerin Merkel das Land. Das heißt, sie sollte es tun, aber noch ist sie ausgiebig damit beschäftigt, ihre Frisur in der Welt herumzutragen und allen Leuten zu zeigen, wie unsagbar stolz sie darauf ist, es erst durch Lothar de Maiziere, dann durch Helmut Kohl protegiert, es nun endlich an einen echten Job geschafft zu haben. Am Alltag in Deutschland hat auch ihre Wahl nichts geändert, denn die Arbeitslosen sind noch relativ arbeitslos und werden Dank des Eifers von Unternehmen, die satte gewinne machen und trotzdem Leute entlassen, sogar fast täglich mehr. Dank intensiver Geldabschaffungsmaßnahmen, vulgo Reformen, der Regierungen Kohl und Schröder ist das deutsche Volk so gut wie pleite und der Binnenkonsum liegt am Boden. An sich keine gute Grundlage für eine Frohe Weihnachten, aber die Deutschen sind einiges gewohnt und wie Stehaufmännchen.

Also wünsche ich Allen, die warum auch immer, hier zum Lesen kommen, trotzdem eine frohe weihnacht 2005!

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!