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Blair Witch Projekt für Hausfrauen

Angetan durch Mundpropaganda, erschwinglichem Preis, FSK18, einem Steel Book als Cover habe ich mich dazu verleiten lassen, mal wieder einen Horrorfilm zu kaufen, der definitiv keiner ist.
„The Descent“ heißt das (Mach)Werk und handelt von Frauen und Mädchen, die sich bei der Klettertour in einer Höhle verirren und Böses antun. Spätestens bei der Info hätte ich misstrauisch werden sollen. Was ich dann zu sehen bekam, war nichts weiter als eine englische, noch schlechtere Version von Blair Witch Projekt, nur noch etwas einfallsloser.
Wir erinnern uns an Blair Witch Projekt, wo eine Horde gelangweilter Stadtkinder durch einen Wald laufen und hinter jedem brechenden Ast messerscharf die Hexe von Blair vermuten, die sie zu jagen ja angetreten sind. Das man die böse Hexe nicht eine Sekunde zu sehen bekommt, soll ein dramaturgischer Effekt sein, erweist sich aber nur als noch langweiliger.
Hin und wieder verstirbt einer der Akteure, aber das ist weder spannend, noch ein Beweis für die Existenz einer Hexe, sondern ganz normaler Verschleiß.
Der großzügige Verzicht auf, auch nur annähernd bekannte Schauspieler in beiden Filmen trägt das Seinige zur Langeweile bei.
Kinder, die ängstlich in einem Wald herumstolpern und Frauen, die sich ohne jede Kenntnis vom Bergsteigen, dann effektvoll und blutig jeden verfügbaren Knochen brechen, ist vielleicht ein Beitrag zu Notruf, das RTL als schlechtes Reality-TV seinen zuschauern bietet, aber hat dann mit Horror genauso viel zu tun, wie die Happy Hour in einem Hamburger Puff mit dem Segen des Papstes.
So ist „The Descent“ dann auch eher ein Film über einen Familienausflug ohne Männer, auch eher von der Art, bei der man sich wünscht, diese tollpatschigen Frauen, die da ohne eine Ahnung vom Thema belastet, in Höhlen und an Felswänden herum steigen, mögen sich doch etwas mehr Mühe geben und etwas schneller und zahlreicher von der Wand und in irgendwelche Löcher fallen, wo sie dann mit sehr viel und sehr weiblichem Gezeter über gebrochene Knochen jammern oder auch nur sehr laut verrecken. Es ist ja nur ein Film und da darf man sich das wünschen.
Die Mädels trampeln da in Höhlen herum, in denen sie normalerweise nichts zu suchen haben, verwechseln andauernd Phosphor mit Tageslicht, bekommen Zustände, wenn sie tote Tiere sehen und schreien sich ununterbrochen an. Wenn sie dann in den Höhlen tatsächlich eine Leiche finden, die zudem noch tot ist, flippen die Mädels ganz aus und kreischen noch intensiver. Es ist ein Horrorfilm ohne nennenswerte Handlung und vor allem ohne erkennbaren Horror. Offenbar haben das auch die Macher des Films erkannt und nach einer Stunde Film eine Art blinder Höhlentroll eingebaut, der gerne Menschen und in dem Fall Frauen meuchelt, aber viel geholfen hat es dann auch nicht mehr.
Überhaupt überschlug sich die Handlung in den letzten 30 Minuten und wurde so blutig, als würde sie die langweiligen ersten 60 Minuten nun wieder wettmachen wollen und die FSK 18 mühsam rechtfertigen. So metzelten sich die Mädels dann gegenseitig und ein Ende, das Happy ist, gibt es auch nicht. Nur sehr seltsam.
Es ist Blair Witch Projekt für Hausfrauen eben.
Auf der Skala meiner Wertung erreicht der Film mühsame 2/10, aber auch nur, weil der Sound stimmt, der Film in Farbe und das Cover mit einem Steel Book sehr gut ist. Ansonsten ein erstklassiges Beispiel für einen Fehlkauf. Es hat seinen Grund, warum man Descent auch mit Abfall übersetzt.

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