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Berliner Chaostag

Während die Kanzlerin freudestrahlend in China rumreist und im Namen des Handels und der uneingeschränkten Globalisierung mit ihren Verträgen auch den letzen deutschen Arbeitsplatz an billigere Chinesen verhökert, musste ich quer durch Berlin zum meinem promoviertem Dealer, dem Arzt, der meine diversen Zipperlein mit der Injektion härtester und hochgiftiger Drogen behandelt und bekam einen Eindruck davon, wie simples Fußballfieber in Deutschland zu einem Wahn gezüchtet werden kann.
Nur weil die Welt zum Zweck des Tretens eines aufgeblasenen Leders einen Monat „zu Gast bei Freunden“ ist, haben die Freunde beschlossen, ihr primäres Kaff, die Hauptstadt Berlin, völlig umzukrempeln und das Unterste zuoberst zu kehren und zu allem Überfluss damit noch damit am 9. Juni fertig sein zu wollen, obwohl die WM in München eröffnet wird und Berlin erst bei Endspiel eine größere Rolle spielt.
Nun lebe ich ja bald 46 Jahre in Berlin und habe eigentlich keinen Tag erlebt, an dem dort nicht aus irgendeinem Grund gebaut wurde.
Nur was da nun in einer finanziell notorisch klammen Hauptstadt abgeht eines Landes abgeht, das eigentlich pleite ist, sprengt nun jede vernünftige oder auch nur erklärbare Relation.
Bauvorhaben, die gleich nach der Wende ins Leben gerufen wurden und in 16 Jahren kaum voran kamen, sollen nun übers Knie gebrochen und in ein paar Tagen erledigt werden. So macht der Ausbau des Netzes der Straßenbahn von Ost nach Westberlin zwar in jeder Hinsicht einen Sinn, aber dafür nun ganz plötzlich wichtige Hauptstraßen kurz vor einem Großereignis der Länge nach aufzureißen, dazu gehört entweder eine große Portion schwarzer Humor oder eine noch größere Portion von nacktem Wahnsinn.
So gestaltete sich eine einfache Fahrt von einem zentralen Stadtbezirk Ostberlin in das Villenviertel Westend, wo mein Doc residiert, in einem der Außenbezirke von Westberlin zu einer ähnlich lauschigen Tour, wie durch die Kraterlandschaft auf der Rückseite, der dunklen Seite des Mondes.
Das garniert mit einer Menge nervöser und frustrierter Autofahrer aus dem Berliner Umland oder generell vom Land, die mit dem Zufallsprinzip von Berliner Ampeln nicht so recht klarkommen, macht eine normale Fahrt quer durch eine Stadt dann locker die deutsche Version der Rallye Paris-Dakar.
Wenn ich also sonst immer eher zu früh zu Terminen erscheine, war ich diesmal deutlich zu spät. In Westend angekommen, zeigte sich der doch eher nervös, kurz angebunden und etwas lustlos, denn er musste wegen einer Erkrankung eines Kollegen die Patienten einer zweiten Praxis mit versorgen. So machten wir es kurz und schmerzhaft und ohne die übliche Plauderei, die den Arztbesuch so angenehm machte. Wir einigten uns auf Dart, wo ich die Rolle der Dartscheibe übernahm und er mit seinen Spritzen die Rolle des Spielers, da auch mein Doc im Jahr 2006 praktiziert, ist auch bei ihm das Geben einer Spritze schon eine Sache, die ohne Hightech nicht mehr funktioniert und so malte er mir kleine Fadenkreuze da auf Arm und Hände, wo sich die zu treffenden Nerven waren und schloss mich an einen Computer an, der aus der Kulisse von StarTrek hätte stammen können und der Doc legte leicht genervt los.
Injektionen direkt in die Nerven sind ein sehr eigen Ding und für gewöhnlich äußerst schmerzhaft und das war auch diesmal nicht anders. Ich machte auf Indianer und ertrug den Schmerz weitgehend schweigsam, denn es meldete sich ein anderes Problem.
Mit 14:30 Uhr war es noch recht früh am Tag und genau die Zeit, in der mein Magen nach Mittagessen verlangte.
Mit drei neuen Löchern mehr im Pelz, durch die ich wahlweise atmen oder bluten konnte machte ich mich dann auf dem Heimweg oder hab es zumindest versucht, denn die so gepriesene „grüne Welle“ bei den Berliner Ampeln erwies sich als ein Schlammloch aus Purpur, wo man sich mit sehr viel Krampf von Ampel zu Ampel, ergo von Stau zu Stau hangeln musste und die vielen Baustellen noch als Zugabe bekam. Zuhause angekommen, wurde meine Laune schlagartig besser, denn bei meinem Nachbarn wartete ein Paket von meinem Filmdealer Amazon auf mich, das mir zumindest die drohenden christlichen Feiertage und auch ein wenig diese nervige WM verkürzen wird.
Die komplette Serie Crusade, der Nachfolger von Babylon 5 und ein paar andere Filme könnten dazu recht dienlich sein und so bekam der Tag dann auch noch seine gute Wendung trotz des Chaos auf der Straße und dem Terror mit der WM. Wegen meiner kann Frau Merkel nun auch gerne in China bleiben, denn wo sie für Deutschland nichts oder das Falsche macht, ist ja eigentlich egal!

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