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Arbeit

Tür

Es ist ja nicht so, dass sich in meiner Wohnung in Sachen Arbeit nun gar nichts mehr tut. Nein, dass Holz meiner Wohnungstür arbeitet, als würde ich es mit Hartz IV bedrohen.
Dann musste mindestens zweimal im Jahr der Hausmeister ran und mir das Teil wieder richten. Das war nicht immer so, denn als ich diese sauteure Neubauwohnung von 1995 als Zweitmieter 1998 bezog, war eigentlich eine ganz gute Tür drin, die sich gar nicht regte, sondern nur geräuschlos auf und zu ging, wie es eine gute Tür bei guter Laune eben so macht.
Ich hatte keine Probleme mit ihr und trotzdem ließ sie bei Bedarf böses Volk und Einbrecher draußen und dafür mich mit allen meinen Haustieren drin. Aber auch dieses Glück fand 2004 ein jähes Ende, als die Verwaltung in ihrem unergründlichen Ratschluss das ganze Haus plötzlich mit neuen Wohnungstüren versorgte, die sicherer sein sollten. Mal völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass die Dicke und Schwere einer Holztür für einen professionellen Einbrecher absolut kein Hindernis darstellt, wenn er wirklich wo rein will, blieb die Verwaltung stur und setzte ihren Kopf durch und mir eine solche schwere Holztür ein. Ganz abgesehen davon, dass ich nun ein Schloss weniger hatte und die neue Tür gerne mal am Boden schliff wie eine päpstliche Schleppe, war diese Neuerung einfach nur unsinnig und Scheiße.
Jedes Mal, wenn es draußen was feuchter wurde, bekam auch das Holz der Tür einen Arbeitseifer, als würde eine Lohnerhöhung winken.
Ich hab auch nichts gegen Hausmeister, denn im Theater hab ich das ja auch mal gemacht, aber übertreiben muss man das ja auch nicht. Nur sah die Tür das anders, zerschrammte mir lautstark das teure Parkett, ackerte fleißig weiter und holte mir so den Hausmeister mindestens zweimal im Jahr.
Nur wie der gute Mann sich mühte und ackerte, so richtig im Thema Holz steckte er dann doch nicht, denn der Erfolg seiner Eingriffe war nur von kurzer Natur und das Holz der Tür lärmte bald aufs Neue bei ihrem Kampf zwischen Holz, Schwerkraft und Parkett.
So machte ich dann meinerseits mal etwas Lärm und nahm den tapferen, aber unfähigen Hausmeister auf Lunge und forderte einen Fachmann, vulgo einen ernsthaften Tischler, der sich in der Materie Holz auch so auskennt, dass meiner Tür der Drang zur Arbeit genommen wird.
Ich kann das Holz der Tür ja verstehen, denn ich würde auch viel lieber arbeiten, als nur Tag und Nacht in meinen Scharnieren zu hängen und nichts machen zu können. Nur kostete mich die Arbeit des Holzes in dieser Tür nicht nur Nerven wegen der Lautstärke, mit der sie mein schweineteures Parkett zerfetzte, sondern letztendlich dann auch genau dieses Parkett. Nach meinem kleinen Ausbruch hatte der Hausmeister sowas, wie ein Einsehen, kramte diverse nötige Zettel raus und rief einen Tischler an. Ich richtete mich geistig auf die, bei Handwerkern früher übliche Terminvergabe von Tagen, Wochen und Monaten ein, aber schon 12 Stunden später stand ein Mann vor meiner quietschenden Tür, der die Werkzeuge einer ganzen Werkstatt mit sich herumschleppte und empfahl sich mir als der georderte Tischler.
Als solcher hielt er sich auch nicht lange auf, sondern hob sofort die befrustrierte, laute und arbeitswütige Tür aus den Angeln und legte draußen um Flur mit viel Getöse los. Nach nur 40 Minuten ohne gesicherten Eingangsbereich konnte ich schon die Früchte des guten deutschen Handwerks genießen und die Tür war wieder drin. Sie schleicht so leise und geräuscharm, als würde Winnetou einkaufen gehen.

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