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Auferstehung

Sie war wesentlich unspektakulärer, als in jeder Bibel angekündigt. Jesus hatte einfach keinen Bock mehr aufs Paradies und es quälte ihn göttliche und tödliche Langeweile. Sein Vater, der „Herr“ hatte ihm von der Erde nur erzählt, aber ihn nie selbst einen Blick riskieren lassen. er wusste also nichts und die Toten, die im Paradies ankamen, wussten nicht viel von richtigem Leben und waren ansonsten auch einfach nur öde Gestalten, die nichts von wahren Leben auf der Erde wussten. Das war Jesus auch irgendwie klar, denn alle interessanten Toten landeten für gewöhnlich auch beim ehemaligen Erzengel Satan, der ja bei seinem Vater, dem „Herrn“ in Ungnade gefallen war und prompt ein florierendes Konkurrenzunternehmen, die Hölle, eröffnet hatte. Jesus beneidete Satan, denn der hatte sogar unterhaltsameres Personal, als dies langweiligen Erz und andere Engel. Einen kannte er sogar persönlich, Azrael, einen Dämonen, der öfter im Paradies vorbeischaute, um seiner Schadenfreude über das langweilige Volk dort Ausdruck zu verleihen. Azrael erzählte ihm die tollsten Sachen von Hölle und Erde und das machte Jesus neugierig und neidisch. Da sein Vater ja sowieso seine Auferstehung geplant hatte, dachte Jesus, warum nicht jetzt und suchte einen Platz dafür.
Nichts lag da näher als der Platz seiner Himmelfahrt und Jesus machte sich auf nach Jerusalem. Er wusste, das sein Vater mit seiner Auferstehung eigentlich auch die Auferstehung aller Verstorbenen aus dem Paradies verbinden wollte, aber allein der Gedanke, mit diesen Langweilern wieder zusammen zu sein, ließ ihn schaudern. Auch seine einstigen Gefährten, die sich nach seinem Tod „die Apostel“ nannten, bereitete ihm Unbehagen. Er konnte diese 12 Schleimer nicht leiden, von denen ihm ja Judas die unschöne Zeit am Kreuz beschert hatte und Petrus ihn verleugnete. Er hatte zu Petrus mal im Scherz gesagt, er möge nach ihm, Jesus, eine Kirche errichten, aber von Azrael, dem Dämon hatte er erfahren, wie Bierernst Petrus seinen Scherz genommen hatte und welche verlogene, steinreiche Weltmacht der da aufgebaut hatte.
Azrael sollte es wissen, denn die meisten Führer dieser Kirche brutzelten bei dessen Chef Satan in der Hölle. So beschloss Jesus nur Azrael mit auf die Erde zu nehmen und die Speichellecker zu lassen, wo sie sind. Er machte sich ohne den Segen des Vaters mit Azrael auf nach Golgatha, die Stätte, wo er am Kreuz hängen musste und unweit davon begraben wurde, nur um wieder aufzuerstehen. Diese Logik seines Vaters, dem „Herrn“, konnte er immer noch nicht nachvollziehen. Er wäre viel lieber am Leben geblieben, aber nungut, der Vater hatte damals seine Pläne. Er erkannte die Stätte seines Todes erstmal nicht mehr wieder, aber was für ihn im Himmel ein Augenblick war, waren auf der Erde über 2000 Jahre. Was er aber sah, ließ ihn zornig werden. Die Händler, die er selbst aus den Tempeln gejagt hatte, standen nun an seinem eigenen Grab und boten Devotionalien von ihm und seinem Tode feil. Es waren natürlich andere Händler, 20 Generationen später, aber ihre Habgier war die Gleiche. Sie wieder zu vertreiben, dazu hatte Jesus keine Lust. Sollen die Menschen endlich selbst lernen, dachte er und Azrael, der das mit Freude beobachtete, gab ihm Recht. Der war bei soviel Kaufleuten und Händlern sowieso in seinem Element und fühlte sich fast Zuhause in der Hölle. Jesus sah auch, dass die Soldaten und Wachen keine Römer mehr waren, sondern einheimische Juden, die überaus seltsam und schwer bewaffnet waren. Bald wurde Jesus klar, warum die Soldaten überhaupt da waren. Er sah in einem Haus gegenüber eine Art Laden, über dem in großen hebräischen Buchstaben das Wort Café geschrieben war.
Ihm sagte das nichts und er sah nur noch einen ausländisch gekleideten Menschen hineingehen, als Azrael ihn zu Boden riss. Kurz danach hörte er einlautes Grollen, wie bei seines Vaters Unwettern. Nur war der Himmel klar und es gab kein Wölkchen, aber das Haus von eben war plötzlich weg und er sah tote und verletzte Menschen. Die Soldaten rannten plötzlich herum und riefen das Wort Attentat. Jesus war das Wort unbekannt und er fragte Azrael. Der erklärte ihm, dass dies eine heimtückische Art der Menschen sei, sich gegenseitig zu dezimieren und er kenne tausende Attentäter aus der Hölle. Jesus seufzte, offenbar hatten die Menschen die letzten 2000 Jahre nicht genutzt und nichts gelernt. Seine Bergpredigt war wohl auf taube Ohren gestoßen, die Menschen brachten einander immer noch um und der ehemalige Erzengel Satan hatte aufs richtige Pferd gesetzt mit seiner Hölle. Nur Azrael sah Jesus an und feixte.
Er hatte gewusst, dass Ähnliches passiert und die Menschheit einfach unwürdig war. Jesus zumindest hatte die Nase voll, dankte Azrael und beschloss, sich mindestens noch einmal 2000 Erdenjahre im Himmel zu langweilen. Der eine Tag auf Erden war ihm Unterhaltung genug. Azrael griente, lief los und nahm in der Hölle den Attentäter in Empfang, so wie viele andere vor dem. Jesus zog auch geknickt los und sah auch eine neue Ladung im Himmel. Des Attentäters Opfer, auch ziemlich langweilige Kreaturen. Aber nunmal ziemlich unschuldig getötet und damit war ihnen ein Platz im Himmel garantiert. Jesus verstand die Gesetze seines Vaters nicht. sie waren für ihn unlogisch und machten ihm auch keine Freude. Azrael hatte ihm noch gesteckt, das der Attentäter eigentlich auch nur seinen Vater anbetete, allerdings unter einem anderen Namen.
Das war Jesus dann zuviel und er beschloss, allen Fundamentalisten das Leben schwer zu machen. Im Himmel würde er das irgendwie übernehmen und für die Erde hätte Azrael sicher so seine höllischen Ideen.


*Gewidmet allen "christlichen" und ähnlich bescheuerten Fundamentalisten!*