About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Bad Santa

Wenn man sich gerade mühselig in Weihnachtsstimmung versetzt hat oder durch böse, äußere Einflüsse dahin versetzt wurde, ist dieser Film, produziert von den Coen Brüdern bestens dazu geeignet, einen da wieder rauszuholen. Billy Bob Thornton spielt einen schlechtgelaunten, von allem genervten, versoffenen und notgeilen Weihnachtsmann, der nach getanem Werk als Santa im Einkaufszentrum mit seinem kleinwüchsigem Kollegen, der den Weihnachtself gibt, auch gerne schon mal in der Shopping Mall, in der er arbeitet einbrechen geht. Einen Bad Santa eben. Die Beiden klauen soviel, dass es das Jahr über bis zu den nächsten Weihnachten reicht und dann geht das Ganze von vorne los. Die amerikanische Standard Shopping Mall mit ekelhaftem zuckrigem und klebrigem Weihnachtsschmuck, wo unser Santa auch gerne mal im Suff randaliert und die Ansammlung dummer, übergewichtiger amerikanischer Gören, dass kann einem Weihnachten dann so richtig austreiben. Dazu sei jetzt noch mein junger Freund ChrisFargo zitiert, der zu dem Film eine ähnliche Meinung hat, wie ich:

Zitat:
ChrisFargo

Thornton als der beste Anti-Held seit Dude Lebowski. Er spielt das versoffene Arschloch in einer absolut glaubhaften Art und Weise. Höchste Schauspielkunst - oder doch nicht ? Man könnte meinen er sei auch privat genau der gleiche. Highlight sind die (vielen) Szenen, wenn er besoffen als Weihnachtsmann im Kaufhaus sitzt und Kinder auf den Schoß hat. Mit depressiven, teilnahmslosen Blick spult er seine Rolle ab - Mit der bekannten Dr.Evil-Synchrostimme. Ein Zigaretten-und Alkohol-Versteck unter einem Papp-Geschenk-Karton. Und immer mit trockenenen Kommentaren > "Was wünscht du dir?" - "Ein Fahrrad" - "Na das ist ja mal was ganz neues.. Nächster!" - Auf die Frage, warum der Bart nicht echt sei, entgegnete er genervt, dass er eine dämliche Krankheit hätte und ihm die Haare ausgefallen sind. .. Und so spielt sich das in den meisten Szenen ab. Coole, prollige, niveaulose , aber vor allen lustige Sprüche und Beleidigungen. Mal gegen Kinder, mal gegen den Zwergen-Freund, mal gegen das dicke "behinderte" Kind. Er rotzt jeden voll - Säuft, kotzt und fickt sich durch die Gegend. Selbsthass als Kunstform. Mein Highlight mit Thornton ist ja die Szene als er mal wieder vollkommen blau zu seiner Arbeit erschien. Auf der Rolltreppe liegend, ne kaputte Flasche in der Hand. Er schubst ein Kind zur Seite und zerkloppt die süße Weihnachtseinrichtung. Vor den Augen von zig Kindern und Eltern. Yeah.
"Tja, in die eine Hand kommen die Wünsche, in die anderen die Scheiße - Mal sehen welche schneller voll wird"
Der Film hat bei allem Zynismus aber auch warmherzige und traurige Momente. Sie fügen sich nahtlos in die Geschichte ein und wirken bei weiten nicht unpassend. Sie erheben "Bad Santa" zeitweilig sogar zu einer Tragikkomödie - Aber halt nur nie richtig lange. Zeigt Thornton mal kurzeitig Gefühl, bzw. Resignation, schüttelt er sie in der nächsten Minute schon wieder ab, indem er einen bösen Skaterjungen verkloppt oder Mutter und Kind anbrüllt.


Treffender kann man das Wesen dieses Films nicht erklären, glaube ich.
Der Film hat ein sehr merkwürdiges Ende. Es ist nicht Happy, aber man kann über die Amis und ihre kaputte Art zu feiern lachen und dabei Weihnachten ein wenig vergessen.

Für die übliche Wut und andere Ausbrüche, anonyme Beschimpfung oder auch nur Kommentare durch Leute, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, bitte hier klicken!