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Big Brother für den Klassenfeind

Aus der taz vom 15.06.05:

"Demokratie", "Freiheit", "Falun Gong" - tauchen diese Begriffe auf chinesischen Websites auf, werden sie sofort herausgefiltert. Internationale Anbieter, wie zuletzt Microsoft, nehmen Chinas Zensur diese Arbeit ab. Zugleich bedient sich der Staat bewährter Praktiken wie der Denunziation.“

Es scheint sich herumgeschwiegen zu haben, dass die Amerikaner ganz gerne mal in anderen Ländern aushelfen. Bill Gates, der Chef der Firma Winzigweich hat das wohl so richtig falsch verstanden und übertreibt wieder maßlos. Er, der Amerikaner, die ja eigentlich jede Diktatur bekämpfen wollten, liefert gegen Bares Technik und Know How für ein echtes Big Brother an die chinesischen Diktatoren, einem der letzten ernsthaften Klassenfeinde der Demokratie, damit diese das chinesische Volk im Internet mit Filtern vor so bösartigen Begriffen, wie "Demokratie", "Freiheit", oder gar "Menschenrechte" beschützen können! Nicht auszumalen, was passieren könnte, wenn 1,3 Milliarden Chinesen plötzlich Worte wie Freiheit und Menschenrechte flüssig über die Lippen kommen würde…
Dann kämen vielleicht noch drei oder vier Chinesen auf die Idee, die Todesstrafe gehöre im dritten Jahrtausend der zivilisierten Menschheit abgeschafft und schon würde das dann George Wanker Bush und seine folterwütige Army auf den Plan rufen, die dann die solche heren ziele der beinahe letzten Kommunisten verteidigen und in China einmarschieren müssen.
Wo kommen wir denn da hin, wenn jetzt auch noch die Chinesen wissen wollen, was Demokratie, Freiheit und Menschenrechte sind? Daher helfen außer Microsoft auch Google und Yahoo dabei, die vorwitzigen und zu neugierigen Chinesen mit Filtern abzublocken. Wo doch eine Diktatur ein so ergiebiger und bequemer Markt für die Amerikaner ist. Eine Kundschaft, die nur kauft und nicht daran denkt aufzumucken, wenn etwas nicht mehr funktionieren möchte, gerade für Bill Gates und sein Microsoft geradezu paradiesische Zustände, die gefälligst auch so bleiben sollen.
Vielleicht war es doch etwas zu voreilig von den USA, in der Welt die Demokratie verbreiten zu wollen, wo es doch die beste Kundschaft in den Diktaturen gibt.
Vielleicht sollte Bill Gates bei George Wanker Bush vorstellig werden und ihm das Problem mit den unzufriedenen Kunden dieser Welt erläutern.
Wenn der dann Einsicht zeigt, hört er sicher auf, blutige Kriege im Namen der Demokratie anzuzetteln.
Ganz im Gegenteil, er könnte ja bei der ein oder anderen konsumorientierten Diktatur mit Personal aushelfen. Saddam Hussein war teuer zu fangen und sitzt nun nutzlos herum. Würde man den mit der Task Force, dem neu gegründetem Demokratie Corps, das flink in Diktatur Corps umgetauft wird, Saddam Hussein nach China einschleusen, könnte er doch dort als gelernter Diktator sicher gute Dienste leisten für die amerikanischen Firmen um Microsoft, deren Kunden er dann im Namen der ganz freien Marktwirtschaft knechten darf.
So würde der Krieg im Irak wenigstens finanziell noch einen Sinn machen, wenn er sonst schon keinen hatte.