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Angepasste Revolutionäre

Es ist bezeichnend. Selbst die tageszeitung (taz), einst als Sprachrohr und Kampfblatt der revolutionären Linken gegründet sieht sich genötigt, in einem Leserbrief von mir in der Berliner Ausgabe vom 10.03. zur Bundespräsidentenpostenschieberei, „Who the Fuck is…? Von mir, das an sich harmlose Umgangswort „Fuck“ zu streichen und somit dem Einleitungssatz jeden Sinn genommen und ihn dann gleich weggelassen. Noch vor 20 Jahren hätte sie dieses Wort fettgedruckt als eigene Headline benutzt, allein schon, um den Unterschied zur Springerpresse klarzumachen. Heute ist die taz gezähmt, spießig wie jedes andere Käseblatt dieses Landes und vor allem politisch sehr korrekt. Die taz ist aber nicht etwa erwachsen geworden, sondern sie hat sich mit faulen Kompromissen einfach nur angepasst. Es ist pure Heuchelei, denn in einer Medienwelt, die mich völlig ungefragt ca. 500 mal am Tag die scheinbar endlosen Qualitäten von Slipeinlagen, Tampons im Fernsehen berieselt und ohne eine Vielzahl von Toten auch nicht auskommt, ist das amerikanische Fourletterword Fuck, das da aus der Umgangssprache nicht mehr wegzudenken ist, auf einmal nicht mehr tragbar. Der revolutionäre Tiger aus den Achtzigern ist gesprungen und als Bettvorleger gelandet. Man muss sich über eine größtenteils nur verlogene Jugend Genauso wenig wundern, wie über Studenten, die ihre Uni schwänzen und mit ihrer sehr satten Nacktheit deutsche Innenstädte verschandeln, weil sie sich finanziell von der 68er Generation, die es an die Macht geschafft hat, bedroht fühlen. Woher sollen sie auch besser wissen, wenn 1968 immer weiter in die Ferne rückt und sich die Generation ihrer Vorgänger jetzt schon vor dem Kommerz duckt, wie die Kühe bei Gewitter? Wozu sollen deutsche Soldaten eine Freiheit der Meinung am Hindukusch verteidigen, wenn genau diese hier im Ernstfall vorsorglich schon mal freiwillig kastriert wird? Hätte ich das gewollt, hätte ich meine Meinung auch gleich an die „BILD“ schicken können! Der Weg der taz hin zu nur noch bedrucktem Papier wird immer kürzer. Wenn die alten Möchtegernrevuluzzer der taz schon mit dem Arsch an der Wand den Schwanz einziehen, muss ich mich dann nicht über die Früchte einer weitgehend unbrauchbaren jungen Generation wundern!