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Bad Boys

Heute saßen bei Vera zur Abwechslung ein paar hochinteressante Leute. Keine jammernden Beziehungskisten, sondern echt harte Männer, wie sie das deutsche Kino und Fernsehen ja tatsächlich auch hervorgebracht hat. keine geschminkten Schönlinge, die Aalglatt vor sich hin schauspielern, sondern Leute, deren Gesicht schon von einer heftig durchlebten Vita zeugt. Alle jenseits der 40 und alle hatten ihren Karrierehöhepunkt oder Start im Film „Das Boot“ Anfang der Achtziger. Martin Semmelrogge, Ralf Richter und Clode Oliver Rudolph saßen nicht einfach nur da und Frühstückten, nein, jeder von ihnen verkörperte recht Munter 20 Jahre Film und Fernsehgeschichte. Als sie damals „das Boot“ von Wolfgang Petersen in den Bavaria Studios in München drehten, waren alle im Durchschnitt so alt wie ich. Nur gab es bei mir in der DDR nur die DEFA, die als eine der UFA-Nachfolgerinnen nur sehr heftig um die Mystifizierung der Roten Armee bemüht war und damit den Unterhaltungswert von 95% ihrer Filme deutlich gegen Null schraubten. Die richtig guten Schauspieler waren Anfang der Achtziger sowieso schon alle geflohen und ich war dankbar, das ich mangels Kinobesuch im Westen „das Boot“ in der ARD, aber leider Häppchenweise zu sehen bekam. Immer noch besser als im „Tal der Ahnungslosen“ rund um Dresden zu der Zeit gar kein Westfernsehempfang möglich war. Daher rekrutierte die SED ihre willigsten Kader und späteren Bonzen auch immer aus dem Raum Dresden, wo das abgrundtief böse Westfernsehen maximal durch Sudeledes „Schwarzen Kanal“ bekannt war bis 1990 die ersten Sender auch dahin reichten und die SED samt DDR Geschichte. Zurück zu den Boys. Aus den Rüpeln von damals sind mittlerweile stattliche Familienväter geworden, die sich auch ihrer vergangenen Fehltritte beim Umgang mit Alkohol und anderen nahrhaften Drogen nicht schämten. Jeder von ihnen war auch schon wegen eines Kavaliersdelikts im Bau und das wiederum kann ich nachvollziehen. Immerhin etwas, was wir gemeinsam haben. Allerdings auch nur das. Aus den bösen Jungen von damals sind mittlerweile herzensgute und fürsorgliche Väter von 20jährigen Söhnen und Töchtern. sie alberten und flachsten da rum, als würden sie nie etwas anderes machen und ich war angenehm überrascht. Dieses war eine Talkshow im eigentlichen Sinn des Wortes, denn alles andere empfinde ich nur als Hirnfreies Gelaber. Diese Stunde, die den Begriff Unterhaltung diesmal tatsächlich verdient hatte, ging natürlich viel zu schnell vorbei und machte mir mehrere Sachen klar. Nicht nur ich Rüpel bin älter geworden, sondern auch der Nachwuchs an guten Schauspielern ist genauso dürftig, wie der Nachwuchs an Fußballern!