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Ben Folds Reloaded

Ben am WerkzeugBen Folds 2007

Ben Folds scheint bei seinen zwei Auftritten in Köln und Berlin 2005 das deutsche Publikum entdeckt zu haben, denn er ließ diesmal keine acht Jahre ins Land ziehen, bevor er wiederkam, sondern ganze zwei. Mein junger Freund Daniel, der mich vor vier Jahren ja erst auf den Trichter mit Folds gebracht und mir vor zwei Jahren die Karte für das erste Konzert geschenkt hatte, lauerte seitdem wie ein Adleraugen auf den entsprechenden Internetseiten, wann Ben das nächste Mal kommt. Letzten Oktober war es dann so weit, Daniel kam mit froher Kunde, denn Ben Folds sollte im Februar auch wieder in Berlin auftreten. Ich setzte alle Hebel in gang und richtig, zu Weihnachten bekam ich Karten geschenkt, zwei für Ben Folds im Februar und zwei für Sting, der im März hier zu Gast ist.
Zu Sting gehe ich mit der besten Freundin von allen und zu Ben Folds war ich mit dem begeisterten jungen Fan, durch den ich ja erst von Folds erfahren habe.
Er hat mir ja 2005 auch eine Karte bezahlt und das er dann mit mir umsonst rein kam, steht auf einem anderen Blatt. Musik hat eben etwas Verbindendes und wenn sie gut ist, eben auch zwischen den Generationen.
Ich bewundere jeden, der gute Musik mag und noch mehr, wenn er sie auch noch macht. Bei Musikern ist das Alter relativ egal und da bewundere ich Musiker, die 30 Jahre jünger sind, wie andere, die 20 Jahre älter sind, als ich.
Daniel Spiel Klavier und da zwar eher noch die klassischen Stücke und das auch noch nicht so schnell wie Ben Folds, aber er ist eben noch jung und hat die Zeit zu üben.
Nachdem er mich nun mit dem Virus Ben Folds angesteckt und mit mir das erste Konzert 2005 gesehen hatte, freute ich mich auf seinen Besuch und das zweite Konzert in diesem Jahr. Er wohnt zwar relativ weit weg, in Niedersachsen, aber da, wo ihn 2005 noch die Eltern gebracht und sich von meiner Harmlosigkeit überzeugt hatten, kam er nun als Volljähriger selbst und mit der Bahn.
An sich ein leichtes Ding, aber er kam an der neuen, instabilen und dafür Milliarden teuren Protzigkeit des Hauptbahnhofs an und die ach so klugen Erbauer hatten wirklich an alles gedacht, nur eben nicht an eventuelle Stürme oder solch selbstverständliche Sachen, wie es Parkplätze an einem großen Bahnhof sind. Aber zu meinem perversen Glück bin ich ja Krüppel und als solcher habe ich einen Ausweis bekommen, der es mir bzw. meinem Fahrer gestattet, auch an den unmöglichsten Stellen zu parken.
Am Hauptbahnhof kam dann auch Daniel pünktlich an und ein guter Tag nahm seinen Lauf. Erst einmal ging’s zu mir, wo wir uns mit einem Döner fit und satt machten. Dann ging es zum Postbahnhof, der ein Teil des Ostbahnhofs, der als schlesischer Bahnhof 1845 erbaut wurde und seitdem nur zweimal renoviert worden und hat sämtliche Stürme und auch Kyrill, der ja den teuren neuen Hauptbahnhof fast zerlegt hätte, ziemlich schadlos überstanden.
Daniel schob meinen Rolli auf einen erhöhten Platz und ich war der Bühne so nahe, wie ich es das letzte Mal 1981 in der Berliner Waldbühne der U-förmig ausgebauten Bühne der Stones gewesen bin, auf knappe fünf Meter. Man merkte, aus dem Jungen von 2005 ist ein junger Mann mit Konzerterfahrung geworden.
Er flirtete mit anwesenden Damen, wie ich in seinem Alter und war längst nicht mehr der scheue Junge von 2005. Da er auch in Hamburg beim Konzert von Folds war und frech gefilmt hatte, kannte er sich aus und packte eine recht große Videokamera aus, um das Konzert zu filmen und ging noch näher an die Bühne ran.
