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Auf der Balz

6. Tag Warten auf das „Moving“, abschied der Besatzung Disco bei schwerer See und Beobachtungen über das Paarungsverhalten junger Süd und anderer Europäer


Der letzte Tag auf See begann mit einem Versprechen und war dann insgesamt gesehen, doch etwas deprimierend, bis zum Abend, der dann eher heiter wurde.
Über die Schiffsanlage kamen seit dem Morgen das Versprechen und die Warnung vor „Moving“, also sehr schwerer See und schwerem Seegang, die an Bord alles durcheinander werfen und von unten nach oben werfen würde, also es würde heftig „moven“, wie das auf dem Schiff genannt wurde. nur hatte diese Warnung bei uns den absolut gegenteiligen Effekt, denn wir begannen uns über diese angekündigte Einlage von Meeresgott Poseidon zu freuen, auf dessen Deck wir an Bord der MS Coral wir ja schliefen.
Fast 400 Seemeilen sind eine recht lange Zeit und etwas Abwechslung durch heftiges „Moving“ wäre da hochwillkommen gewesen, zumal ja Seegang jeder Art nun mal zu einer Seefahrt gehört. Zumindest sahen Bine, ich und der kleine Max, die, zusammen mit den Großeltern von Max inzwischen auf eine Art Patchwork Family (Flickwerk Familie) machten, das so. die Oma von Max war da eher entsetzt, aber als Oma auf hoher See wäre ich das sicher auch.
Mich hat an dem Ganzen nur die Einschränkung gestört, dass das Tragen von Stöckelschuhen an Bord für den Tag verboten wurde, denn an und für sich wollte ich eigentlich mein Ballkleid tragen und dazu passen meine normalen klobigen Schuhe ganz einfach nicht. Nur vergingen einer der angekündigten Termine nach dem anderen und die Wellen wollten einfach nicht sehr viel höher werden, als sie ohnehin schon waren, denn wir hatten schon etwas Seegang, aber eben keinen schweren. Das Laufen war auch jetzt schon ein Kampf mit dem Element geworden und selbst gesunde Leute bewegten sich, schwankend wie angesoffene Paviane, die überall ihren Halt finden mussten und ich schlurfte wie ein betrunkenes, lahmes Mammut am Stock durch das Schiff und beobachtete die Menschen. So war ich z.B. sehr verwundert darüber, warum man Frankreich als maßgebliches Zentrum der Mode Europas betrachtete, denn die französischen Touristinnen liefen samt und sonders wie in Lumpen gewandet durch das Schiff.
Sie trugen eine Kleidung, die selbst bei ihren dicken Kindern Körperteile betonten, die man besser gar nicht gesehen hätte und die selbst meine Mutter nicht einmal in der Küche anziehen würde. Überhaupt hatte diese Frau mit ihren 68 mehr Pariser Chick in ihrem letzten Jogginganzug, als alle Franzosenfrauen in ihren Seidenfähnchen zusammen. Auch das Make Up, welches sie sich gleich zu mehreren Zentnern in die Gesichter gepappt hatten, konnte nicht verbergen, wie verhärmt, verbraucht und irgendwie verzweifelt fast alle Französinnen doch aussahen. Man erkannte das besonders daran, dass auch Bine Make Up benutzte, aber wenn sie einen Raum dort oder sonst wo betrat, war es so, als würde die warme Sonne des Mittelmeers im kalten Sibirien aufgehen und die Männer aller Nationen und in fast jedem Alter reagierten entsprechend mit einer großen Ladung Testosteron und mühten sich um sie, als wäre sie eine zufällig anwesende Prinzessin.
Sie rissen Türen auf und schoben Stühle in der Gegend rum, damit sie auch ja bequem von A nach B kommen könne. Besonders auffällig war das dann abends in der Disco zu bemerken, wo die französischen Männer, die in Begleitung waren, ihre Frauen am Liebsten vom Stuhl geworfen hätten, nur damit Bine da sitzen könne. Der Tag verging, die große Welle weigerte sich zu kommen und wir gaben uns das, diesmal wirklich gut gemachte, Abschiedsprogramm der Besatzung. Danach lud mich Bine in die Disco auf dem 9. Deck und ich gewann einige tief greifende Erkenntnisse darüber, warum es in den Generationen nach mir mit dem Knüpfen von Beziehungen so schlecht läuft. Ich selbst war ja nun vor über 25 Jahren in einer Disco gewesen und nach Bines Aufklärung von mir Unwissendem hat sich nun einiges getan, was allerdings dem Kennen lernen von Mann und Frau eher schadet als dient.
Denn da, wo ich noch in Frage kommende Tanz und Geschlechtspartnerinnen noch höflich, aber sehr bestimmt zum gemeinsamen Erlebnis auf die Tanzfläche gezerrt habe und der Abend auch so richtig schön und in jeder Hinsicht befriedigend wurde, macht der Mann von heute sich grundsätzlich erstmal alleine zum Affen in der Hoffnung, dass würde eine Frau dazu bringen, sich dazu zu gesellen und mitzumachen.
Nur das ist allerdings absoluter Unfug, denn ein Mann, der alleine auf einer Tanzfläche wild zuckt und zappelt, der stößt jede normale Frau erstmal nur ab, denn es sieht einfach nur albern aus, wie mir Bine als zuständige Frau bestätigte. Das konnte ja nicht gut gehen und so lernt auch kein Mann eine Frau kennen, die mit ihm danach das Bett teilt, wie ich es kannte.

