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Als wäre nie was gewesen

Wenn man sich Union und SPD bei ihrer Regierungserklärung angesehen hat, wie ich auf Phoenix, könnte man glatt auf die Idee kommen, es habe die letzten sieben Jahre mit der gegenseitigen Bekämpfungen bis hin zur Gürtellinie gar nicht gegeben und als wäre nie etwas gewesen. Beide Vereine turteln miteinander bis hin zur Widerwärtigkeit. Die neue Kanzlerin gibt da z.B. einen ziemlich holprigen Satz von sich, den man schon irgendwie kennt, „Arbeit finanzieren statt Nichtarbeit.“ Und grinste glücklich, als hätte sie mit diesem Satz mindestens den Stein der Weisen in der Tasche blicken lassen. Bei Schröder ging der Satz ähnlich, aber etwas flüssiger, „Arbeit finanzieren statt Arbeitslosigkeit.“ Und er traf den Punkt, war aber inhaltlich genauso falsch. Denn keine Regierung in einer Marktwirtschaft ist in der Lage, tatsächlich auch Arbeit zu finanzieren. Das ging mit sozialistischen Regierungen und nur in einer Planwirtschaft, die vom Staat gesteuert wurden. Allerdings ist die letzte Planwirtschaft auf deutschem Boden vor nunmehr 16 Jahren an dieser Art der Arbeitsbeschaffung still und leise eingegangen und vielleicht findet sich auch bald mal eine gnädige Seele, die Frau Bundeskanzlerin mal mit diesem historischen Fakt vertraut macht. In einer recht erstaunlichen Anlehnung an Willy Brandt entrutschte der Kanzlerin sogar der Satz, „Lassen sie uns mehr Freiheit wagen.“ Für Schröders Agenda 2010, die Merkel bis vor kurzem noch als das Werk des Teufels verdammt hatte, fand sie nun auf einmal sogar lobende Worte. „Er habe damit eine Tür aufgestoßen“ bedankte sie sich herzlich bei ihm. Sie werde diese Agenda als Vorlage nehmen und sie in „kleinen Schritten“ umsetzen. Bitte wie? Spätestens da fasst sich der politisch interessierte Wähler dann doch heftig an den Kopf. Nur um weiterzumachen, wie bisher, hätte man Rot/Grün nicht abwählen müssen. Von dem angekündigten Wechsel der gesamten Politik konnte ich für meinen Teil jedenfalls nichts erkennen, denn außer, dass so ziemlich alles sehr viel teurer wird, sehe ich eigentlich keine Veränderung und diese Regierungserklärung im Bundestag ist genau das, was es eigentlich immer schon war, eine große Selbstinszenierung der jeweils aktuellen Bundesregierung. Nur, dass ich den gegenwärtigen Statisten weder traue, noch sie auch nur ansatzweise leiden kann.
Nachdem dann der Landesgruppenchef der CSU ernsthaft behauptet hatte, alle Probleme lösen sich fast von selbst, wenn nur wieder mehrere Generationen einer Familie im selben Haushalt leben würde, war selbst meine tägliche Portion an Masochismus für den Tag ausgeschöpft und ich schaltete endlich um. Es ist also absolut egal, was oder wen man da gewählt hat, denn es bleibt ja ohnehin alles beim Alten und besser wird gar nichts. So gesehen, habe ich Zimmerpflanzen, die den Kanzler geben würden, ohne zuviel zu versprechen und Unfug zu reden. Vor der nächsten Bundestagswahl Gründe ich dann die Blumenpartei und mache meine große Yucca-Palme zum Kanzlerkandidaten. Schlimmer werden kann es nicht und eine Yucca-Palme hält im Normalfall wenigstens die Klappe.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!