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Boulevard Magazine

Diese Boulevard Magazine, die heute so ziemlich jeder Sender in irgendeiner Art seinen Zuschauern anbietet, sind im Grunde nichts weiter als verfilmte Illustrierte und Frauenzeitschriften. Bunt aufbereitet und für die putzende Hausfrau optimiert, werden diese Boulevard Magazine dann auch von jedem Sender über den Nachmittag und den frühen Abend gesendet, versorgen sie die Frauen mit den nötigen Grundkenntnisse für den nächsten Kaffeeklatsch mit ihren Freundinnen, oder bringen sie auch nur einfach so auf den neusten Stand über die Ferne Welt der Promis, der Reichen und der Superreichen.
Die deutschen Hausfrauen, die mit ihre Gatten jeden Pfennig oder seit drei Jahren ja auch jeden Cent umdrehen müssen, weil einer der Ernährer der Familie entweder arbeitslos, oder wenigstens von Hartz IV geplagt ist, kommen so in einem Teil der Sendung ziemlich leicht und absolut dankbar an die Information, dass die Hilton Schwestern bei einer ihrer Shopping Touren mal eben wieder mehrere Millionen Euro für absoluten Schund und/oder Klamotten ausgegeben haben und sich trotzdem nicht wohl dabei fühlen.
Bevor aber die Hausfrau vom Mitleid gebeutelt, noch die letzten 20 Euro für die geplagten Hilton Schwestern spenden kann, geht es im Magazin auch schon mit der nächsten jungen Dame ohne nennenswertes Hirn weiter, denn eine Prinzessin von Adel und mit offenbar sehr viel Langeweile verrät der erstaunten und interessierten Hausfrau, wie sie ganz billig und fast geschenkt für nur mehrere tausend Euro Schnäppchen bei Kleidern von Versace und Armani machen kann.
Es gibt eigentlich nichts Notwendigeres für eine Frau, die in der Küche und im Bad auf der Erde hockt und kacheln schrubbt, als zu wissen, wie man das dann bitte auch im nicht ganz so teuren, aber wenigstens teuer aussehenden Fummel eines Stardesigners machen kann. Der nächste Beitrag zeigt dann auch zur Abwechslung gleich, wo es hinführen kann, wenn man sich solche dubiosen Tipps zu Herzen nimmt. In die Schuldenfalle.
Es ist meist einige Berichte über die Sorte Schuldenfallen, in der viele deutsche Haushalte schon stecken, ohne sich die Tipps aus den Boulevard Magazinen zu Herzen genommen zu haben, oder vielleicht auch gerade deshalb.
Dann folgt zurzeit meist noch ein Bericht über einen Zombie Namens Michael Jackson, selbsternannter „King of Pop“, der mehr tot als lebendig in einem amerikanischen Gerichtssaal hocken darf und den Richter und der Welt zu erklären versucht, warum er so gerne nackt zu 10 und 12jährigen Jungs in die Betten und Schlafsäcke stieg und er trotzdem absolut unschuldig und die ganze Welt böse ist.
Nicht einmal Schweigegeld ist noch etwas wert in dieser schlechten Welt.
Nach dem ernüchternden Blick auf das leblose Gesicht des Michael Jackson kommt gerne und recht passen noch ein abschließender Bericht mit sehr vielen Bildern über versaute Schönheitsoperationen.
Selbst schuld, wer nun gerade zu Mittag oder zu Abend essen musste, die Bilder der verpfuschten OP gehören nun einmal dazu. Alles zusammen noch gewürzt mit unnützen Informationen aus europäischen Königshäusern ergibt das Ganze dann ein Boulevard Magazin mit sehr unterdurchschnittlichen Nähr und Unterhaltungswert.
Aber so kann die deutsche Frau auch bei Hartz IV mal träumen und zusehen, wie die, wörtlich, „Schönen und Reichen“ dieser Welt, die meist nicht selbstverdienten Millionen mit beiden Händen ausgeben und ihnen blühen kann, wenn sie ihre Körbchen künstlich auf die Größe Doppel F aufblasen lassen würden. In dem Fall ist es Glück, dass sie Dank Hartz IV oder ähnlicher Schweinereien der Regierung gar kein Geld für so etwas hat. Spätestens dann zeigt sich, dass die Pläne des Peter Hartz doch zu etwas nütze sind. Man muss eben nur darauf kommen, aber es gibt dafür ja die Boulevard Magazine, die bei den Privatsendern auch gleich ganz peppigen Namen haben, damit man sie nicht vergisst. „Taff“, „Raff“, „Sam“, „Prompt“ „Sofort“, „Explosiv“, „Explodiert“, „Blubb“ und „Blitz“ sind ganz gängige Namen, die auch eine Hausfrau nicht vergisst. Nur die öffentlich/rechtlichen Sender verlangen wieder mehr von ihren Zuschauerinnen und Zuschauern. Da klingt dann der gleiche Müll mit gleichem Inhalt, aber Namen, wie „Leute-heute“ oder „brisant“ schon direkt wieder nach Bildung. Nur genau die steht am wenigsten zu befürchten.