Nur auf das Kennen lernen, das Bett und die Liebe liefen diese ganzen körperlichen Bemühungen auf der Tanzfläche eigentlich hinaus. Zu unserer, also der Zeit von Bine und mir, war diese Nummer sogar ziemlich erfolgreich, denn wer einen Partner gesucht hatte, der holte ihn sich auf die Tanzfläche und alles andere ergab sich dann daraus. Nur längere Beziehungen, die über den Spaß im Bett hinausgingen, scheiterte es bei mir. Sicher auch deswegen, weil ich daran in meiner eigenen Jugend nie interessiert war, denn mir war kurzfristiger Spaß solange ich noch jung war, einfach wichtiger. Mit Ehe und dergleichen hatte ich damals nichts am Hut, noch war oder bin ich dazu tauglich, denn mir fehlte und fehlt noch immer für solche Späße einfach die nötige Geduld, denn die Ehe ist ein gelebter Kompromiss und andauerndes Verzichten habe ich nie gelernt, noch könnte ich so leben. Aber zurück zum Schiff, das übrigens dann doch ziemlich schwankte. Nicht unbedingt die versprochene Seestärke fünf, aber genug, um sich überall festhalten zu müssen, wenn man nicht gerade gut saß. So befanden sich die einsamen Tänzer auf der Tanzfläche dann in doppelter Gefahr. Sie machten sich entweder zu völligen Idioten oder konnten ganz einfach umfallen und auf dem Boden wie Käfer zappeln.
Daher blieb nur das Gespräch in dieser Disco, oder besser, das gezielte Geschrei, denn anständig reden war bei der Lautstärke eine völlige Illusion. Auf die Idee des Gespräches die beiden Franzosen, die Bine seit mehreren Tagen anhimmelten und ansabberten.
Die Beiden waren 25 und 30, für Bine also viel zu jung und nur einer machte sich die Mühe, es bei ihr auf Englisch zu versuchen. Der andere brabbelte, bis auf ein paar deutsche Schlagworte, wie Fußball und Kaiser, die er wo aufgeschnappt hatte, stur sein Französisch, und glaubte damit bei den anwesenden Frauen Europas und Nordafrikas zu punkten.
Für Bine, die ja eines seiner Primärziele dafür war, Grund genug, ihn in allen ihr bekannten Sprachen zu verscheißern, wobei die Körpersprache nicht ihre Letzte war, aber obwohl er ein Franzose mit algerischem Hintergrund war und damit ziemlich heißblütig, reagierte er gelassen drehte sich zum nächsten Tisch und kaute der nächsten greifbaren Frau mit seinem, ausschliesslich französischem, Gewäsch ein Ohr ab und rannte so gleich gegen die nächste Wand.
Irgendwie muss das Lächeln von Bine als generelle Einladung missverstanden worden sein, denn schon kam der nächste, ca 11-jährige Franzose(!) und baggerte sie heftig an. Es war so, als ob in dieser Disco reines Testosteron anstatt Coca Cola ausgeschenkt wurde, aber offenbar ist das im Süden so.
Dann wurde die Schaukelei des Schiffes doch etwas zu wild, selbst Bine das ständige Angraben zu bunt und wir mussten am nächsten Tag sehr früh raus, denn wir mussten noch unsere Sachen und Koffer packen, die nachts um 0 Uhr auf den Gang gestellt werden müssten, damit sie früh genug umgepackt werden konnten, aber dazu auf der nächsten Seite für den nächsten und letzten Tag mehr.