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Asta la Vista, Tookie*

Der gebürtige Österreicher Arnold Schwarzenegger, seines Zeichens nun Gouverneur (Gouvernator) des amerikanischen Westküstenstaates Kalifornien hatte nun seine erste echte Bewährungsprobe als Staatsmann und hat in, meinen Augen zumindest, jämmerlich versagt.
Weil er amerikanischer als alle Amerikaner sein wollte, lehnte er die Begnadigung von „Tookie“ Williams, der vor 24 Jahren zum Tode verurteilt wurde und bis zuletzt seine Unschuld beteuert hatte, ab und ließ diesen heute Morgen um 0:35 Uhr mit der Giftspritze hinrichten.
Gouverneur Schwarzeneggers eigenartige Begründung war die fehlende Entschuldigung von Williams für die ihm zur Last gelegten Taten. Nur hat der Mann ja bis zuletzt seine Unschuld beteuert und ganz sicher auch daran geglaubt. Bei wem sollte er sich dann also für was entschuldigen?
Sicher war Williams mal ein Bandenchef, aber dafür sollten doch schon die 20 Jahre ausreichen, die er in der Todeszelle verbracht hat.
Der Häftling, der seine Unschuld bezüglich der Mordtaten beteuert, hat sich inzwischen als Kinderbuchautor einen Namen gemacht. Er prangert Gewalt an und ist in den vergangenen Jahren wiederholt für den Friedens- und Literaturnobelpreis vorgeschlagen worden. Er hatte der Gewalt also abgeschworen und die Kinder, die seine Bücher lesen, davor gewarnt, sich Gangs anzuschließen und hat eigentlich alles getan, was ein einsichtiger Gefangener so tun sollte.
Aber für Schwarzenegger ist die Figur des Terminators ja mittlerweile so real geworden, dass er im Präsidentenwahlkampf von 1988 dem demokratischen Kandidaten Michael Dukakis an den Kopf geworfen hat, er wäre einer. Ich weiß nicht, ob das ausschlaggebend war, aber der Republikaner George Bush senior hat dann haushoch die Wahl gewonnen. Also für, in und durch Arnie lebt der Terminator weiter. Schwarzenegger hat auch das Egoproblem, dass er stets und ständig beweisen muss, was für ein echter Amerikaner er doch ist und wie gut er Law and Order Geltung verschaffen kann. Ich kenne das von Ostdeutschen, die vor dem Mauerfall in den Westen geflohen sind. Die haben dann auch immer versucht zu beweisen, was für tolle Westdeutsche sie ganz plötzlich sind.
Genauso geht es Arnold Schwarzenegger auch. Obwohl es nachgewiesen ist, dass die Kriminalitätsrate in Bundesstaaten ohne Todesstrafe wesentlich weniger hoch ist, als in den Staaten, wo es dieses archaische Relikt der Bestrafung noch gibt, nutzte Gouvernator Schwarzenegger diese Chance nur, um zu beweisen, was für ein harter Hund er doch ist. Wie das Alien Ratzinger in Papst Benedikt meldet sich auch Schwarzeneggers alter Ego, der Terminator wohl öfter mal zurück.
Ich bin ja ohnehin ein überzeugter Gegner der Todesstrafe, denn mit Gerechtigkeit hat das nichts mehr zu tun, denn das sieht schon sehr nach sinnloser Rache aus, denn kein Opfer wird dadurch wieder lebendig.
Diese sollte der zugereiste Gouvernator Schwarzenegger aber besser den Filmhelden um Batman überlassen, denn die können das effektiver, unblutiger und cineastischer. Tookie Williams jedenfalls hatte schon in dem Augenblick ganz schlechte Karten, wo die Gerichte seinen Fall der Gnade des zugereisten Gouverneurs überlassen hatten. Denn von dem ist außer einem "Asta la Vista, Tookie" offenbar nichts zu erwarten gewesen.

(*) Neue Überschrift by Malocher

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