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Aus Blut erschaffen

Nachdem ich Gangs of New York zwar schon im Kino gesehen und für schlecht befunden hatte, habe ich mir in einem Anfall von SM die DVD besorgt, um mir auch das Werk noch mal in Ruhe anzusehen. Zuhause wurde der Film zwar nicht besser, aber er war eine aufschlussreiche Lehre in Dolby Sourround in Sachen amerikanischer Gechichte und Politik.
Das, was Präsident Bush da heute so in der Welt treibt, hat seine historischen Wurzeln noch kurz vor dem amerikanischen Bürgerkrieg. Es hat nicht ausgereicht, die Ureinwohner Amerikas, die Indianer, abzuschlachten, nein, auch jeder andere Konflikt wurde mit irgendeiner Waffe ausgetragen.
Sei es nun mit Messern an den Five Points in New York, oder gar Kanonenboote gegen ein revoltierendes Volk. Martin Scorsese, der Regisseur, hat immerhin 30 Jahre recherchiert für diesen Film, um dann auch keine Feinheit auszulassen.
Der Film ist und bleibt nach wie vor eine Orgie von Blut und Gewalt, aber das war und ist Amerika eben auch. Rätselhaft bleibt nur, warum diese „Neue Welt“ als die gepriesene und bessere Welt immer noch als "Vorbild" dient. Ich war dort und die USA sind sicher ein schönes Land, aber mit einer solch blutigen Vergangenheit und nicht weniger blutigen Gegenwart ist doch jede Vorbildfunktion zum Teufel. Dass amerikanische Kriegsschiffe nicht mehr in New York aufs eigene Volk rumballern, sondern irgendwo in Nordafrika, macht die Sache an sich, ja auch nicht wirklich sympathischer.
Dieser Film ist zwar zur blanken Unterhaltung eher weniger tauglich, aber dank Scorseses mehr als ausführlichen Recherchen ist er ein Dokument, das nichts entschuldigt, aber vieles erklärt. Der aktuelle Präsident hat daher die diplomatischen Fähigkeiten eines Orang Utan, weil er es von seinen Vorfahren eben nicht besser kennt und von den fähigen Präsidenten, von denen es in den USA sowieso zu wenig gab, nicht lernen wollte. Kennedy fiel da aus der Rolle und sofort einem Attentat zum Opfer. In einem Land, wo das Tragen und Benutzen von Waffen genauso normal ist, wie in Europa das eines Taschentuchs, haben nunmal die das Sagen, die solche Waffen herstellen und eine Lobby haben. Amerika ist nunmal aus Blut erschaffen.
Es wird auch einfach so sein, das die Hardliner unter den Präsidenten, wie Reagan und die Familie Bush jetzt leider Maßstäbe für den Umgang mit Gewalt gesetzt haben und von den USA nicht viel Friedliches mehr zu erwarten ist. Ich für meinen Teil hab die Geschichtsstunde beendet, Gangs of New York weit weggepackt habe und da nun Beruhigenderweise Pink Floyd läuft. Schön, was gute Musik alles zu verdrängen vermag!