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Barcelona

4. Tag die (Beinahe)Entdeckung einer warmen Stadt

Nach einer anstrengenden, sechsstündigen Tauchfahrt im Schleichgang durch den Gotthart-Tunnel, um den Wasserbomben und Torpedos der Einmannkreuzer der libanesischen Hisbollah zu entgehen, legte die MS Coral wohlbehalten und in einem Stück morgens um 9 Uhr endlich in Barcelona an.
Barcelona ist ein verträumtes Städtchen, das 1939 von den beiden schwulen Cowboys Artemis Barc und Clothildus Elona aus dem Film „Brokeback Mountain“ bei ihrer Suche nach Gold freihändig in den Schnee der spanischen Prärie gepinkelt worden war und das sich geweigert hatte, beim Auftauen wieder zu verschwinden.
Da sich die Beiden nicht auf einen Namen für das verbliebene Ding einigen konnten, kam es sogar zu einem Krieg mit Deutschland deswegen, weil Deutschland gerade den Erfinder des nikotinfreien Tauchsieders für Linkshänder und der geschmacksneutralen Buchstabensuppe für Analphabeten und andere kulinarische Masochisten, General Heinz Karl Fürchtegott Franco als Statthalter in Spanien durchgeprügelt hatten, damit der die Demokratie der schwulen spanischen Cowboys noch etwas aufmischen konnte.
Als dann Deutschland 1945 den Krieg recht endgültig verloren hatte, entschieden die Generäle der alliierten Besatzer Spaniens, die berittene albanische Gebirgsmarine und die USA, dass die kleine Hafenstadt am Mittelmeer nun nach beiden Entdeckern benannt werden sollte, Barcelona. Soviel zum belebten geschichtlichen Hintergrund dieser kleinen, sonst eher unwichtigen Stadt.
Bis auf die neue, recht schöne und schwul wirkenden Oper gibt Barcelona optisch nicht sehr viel her, sondern es erinnert eher an Wanne Eikel oder Cottbus nach einem Anfall von Essbrechsucht, nur eben auf spanisch und warm.
Als ich das Schiff verlassen wollte, war wieder der notorisch aufdringliche Bordfotograf zur Stelle, der pausenlos Bilder von mir machte, um sie dann bei Ebay als wirksames Mittel gegen Fliegen verhökern zu können, denn einen anderen Sinn sah ich in seinem Treiben nicht.
Da mir auch noch meine Füße vom Zuhören der „Siebziger Jahre Show“ am Vortag schmerzten, war ich schon bedient und ging nach einem recht kurzen Hafenrundgang auf das Schiff zurück, um Kräfte für den fast 700 Kilometer langen Weg zurück nach Genua zu sammeln. Außerdem entspricht die neuste Erfindung der Firma Dixie, ein Reiseklo für die Westentasche zum aufblasen, dann doch nicht ganz meinem sanitären Geschmack und da waren mir sogar die unpraktische Toiletten an Bord lieber, wenn sich die Verdauung melden würde. Bine war natürlich begeistert von der Stadt und wollte uns dann in den Hafenkneipen durch Strip und Table Dancing noch etwas Taschengeld für kalte Getränke hinzuverdienen, aber dieses Vorhaben scheiterte ganz einfach daran, dass es zuwenig hetero orientiertes Publikum in diesen Kneipen gab, das für eine solche Darbietung auch Geld gezahlt hätte. So musste sie sogar noch 10 Euro für den Tisch bezahlen.
Also kam auch sie etwas geknickt zurück an Bord, wo es auch schon Mittag gab und sehr viel Wind und Aufregung über einen Vorgang mit dem Schiff, den man groß als „Moving“ bezeichnete. Das heißt nichts anderes, als das das Schiff aus irgendwelchen absonderlichen Gründen, die alle nautischer Natur waren, über den Grund des Hafens hin und hergezerrt wurde.
Dazu wurden, wie bei der nächtlichen Tauchfahrt alle Luken der unteren Decks geschlossen und Passagiere wie Mannschaft mussten sofort etwas flacher atmen. Zur Beruhigung der Alten, der Kinder und von mir, wurden uns gleich literweise Sedativa injiziert.
Die Wirkung bei mir ließ allerdings auf sich warten, weil sich das Sedativum mit den acht Kilo Kokain nicht vertrug, die mir Bine aus Tanger mitgebracht und ich bei der Tauchfahrt danach, fast in einem Zug eingeatmet hatte. Bei diesem Vorgang wurde das Hafenbecken aufgewühlt und man machte einen seltsamen Fund, denn man fand die Leiche eines großen weißen Wales, Moby Dick, an dem noch das Skelett des Kapitän Ahab verweste. Für mich pures Glück, denn man hatte mich bisher immer für den Mord an Ahab verantwortlich gemacht und mir zentnerweise Harpunen in den Leib gerammt.