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Beruf Hausfrau

Immer, wenn ich dieses als Untertitel bei einer Talk oder sonstigen Show sehe, kann ich mir das Lachen irgendwie nicht verkneifen. Es mag gewesen sein, wie es will, aber die Frauen in der DDR waren meistens beides. Sie hatten, wie meine Mutter, die Heute 65 wird und für die ich diese Zeilen hier schreibe, meistens einen Beruf und machten den Haushalt noch so ganz nebenbei. Das waren auch oft Berufe, die es körperlich in sich hatten. Ich rede nicht von den toupierten Damen in den Vorzimmern von Chefs, die sich die Nägel des Tages lackierten und nach der stressigen „Arbeit“ mal eben noch etwas shoppen gingen! Meine Mutter und ihre Freundin, die ich seit 40 Jahren Tante nenne ackerten sich genauso lange und in jeder Schicht in der Gastronomie Knochen und Gesundheit kaputt. Trotzdem versorgten beide, Mutter und Tante Zuhause noch einen gestressten Mann und ein nerviges Kind. Beide mussten ihre Männer begraben, mit denen sie Jahrzehnte teilten und meine Mutter beinahe sogar mich. Meine Mutter bekommt eine Rente, die für die geleistete Arbeit ihres Lebens einfach lächerlich ist und meine Tante ist etwas jünger und steht als Chefin es Berliner Fernsehturmes noch mitten im Beruf. Die Zwei haben geschindert, solange ich sie kenne und das meist auch noch in Schichten. Ich sehe und verstehe, warum ihr der Hals schwillt, wenn wiedermal ein Goldbehangenes und Manikürtes weibliches Wesen dann als Beruf Hausfrau und Mutter angibt. In den sechziger und siebziger Jahren, als die westdeutschen Frauen auf die Straße gingen, dort ihr BHs verbrannten, um der Welt zu zeigen, wie emanzipiert sie doch sind, standen diese beiden Powerfrauen nicht nur mitten im Leben, sondern auch mitten im Beruf und sie hatten beide Kinder und Haushalte, die sich nur sehr widerwillig von alleine erledigten! Nungut, ich ging mit 5 das erste mal alleine in der Großstadt Berlin einkaufen, aber diese erste Hilfe endete in einem Fiasko. Die Milch, die es damals noch nicht in Tüten und aber auch nicht mehr in Flaschen gab, schwamm im einer , noch richtigen Einkaufstasche und in ihr irgendwelche Lollis für einen Groschen. Wie ich zu den kam, weiß ich nach 37 Jahren immer noch nicht! die Tochter meiner Tante war da auch irgendwie nicht besser und hatte ihre Einlagen zu Steigerung der Freude meiner Tante. Wir sind beide heute noch ziemlich daneben und darum lieben uns auch unsere Mütter. Nur ist sie jetzt Berufstätig und etwas verheiratet und hat in ihrem eigenen Haushalt jetzt das Sagen. Meine Mutter und ich hatten da weniger Glück, ich hab zwar 20 Jahre selbst gearbeitet und vernünftig verdient und unvernünftig eingezahlt, denn nun bin ich in meiner Lebensmitte und Mutters Lebensabend ein Krüppel und kämpfe mit Anwalt gegen Versicherung und Staat um die Selbstverständlichkeiten, für die Staat und Versicherung ja mal satte Kohle von mir haben wollten! Ich hatte mir meine Lebensmitte genauso anders vorgestellt, wie meine Mutter sich ihren Lebensabend. Ich Wünsche ihr alles Gute zum Geburtstag und sehr viel mehr Gesundheit. Ich bin krank genug für uns beide! Ich möchte mit ihr noch Jahre darüber lachen, wenn unterbeschäftigte Ketten und andere Schmuckträgerinnen sich voller innigem Ernst mit dem „Beruf Hausfrau“ bezeichnen! Wir beide wissen es besser und wie sehr nebenberuflich sie sowas wie Haushalt betrachtet, merke ich heute noch, wenn sie mit dem Elan einer 25jährigen durch ihren und zwangsweise auch meinen Haushalt fegt, in ihrem Sinne alles ordnet und für mich das nackte Chaos veranstaltet!