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Ausverkauf

Heute hat sich nun endgültig meine Solarbetriebene Junghans verabschiedet, die ich seit 1997 fast ununterbrochen am Arm trug und die mit mir vier Fünftel der Welt gesehen hatte. Das Teil kam damals im Kaufhof lächerliche 30 DM. Meine Ersatzarmbanduhren hatten größtenteils auch schon über 30 Jahre auf dem Zahnrad, eine sogar über 60, da sie mein Großvater schon mit sich herumschleppte, als er noch Fronttheater an der Ostfront machte. Eine Neue musste her, Es gab ja den Kaufhof mit den guten und billigen Uhren. Im Angesicht dieses Wissens ging ich da dann wieder zum Kaufhof um wieder eine solche Uhr dort zu erstehen. Nun hat uns Deutsche aber mittlerweile der Euro heimgesucht und das Ergebnis dieser unsinnigen Währungsreform konnte ich speziell am Uhrenverkaufsstand bestaunen. Nicht nur, das es eine Solarbetriebene und wasserdichte Junghans in der Preisklasse um die 15 Euro nicht gab, es gab in dieser Preisklasse überhaupt keine Junghans, die irgendwie praktisch war. Ich entschied mich dann für ein Stück leichtes Plastik mit Zeigern für 24,90 Euro welches zumindest wasserdicht war. Die billigste Junghans wurde übrigens für satte 110 Euro feilgeboten und das entspricht einer Preissteigerung um 350%! Danke, Herr Kohl für den genialen Aufhänger für die Wirtschaft, ihre Preise mehr als zu verdreifachen! Von den Uhrenpreisen geschockt trödelte ich zwei Stände weitern zu den Büchern. Was ich da zu sehen bekam, verschlug mir erstmal die Sprache und ließ dann meine Geldbörse jucken. Gesammelte Werke der Deutschen Weltliteratur für 2,50 Euro das Buch. Also gesammelte Werke von Goethe, Schiller und Heine für lächerliche 2,50 Euro! Goethe und Schiller hatte ich eigentlich schon Zuhause, aber bei 2,50 konnte ich nicht anders und musste kaufen. Heine fehlte mir genauso, wie Edgar Allan Poe und mein Wilhelm Busch hat nun schon 50 Jahre auf dem Buchrücken. Ich kaufte also Weltliteraten ein. Ich erkundigte mich interessiert bei den desinteressierten Verkäuferinnen dann auch, warum solches Buchgut denn so billig war. Wie ich befürchtet hatte, war es keine besondere pädagogische Aktion des Kaufhof, um den lesefaul gewordenen Deutschen das Werk deutscher Dichterfürsten wieder schmackhaft zu machen, sondern es war nur eine kommerziell motivierte Lagerräumung. Meine Anfrage, ob denn die Lager nicht eventuell auch mal mit guten Armbanduhren überquellen, wurde sofort und sehr kategorisch verneint. Schade auf der einen Seite, aber gut auf der anderen, da ich jetzt stolzer Besitzer der gesammelten Werke einiger Dichterfürsten bin und obendrein noch eine neue Uhr habe! Goethe und Schiller habe ich schon Vieles durch und da warten jetzt nur noch Busch, Poe, und Heinrich Heine. Jetzt kann der Winter wieder länger werden, ich hab was zum lesen! ;-)