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Behandlungen

Ein jeder, der schon mal einen Arzt und/oder einen Therapeuten konsultiert hat und das haben die Meisten, weiß um die Unterschiede der einzelnen Praktiken bei der Behandlung.
Ich bin nun seit meinem 15ten Lebensjahr ziemlich Zwangsweise mit diversen Behandlungen in Berührung gekommen. Als mich dann 2000 der Schlag getroffen hat, wurde diese Berührung wahrhaftig extrem. Ich wachte in einer Klink auf, die sich recht mutig REHA Klinik nannte, also eine Klinik zur geistigen und körperlichen Rehabilitation. Geistig trieb mich mein enormer Wille an, irgendwann wieder arbeiten zu können.
Nur die Praktiken bei der körperlichen Rehabilitation ließen etwas zu Wünschen übrig und mein linker Arm, die Hand inbegriffen, ist nach drei Jahren noch nicht intakt und wird es auch nie wieder werden. So lautete schon damals die Mut machende Aussage einer Oberärztin(!) mit solcherlei Wissen gewappnet, machte ich mich daran, wenigstens etwas Laufen wieder zu erlernen. Auch da gleicht mein Gang auch Heute noch der Grazie eines Quasimodo, aber ich laufe allein. alles eine Frage der Behandlung.
Ich wurde nach satten acht Monaten in diesem Viehhof nach Hause entlassen und hatte seit dem fast 400 Behandlungen. Diese hatte ich in zwei gänzlich verschiedenen physiotherapheutischen Praxen. In der ersten brachte man mir tapfer die Grundlagen des Laufens ohne Hilfsmittel bei, war aber ansonsten ziemlich unfreundlich.
Ich erinnerte mich dann an eine Praxis in meiner Gegend, die ich mal unnötigerweise aufsuchte, als ich noch halbwegs gesund war und wo der Umgang miteinander ein ziemlich Herzlicher war. Er ist es immer noch, denn ich bin da jetzt auch schon zwei Jahre. Während die erste Praxis den anheimelnden Charme einer Notaufnahme hatte, habe ich bei der Zweiten und Jetzigen Praxis immer den Eindruck ich betrete Mutters Wohnzimmer, so herzlich, wie ich da begrüßt werde und die Therapeutinnen, die da emsig rumlaufen vermitteln alle den Eindruck, als wären sie mit mir verwandt und meine Schwestern, Tanten oder Nichten. Mit meiner koddrigen Art und Weise kommt man mittlerweile auch schon klar. Es ist eben wie Familie. Da die Mädels dort sich grundsätzlich erstmal freuen, wenn mir die Muskeln und Knochen bei bestimmten Bewegungen höllisch weh tun, machen sie dann natürlich genau diese und erzählen mir dann allen Ernstes was von „guten Schmerzen“! selbst die Vertretungen sind spitze, sie machen mich bei der Massage mit meinem Gluteus Maximus bekannt, erklären mir, warum da was schmerzt und langen dann noch mal richtig herzhaft nach. Umgehend mach ich dann die Praxis zu einem „Studio“ und die Therapeutinnen nenne ich dann auch sofort „Herrin“, wie eis in einem „Studio“ ja wohl üblich ist. Diese Macke von mir wird meist mit einem Lachen quittiert und noch mehr schmerzhaften Bewegungen, die ich dann zu machen habe.
Mit kurzen Worten, wir verstehen uns. Ich habe eigentlich bis jetzt recht viel Glück mit meinen Therapeuten und Hausärzten gehabt. Mein erster Hausarzt kannte mich bis zu meinen Haarwurzeln, aber der gute Mann verstarb weit vor der Wende mit lächerlichen 38 Jahren an einem Herzleiden. Seine Nachfolgerin ist nicht weniger bemüht und kommt sogar ins Haus, wie es der Begriff Hausarzt ja schon andeutet. Ihr Bemühen geht weit über ihren medizinischen Auftrag hinaus und sie hat sogar Operationsmethoden für mich herausgekramt, die mir geholfen hätten und den Schlag vermieden, wären sie richtig gemacht und konsequent durchgezogen worden. Nur alle vier Jahre ein kleiner Eingriff war eben zu wenig. Das ist dann wieder die andere Hälfte der Behandlungen. Aber ich bin froh, das es solche Hausärzte und Therapeuten gibt und ich sie habe. Vielleicht wird’s ja doch noch was!