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Burger nach Ladenschluss

SaturnBurger

Freitag, den 1.12. 2006 trat ja nun das neue Ladenschlussgesetz in Berlin in Kraft und die Läden können solange offen haben, wie sie wollten und gerade da liegt in Deutschland der Haken, denn selbst wenn sie können, so richtig wollen sie dann doch nicht, denn mit Verweis auf die Familien der Verkäufer und das aktuelle Arbeitszeitgesetz ist dann doch um 22:00 Uhr Schluss mit großzügig, obwohl gerade Verkäufer sich in solchen Läden noch scheuer als Rotwild gebärdeten
Sicher ein großer Fortschritt gegenüber dem alten Ladenschlussgesetz, wo alle Läden um 20 Uhr die Türen verrammelten und ganz sicher ein riesiger Fortschritt gegenüber dem ganz alten Ladenschlussgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das kaum noch einer kennt und wo sogar um 19 Uhr schon völliges Finale in Sachen Einkauf angesagt war, aber mit dem propagiertem „Rund um die Uhr“ einkaufen können, wie ich es 1998 in der Shopping Mall in Arizona gemacht habe, in der dann später „Dawn of Th Dead“ gedreht wurde, mit einem Kollegen, ganz entspannt Nachts um Zwei gemacht habe, hat das noch immer wenig zu tun. Es ist einfach nur ein Zugeständnis an das noch arbeitende Volk, das an sich schon einige Jahrzehnte zulange gedauert hat und überfällig war, die Flexibilisierung des deutschen Ladenschlussgesetz.
Nun bin ich von Natur aus neugierig, es ist vor Weihnachten, dass frisch gedruckte Geld aus dem Keller juckte in der Tasche und ich musste das vor Ort sehen. Es sollte also ein Einkauf am Abend werden, für Deutschland eine Premiere und wer ist besser zum einkaufen geeignet, als eine Frau? Denn nach einer europäischen Studie, wie sie die österreichische Kronen Zeitung veröffentlicht hat, verbringt jede europäische Frau drei ihrer Lebensjahre mit Einkauf.
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Eine Studie, bei der 3.000 europäische Frauen untersucht wurden, hat ergeben, dass eine Frau binnen 63 Jahren etwa drei Jahre einkauft. Jedes Jahr gehen die Frauen etwa 301-mal Einkaufen, wobei sie 400 Stunden Zeit benötigen.100 Stunden entfallen dabei auf das Durchstöbern von Kleidern, Pullovern und Hosen. Insgesamt 95 Stunden werden in Lebensmittelgeschäften verbracht. Zudem nehmen sich die Frauen pro Jahr rund 40 Stunden Zeit zum Schuhe kaufen. 17 Stunden werden jedes Jahr zum Auswählen von Lippenstiften, Wimperntusche und Make-up benötigt. Weitere 18 Stunden werden für Handtaschen, Schmuck und Tücher investiert. Für den Geschenkekauf benötigen Frauen pro Jahr etwa 36 Stunden.
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Also eigentlich ideal für meinen Wunsch.
Nur als ich die beste Freundin von allen deswegen anrief, war sie wegen eines beruflichen Auftrags gar nicht in Berlin, sondern irgendwo in Westdeutschland zugange und das war der Idee nach einen gemeinsamen Einkaufsbummel in Berlin dann doch eher abträglich. So was ahnend, hatte ich schon eine längere Zeit meine Mutter angespitzt, denn sie ist auch eine Frau, die gerne mal entspannt einkaufen geht, obwohl sie nun nicht mehr die Jüngste ist und sich fast stündlich älter fühlt und macht.
Aber trotzdem, der Einkauf zu neuer Zeit reizte sie und es ging los in Richtung Alexanderplatz, weil dort der große Laden mit dem geilen Geiz so lockte und ganz einfach auch dort der neue Ladenschluss viel eher zu finden war, als in den vielen kleinen Geschäften in der Innenstadt. Nun bricht aber Weihnachten auch über Berlin herein und alle 400 Millionen Berliner hatten dieselbe Idee und waren auf dem Alex.
Zumindest hatte man diesen Eindruck und mit dem „entspannten Einkauf“ gestaltete es sich ziemlich zäh, denn gegen den Alexanderplatz war jeder Ameisenhaufen eine unbelebte Fußgängerzone. Aber nach mehreren kleineren Gemetzeln, konnten dann auch wir den Saturn-Markt, das angebliche Paradies der Geizigen entern.
Nur dann wurde mir schnell klar, warum ich nach wie vor nur bei Frauen geil werde und nicht wenn ich geizig bin, denn das Angebot an wirklich preiswerten Artikeln, die man auch brauchen kann, vulgo DVD, die neu sind und gefallen, war wirklich mehr als dürftig und praktisch nicht existent.
Im Gegenteil, einige interessante DVD waren sogar bis zu satte 10 Euro teurer, als der gleiche Film beim Filmdealer Amazon im Internet. Aber ich fand trotzdem etwas für die beste Mutter zur bevorstehenden, christlichen Geschenkeorgie und konnte auch wertvolle Hinweise auf meine Wünsche unterbringen.
So waren wir dann doch schneller draußen, als wir reinkamen, hatten Geld für filmischen Trödel ausgegeben und wollten eine Kleinigkeit essen nach diesem Abenteuer, aber das war ein Plan, der im Berlin von heute eher ins Reich der Illusion gehörte, denn die ganzen kleinen Schnellrestaurants waren entweder vom Kaufhaus oder vom Saturn geschluckt. Es blieb nur die Wahl zwischen einem sauteuren Restaurant oder eben dem Fastfood Giganten Burger King und da wir unser Geld im Saturn gelassen hatten, kam nur der in die nähere Auswahl. So gaben wir uns also die, mit zwei Euro such nicht sehr billigen alten Brötchen mit als Fleisch verkleideter eingelegter Schuhsohle, der früher auch mal für 3,50 DM zu haben war, aber wenigstens war er warm. Auf die neu aufgerissene Baustelle, die früher mal Alexanderplatz hieß und die zur WM eigentlich fertig war, hatte der Senat, der bevorstehenden christlichen Fete wegen einen Weihnachtsmarkt gepappt und da holt die beste Mutter von allen noch ein paar gebrannte Mandeln für die Nachbarin und der Späteinkauf war vorbei.
Die ganze Aktion war wesentlich kürzer, als dieser Text, aber der Anfang ist gemacht und irgendwann, wird man auch in Deutschland wirklich „Rund um die Uhr“ einkaufen können. Bis es soweit ist, muss man eben noch zur Tankstelle, wenn bei einer Party morgens um Zwei der Wein alle ist und vielleicht wird auch der Handel den zahlenden Kunden mal als wertvoll ansehen. Aber das dauert eben in Deutschland immer etwas.

So in etwa ging es im Saturn zu:



Sollte dazu jemand tatsächlich eine Meinung haben, die er unbedingt auch loswerden will, der klickt bitte Hier!