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Ausbruch aus dem Hotel Mama

Es ist ja heute durchaus üblich, dass junge Menschen nicht mit 18 das Nest verlassen, so wie ich es kenne und selbst auch vor 90 Jahren getan habe, sondern das man bei den Eltern wohnen bleibt, bis man 39 oder noch älter ist. Mir sind einige bekannt, die Mitte 20 und noch älter sind und es sich dennoch bei Mutti auf dem Dorf bequem machen, weil es da eben billiger ist. Sicher ein Argument, wenn auch kein sehr überzeugendes, was die Selbständigkeit junger Männer angeht, die ja Morgen das Land regieren wollen.
Dann gibt es einige wenige junge Leute, die mit 18 ganz einfach die Schnauze voll haben, von den Eltern bevormundet und beaufsichtig zu werden. Zu den Letzteren gehört mein junger Freund Julian, den ich nun auch schon einige Jahre kenne. Der hat nun, quasi über Nacht, den Sprung ins ganz kalte Wasser gewagt und ist mit seinen 18 von seinen Eltern in Köln direkt nach Berlin gezogen, weil es ihm egal war, wo in Deutschland er als junger Mensch von heute er nun keine Chancen hat. Nur will er es sich, seinen Eltern und der Welt beweisen.
Er hat schon gearbeitet, seit er 14 war und ich habe keine Zweifel, dass er auch in Berlin Arbeit finden wird, denn er hat seine Selbstständigkeit, seinen Fleiß ja schon bewiesen und ist sich für keine niedere Arbeit zu schade. In einem Land, in dem Banken und Industrie trotz maximaler Gewinne tausende von Menschen entlassen, jede nur denkbare Arbeit in Billiglohnländer delegiert und somit auch keine neuen Arbeitskräfte einstellen, ist diese Art zu arbeiten für Menschen, die nicht studieren, auf Dauer wohl noch die einzig Mögliche. Es ist ja nicht so, dass Julian das nicht will, aber im Moment möchte er sich sein Leben selbst finanzieren können und das durch jeder anständige Arbeit, die er bekommen kann, denn er kann und er will ja arbeiten, dass hat er ja schon bewiesen. Julian gehört zu den bewundernswürdigen jungen Menschen von heute, die ihr Leben so früh wie möglich selbst in die Hand nehmen und nicht bis fast 30 auf dem Dorf, der Klein oder Vorstadt leben bleiben und von dort aus reaktionäre Parolen in die Politikforen des Internets erbrechen.
Er zieht es vor, seine Jugend mit realem Leben auszufüllen und wenn er mal 30 ist, kann er von einem selbst erlebten Leben und selbst gemachten Erfahrungen auch glaubwürdig berichten.
Julian ist sicher nicht der erste meiner jungen Freunde, der sich in die Welt wagt, aber ganz sicher der erste, der es alleine, fast ohne Sicherheiten und so weit weg vom Ort seiner Kindheit versucht.
Auch Markus wechselte Stadt und Bundesland, aber er tat es nicht alleine, sondern zog zu seiner Freundin in eine trügerische Sicherheit und hat inzwischen auch die erste eigene Wohnung und Arbeit in Aschaffenburg,
Michi ist mit seiner Freundin zusammengezogen, ChrisFargo hat mit 21 eine eigene Wohnung und Robin kam auch von Frankfurt/Oder nach Berlin, um hier zu studieren. Auch Julian wird mich jetzt öfter besuchen kommen. sei es nur, um meinen Computer im Wohnzimmer zu nutzen und damit teures Geld für das Internetcafé zu sparen oder auch um mit mir konservierten Jungs zu verspeisen, die ich noch aus meinen alten eigenen Beständen und mir auch 1992 von Jeffrey Dahmer habe schicken lassen.
Gestern hat er sich schon einige wichtige Behörden und Anlaufstellen, die er so braucht, aus dem Internet bei mir herausgesucht.
Auf jeden Fall gehört mein Respekt solchen sympathischen jungen Menschen, die mit ihrem eigenen Leben beweisen, wie unabhängig sie doch sind und die nicht mit bald 30 noch auf dem Dorf bei Mutti hocken, ihr noch mit 90 auf der Tasche hängen werden und nur im Internet ganz groß sind.


Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!