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Castingshows

Es ist wie eine Seuche. Egal welchen Privatsender man jetzt einschaltet, auf jedem Kanal sieht man Tagsüber und auch Abends, wie sich Reihenweise junge Normalverbraucher vor einer Kamera zum Affen machen, in der Hoffnung, von irgendwem für würdig befunden zu werden, dies dann auch mal auf einer Bühne zu tun.
Bei RTL ist es Deutschland sucht den Superstar, bei Sat1 Starsearch und Pro7 zieht jetzt nach mit Popstars und der Castingagentur. Es ist zum gruseln. Das Nervige daran sind ja nichtmal diese Sendungen an sich, sondern deren meist ziemlich militante jugendliche Fans.
Wenn man da so seine Zweifel an der Qualität dieser gecasteten Sängerlein anmeldet, kommt spontan und andauernd das flache Argument, das Robbie Williams ja auch mal gecastet worden ist. Ein recht albernes Argument, das an Überzeugung verliert, wenn man nur weiter nachdenkt. Wegen einer gefundenen Perle im Schweinekot käme ja auch kein Bundesbürger auf die Idee, monatlich seinen Stuhlgang zu durchwühlen.
Nun haben die Castings selbst noch den Unterhaltungswert einer Freakshow und richtig böse wird es erst, wenn dann eine abendliche Show angesagt ist. Armeen von Moderatoren bemühen sich krampfhaft, den farblosen Sängern irgendeine Vita anzudichten, was meist daher schon in die Hose geht, weil die Erwählten meist noch viel zu jung sind, um sowas auch nur Ansatzweise zu haben und da muss dann, wie im Fall von „Alex“, des singenden Schluck Wassers von RTL die dürftige Geschichte des Castings herhalten.
Musikalisch ist das ganze eine Nullnummer, bei der meist nur Vokalstimmen für etwas Popseife aus dem Computer gesucht und von einem „hochinteressiertem“ Fernsehpublikum dann zusammengevotet werden. Eine sehr einträgliche Geschichte für Privatsender und die satt beteiligten Telefongesellschaften.
Wichtig ist auch noch, dass die Jury dann eine gewisse Prominenz hat.
RTL hatte da mit Dieter Bohlen die Nase vorn und die anderen Privaten das Nachsehen. Selbst ein Hugo Egon Balder konnte bei Sat1 die Schärfe und die Bissigkeit eines Dieter Bohlen nichtmal Ansatzweise erreichen. Bei Pro7 muss man schon aufpassen, das man wenigstens die Namen der Jurymitglieder behält und da sieht es dann mit den Kandidaten erst recht ziemlich mau aus.
Argumentativ Pro Castingshow wird auch gerne auf die singenden Kleiderständer, dem Hausfrauenquintett No Angels verwiesen. Nur auch da bewölkt sich der Horizont an Argumenten, weil sich eine der Protagonistinnen ziemlich plötzlich entschieden hat, einem Urinstinkt nachzukommen und dann doch lieber erst noch ein weiteres Kind in diese übervölkerte Welt setzen zu wollen. Also eben noch auf der Showbühne und nun plötzlich wieder an Heim und Herd!
Auch in der anderen gängigen gecasteten Truppe, Bro’sis hat man sich nicht mehr ganz so lieb und mobbt und ekelt auch schon mal eine „Sängerin“ raus. Somit bekommt das Ganze dann auch die Halbwertzeit eines Puddings auf einer ICE-Schiene. Vom musikalischem Wert des Ganzen will ich gar nicht erst anfangen. Ich verzichte auf diese albernen Vocals und bleibe bei meinen Bands, die neben einerastreinen Bühnenvita auch noch eine Zukunft haben. Ben Folds ist da bei mir ein Aufhänger. Er steht zwar nicht mit Brustbetontem Kleid auf der Bühne, macht aber dafür echte Musik und beherrscht, ganz im Gegensatz zu den Castingtruppen, noch diverse Instrumente, die er auch noch virtuos zu bedienen weiß.