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Casting

So wird das TV interne Zusammenrühren von musikalischen Genies heute genannt, welches uns immer wieder neue Pop oder andere Stars beschert, die dann im Radio rauf und runtergespielt werden. Voraussetzungen für einen solchen Star sind denkbar einfach. Nicht zu alt und jenseits der Aknezone muss man , sein, etwas trällern und seine Gliedmassen etwas rhythmisch bewegen, tanzen, sollte man etwas können. Noten, oder gar Instrumentenkenntnisse sind da gar nicht gefragt. Da war das zu meiner Jugend in der DDR noch etwas anders. Ich musste mit meiner Truppe, sie hieß „Rockhaus“ erstmal ein, zwei Jahre die Bühnen der DDR abklappern, bevor sie 1979 überhaupt zur Einstufung zugelassen wurden. Einstufung hieß Noten und Instrumentenkenntnis und die Musiker meiner Band mussten erst auf die Musikschule und komponieren lernen, bevor uns die Einstufung erlaubte für die Musik auch Geld zu verlangen bei Konzerten. Harte Regeln, aber gerecht. Gesponsert hat uns damals logischerweise keiner. Der Staat hatte kein Geld und eine Werbetreibende Industrie gab es nicht. Dafür war die Musik selbst gemacht und konnte sich auch hören lassen. Wir waren nicht die No Angels oder Bro’sis. Die Hits, die die Band 1987 hatten, waren selbstgezimmert, hörbar und nicht von alten Songs abgekupfert, wie es bei den No Angels grade der Fall ist. Heute sieht das Alles etwas anders aus. Junge Leute, die der Arbeit nicht allzu viel abgewinnen können, pilgern zu Tausenden zu den Fernsehsendern und machen sich da recht heftig zum Affen. Vorzugsweise Privatsender, wie RTL, wo neuerdings als Schiedsrichter in Sachen Musik, der „Mozart“ der Achtziger, Dieter Bohlen, das Sagen hat und RTL 2 erfreuen uns ca. halbjährlich mit ihren „Entdeckungen“, die etwas Trällern, Hüpfen, aber bar jeder instrumentalen, oder gar Notenkenntnis zu so genannten „Superstars“ hochgepusht werden. Für mich fängt ein Superstar immer noch bei David Bowie, Tina Turner und Mick Jagger an, aber das ist sicher ein Relikt meines Alters. Es gibt ja heute auch das Konzert einer Kettensäge mit sechs Schlagzeugen, eine „Musikform“, die aus mir unverständlichen Gründen von ihren zahlreichen jungen Fans „Techno“ genannt wird und die ich persönlich nur unplugged zu genießen vermag. Es ist erstaunlich, denn so ähnlich haben meine Eltern damals über meine Musik geredet und noch erstaunlicher ist die Tatsache, das meine Mutter mit ihren nunmehr 65 den Rolling Stones richtig gute Seiten abzugewinnen vermag. Das kann auch daran liegen, das diese Rockopas bald im selben Alter sind. Für gecastete Bands und für Techno hat sie jedenfalls nichts übrig. Da läuft was falsch. Wo ist, verdammtnochmal meine Jugend hin? Wenn ich demnächst noch Heino höre, wie mein Stiefvater selig, sollte ich ernsthaft mein Testament überarbeiten müssen.