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Beim Waffendealer

Vorgestern bin ich mit dem Teil meiner Patchwork Family, der den Film noch nicht kannte, also mit Bine und mit algerischer Verstärkung, auf ausdrückliche Empfehlung von Ziehtochter Lina ins Kino gegangen und wir haben uns „Lord of War – Händler des Todes“ mit Nicolas Cage angesehen. Der Plot, wie immer von Prisma-Online angerissen:

Auswanderer-Sohn Yuri Orlov (Nicolas Cage) will nicht sein Leben im elterlichen Restaurant verbringen. Er träumt von großen Geschäften. So steigt er bald von harmlosen Kleinkriminellen zu einem der größten Waffenhändler im internationalen Geschäft auf. Doch wer in der harten Branche überleben will, darf keinerlei Skrupel zeigen, denn auch Massen mordende Diktatoren gehören zur Klientel.
Mit dem Geld, das er mit seinen üblen Geschäften verdient, kann er das Herz der Frau seiner Träume gewinnen. Er zieht auch die Aufmerksamkeit von Interpol-Agent Valentine(Ethan Hawke) auf sich, kann diesem aber immer wieder durch geschickte wie nervenaufreibende Manöver entwischen. Doch Valentine gibt nicht auf...



Der Film beginnt mit einem, erschreckend zynischem, Monolog des Waffenhändlers Yuri Orlov, meisterhaft gegeben von Nicolas Cage, der dem Zuschauer erklärt, wie wichtig es sei, die Menschheit unter Waffen zu halten und wie er das mache.
Dieser Monolog kommt den ganzen Film über aus dem Off und erklärt Feinheiten, die dem Zuschauer entgangen sein könnten. Nach dem Einführungsmonolog kommt eine filmisch interessante Szene und es wird eine Schießerei mal aus der Sicht einer Gewehrkugel mit einer sehr gut gemachten digitalen Kamerafahrt bis zum Einschlag in die Stirn eines afrikanischen Kindes.
Afrika und seine waffengeilen Diktatoren ist über große Strecken dann auch der Schauplatz des Films. Regisseur Andrew Niccol zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, wie viele Waffen im Irrsinn von 40 Jahren kalter Krieg vor allem in der ehemaligen Sowjetunion so angehäuft wurden und wie der zynische Yuri Orlov damit nun alle kleinen Kriege in Afrika und dem Rest der Welt damit versorgen kann. Bestechung und Beziehungen öffnen ihm alle Türen und ebnen ihm auch die scheinbar unmöglichsten Wege.
Agent Valentine ist ihm dabei immer einen Schritt zu kurz hinterher, denn Orlov schafft es sogar auf hoher See mit einem Frachtschiff zu entwischen, indem er es einfach umbenennt und einen anderen Namen ans Heck pinseln lässt. Überhaupt ist der Film voller Überraschungen du ziemlich meisterhaft gespielt. Orlov kommen erst Skrupel, als er seinen eigenen Sohn mit einer Spielzeugpistole(!) fummeln sieht.
Die afrikanischen Kindersoldaten, die mit echten Gewehren hantieren, die fast größer sind als sie hantieren, störten ihn dagegen nicht.
Es wird sogar witzig und das immer dann, wenn die waffengeilen afrikanischen Diktatoren sich in Sprichwörtern versuchen, sie verhauen und Orlov sie unter Einsatz seines Lebens verbessert oder die völlig durchgeknallten Söhne dieser Diktatoren dann unbedingt die Originalwaffen von Rambo haben will.
Das Thema langweilt nicht und der Film auch nicht, denn wenn mal gerade etwas nicht passierte, kam der zynische Kommentator Nicolas Cage als Yuri Orlov aus dem Off und erzählte blutige Fakten. Aber auch vor der Kamera ließ Regisseur Andrew Niccol seinen Protagonisten Orlov interessante Vergleiche zwischen ihm, dem „kleinen“ Waffenhändlern, wie ihm und dem Präsidenten der USA als größtem Waffenhändler der Welt ziehen.
Ein Film voller Spannung, der nach Syrinana in meinen Augen einer der bisher Besten dieses Jahres war, nach den Reinfällen mit München und Walk the Line, bekommt Lord of War – Händler des Todes in meiner persönlichen Wertung auf satte 10/10 und einen Kaufbefehl an mich, sobald er auf DVD zu haben ist. Alles in Allem wieder ein schöner Abend mit meiner schönen Freundin.

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