Die durchaus anwesende Security sah das ziemlich entspannt und so packte schließlich eine Mehrheit des Publikums die entsprechende Technik aus und bald war ich von einem Haufen Kameras umgeben, mit denen man zur Not auch telefonieren konnte. Die Mädels, die bei mir auf dem Podest standen, waren sehr nett, aber definitiv mindestens 20 Jahre zu jung.
Außerdem trugen sie Shirts ohne Ärmel und das sah so aus, als würden sie nasse Katzen unter dem Arm herumtragen und das bin selbst ich alter Sack schon anders gewohnt. Dann regte es sich endlich auf der Bühne und es kam derselbe Amerikaner, der schon 2005 die Pause bis zu Ben füllte.
Wieder erinnerte sein Treiben an einen Kreuzung von armenischem Bänkelsänger und einem Schirmständer, beides irgendwie unnötig. Er war auch nur einmal unterhaltend, als er dem Publikum erklärte, die Amerikaner würden Jesus Christus für eine Art von Jean-Claude Van Damme halten, der so ähnlich wie van Damme ihre Probleme löst. Ansonsten war er wieder nur langweilig.
Endlich, lange 30 Minuten später, kam der Meister selbst auf die Bühne und es begann großes Kino, ein wirklich großes Konzert.
Die Finger von Folds flogen wieder über die Tastatur, wie Funken über dem offenen Feuer und das begeisterte Publikum brach in lauten Jubel aus.
Ben Folds ist ein echter Ausnahmemusiker, dessen Musik in keine Schublade passt. Sie ist einfach nur schön und geht unheimlich ins Ohr. Wie Folds nicht auf den Instrumenten, sondern mit ihnen spielt, spielt er auch nicht nur für, sondern mit dem Publikum.
Da, wo andere Bands einmal im Konzert zum mitmachen und mitsingen auffordern, ist das bei Ben Folds Standard. Wo immer sich ein Refrain oder Text sich anbietet, fordert Folds sein Publikum zum Mitsingen auf und wo es sich nicht anbietet, baut dieser kreative Kopf es ganz einfach ein. Folds stand dann von seinem Flügel auf, teilte sein Publikum in Tenöre und Bässe ein und dirigierte es dann wie der selige Herbert von Karajan sein Orchester. Ein genialer Kopf, der aus einem Zuruf gleich einen neuen Song über Berlin macht. Auf sowas muss erstmal einer kommen.
So verging diese Zeit, wie jede gute Zeit ganz einfach viel zu schnell und auch die längste Zugabe ist irgendwann zu Ende und die Menschen verließen erschöpft, aber glücklich den Platz dieses musikalischen Glücks. Ich machte mich direkt nach hause, aber mein junger Freund hatte noch Großes vor und blieb noch etwas.
Eine Stunde später klingelte er an der Wohnungstür, völlig fertig, aber überglücklich, denn sein musikalisches Idol hat, anders, als andere große Musiker noch Bodenhaftung und weiß wer seine CDs bezahlt und in seine Konzerte kommt und so stieg Folds aus seinem Van, gab Autogramme, unterhielt sich mit den Leuten und ließ sie Fotos machen.
Eine Stunde später bei mir zuhause angekommen, strahlte mich Daniel mit leuchtenden Augen an, ging seinem Alter entsprechend an den Computer und ließ im neugegründeten Ben Folds Forum seiner Begeisterung freien Lauf:



Hamburg war genial !
Berlin war mehr als nur göttlich!


Er hatte das ganze grandiose Konzert unter den Augen der Security mitgefilmt und so bekomme ich in absehbarer Zeit eine handgeschnitzte, aber sehr gute DVD von einem erstklassigen Konzert, mit dem das Jahr 2007 wenigstens musikalisch mal mehr als leidlich begonnen hatte.
Folds hat sich mit seinen Fans sogar über seine weiteren Tourneepläne unterhalten und wenn ich Daniel richtig verstanden habe, kommt er diesmal sogar schon 2008 wieder zurück nach Deutschland.
Dieser Montag war wieder ein ganz normaler Tag mit Ben, aber ein ziemlich erstklassiger Tag. Ein Tag, den ich auch meinem jungen Freund verdanke, der mich ja erst mit Ben Folds vertraut gemacht hat.

Ben und sein größter Fan

Ben und Daniel

Folds in Hamburg





Folds in Berlin





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