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Beim Polizeichef

Gordon Matthew Sumner, der unter dem Pseudonym Sting bis 1985 als Frontmann und Sänger der Gruppe Police und danach solo durchs Leben rockt, hatte gegen ein beinahe kleines Entgelt auf einen hochmusikalischen Abend in die Berliner Waldbühne geladen und mein Freund Torsten und ich nahmen dankbar an.
Sting ist mit seinen 53 ein gutes Stück jünger als seine Kollegen von den Rolling Stones und somit eher ein Vater als ein Großvater des Rocks, aber er ist nicht weniger bedeutend oder gut und seine Konzerte sind sehr gefragte musikalische Events.
Nun sind wir beide schon 40 und darüber und wir ließen den Tag entsprechend geruhsam planen, denn das Konzert sollte erst 19:00 Uhr beginnen, aber weil wir aus dem letzten Konzertbesuch bei den Stones gelernt haben, planten wir doch ein wenig Hektik ein und Torsten kam gegen 16:00 Uhr. Da setzten wir alten Herren uns intravenös erstmal unsere Dosis Doppelherz und machten uns auf den Weg zur Waldbühne quer durch die Stadt. Wir waren pünktlich und hatten sehr gute Plätze. 1981, bei den Rolling Stones, die damit die Waldbühne wiedereröffneten, war es für mich noch günstig in Bühnennähe zu sein, weil ich die Stones das erste Mal live erlebte, aber bei Sting war der Sound am Wichtigsten und den Besten bekam man ganz oben.
Torsten organisierte gute Plätze und eigentlich war alles gut. Sting muss das Debakel der Rolling Stones vor Augen gehabt haben, als diese 1982 bei ihrem Konzert in Köln ausgerechnet den Lokalmatadoren von BAP als Vorgruppe verpflichtet hatten und BAP dann den Stones völlig die Show stahlen, denn sein Musiker, der wohl die Vorgruppe ersetzte, war schlicht Scheiße. Ein ganz übler Verschnitt von Ben Folds saß da an Flügel und Gitarre und jammerte da etwas von Kalifornien und seinem Vater. Es war zum Haare raufen.
Nur deswegen war niemand in die ausgeverkaufte Waldbühne gekommen, man wollte gute Musik, das Publikum wollte Sting. Nur der Meister liess aber auf sich warten und kam unter freudigem Gejohle erst Viertel nach Acht. Nun ist es ja Sinn einer Tournee, für ein neues Album zu werben, aber da geht es auch Sting nicht anders als vielen anderen Musikern, sein aktuell Beworbenes reicht an seine alten Platten nichtmal ansatzweise heran. Der Jubel wurde also immer dann lauter, wenn die guten alten Titel kamen und man rocken konnte.
Zum Glück musiziert ja Sting nich erst seit Gestern und hatte genug alte Stücke, die bis in die Zeit von Police zurückreichten. Erinnerungen kamen hoch und nichtnur bei uns, denn vor der Bühne wurde aufs Heftigste abgerockt. „Roxanne“ und „Message in the Bottle“ waren diesmal keine Rausschmeißer mehr, sondern kamen mitten im Konzert. Das Publikum war im Schnitt Erstaunlichweise älter als bei den Stones und das sicher, weil die Musik von Sting sehr viel künstlerischer und anspruchsvoller ist und man musste genauer zuhören. Es war ein sehr schöner und entspannter Abend, aber das war temporär begrenzt. Denn die Waldbühne ist eine sehr schöne Sache.
Aber sie liegt erstaunlicherweise nicht im Wald und die musikfeindlichen Anwohner, die da leben, haben vor 10 Jahren die Einschränkung erwirkt, das jedes Konzert um spätestens 22:00 Uhr vorbei ist. Das galt für Sting genauso, wie für die Rolling Stones und so wurde sein „Every Breath You Take“ von der Police-LP Synchronicity von 1983 auch der Rausschmeißer. Insgesamt ein sehr schönes Konzert und als nächstes ist schon Ben Folds im November eingeplant, der Konzerte nur in Berlin und Köln gibt. Aufgrund der Anreise hab ich mich für Berlin entschieden und bekomme da auch den Fan und jungen Freund Daniel zu Gesicht, der für Ben ja fast alles tut.