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Blutige Leidenschaft

Diese Passion Christi scheint nichts anderes zu sein, als eine recht blutige Leidenschaft des überzeugten Christen Mel Gibson, der damit den Mythos des leidenden Jesus bis zum letzten Blutstropfen darzustellen. Da ich als recht überzeugter Heide kein Geld ausgeben wollte, bemühte ich das Internet und wurde auch fündig. Da ich sowieso nicht vorhatte, für verfilmte Religionen Geld aus zugeben, da ich sie für Aberglaube halte, fühle ich mich nichtmal schuldig, denn Gibson hätte an mir sowieso kein Geld verdient.
Ich hab zumindest das original Drehbuch, die Bibel, schon mal gelesen und wusste in groben Zügen bescheid worum es eigentlich geht. Heute würde man sowas Fantasy nennen und Buch samt Film käme auf den Index und wäre mindestens FSK 30 in Deutschland. Nur was man dann sieht als Heide, hat den Wert einer verfilmten Darmoperation, nur das diese etwas realer wäre. Gibson legte auch soviel Wert auf Authentizität, dass er den ganzen Film auf aramäisch, Hebräisch und lateinisch gedreht hat, womit das normale europäische Ohr sowieso ständig überfordert wird. Und die Augen werden in Deutschland auch mit gleich zwei Untertiteln angestrengt, englisch und deutsch. So kommt die Information im Film schon ganz logischerweise zu kurz und am Beginn darf man raten, ob das nun der Garten Gethsemane ist, oder Jesus auf freiem Feld herumlungert.
Ich hab mich laut Bibel für Gethsemane entschieden, denn da begann er ja mit seinem schier endlosen Leiden. Mir geht da völlig die Logik ab, wenn der Sohn eines Gottes sich demütigt und letzten Endes foltern und sogar töten lässt, um eine Menschheit vor kommendem Unheil zu bewahren. Die Geschichte von Jesus kennt ja an sich jeder und es hätte nicht der blutigen Präzision eines Mel Gibson bedurft, um der Menschheit diese Story noch einmal nahe zu bringen. Wer da Genaueres wissen will, der greift einfach zur Bibel und liest das alte und das neue Testament. Speziell im Alte Testament wird soviel geschlachtet und fließt soviel Blut im Namen des Herrn, das man sich sehr gut vorstellen kann, wie Pharisäer, Hohepriester und Römer mit Jesus umgegangen sind.
Die Sorgfalt und Präzision, die Gibson hier für die Erklärung der Bibel verschwendet hat, wünschte man sich bei sehr vielen anderen Filmen, aber eben nicht bei denen mit dem Thema Bibel.
Der Film ist an sich recht gut gemacht, aber Thema und Sprache des Films stoßen den normalen Kinofan eigentlich ganz einfach nur ab. Es gab ja schon viele Wege, wie man Nichtchristen vom Christentum überzeugen wollte. Dieser Film ist nicht der Blutigste, aber mit Sicherheit zur Zeit der Langweiligste. Es geschah auch das, was ich fürs Kino befürchtet hatte. Als mein Kumpel in der ersten Hälfte noch ging, ließ meine Konzentration nach und beim Martyrium von Jesus im zweiten Teil schlief ich dann ein. Mel Gibson hat dem Christentum mit diesem Film einen Bärendienst erwiesen, denn die christlich Gläubigen sehen nur das dokumentiert, was sie ohnehin schon glauben und die Nichtchristen fühlen sich in ihrer Ablehnung dieser blutigen Religion auch nur bestätigt. Ich für meinen Teil warte jetzt auf den recht unchristlichen Film Troja mit Brad Pitt, denn Troja ist nicht ganz so ein Mythos.