About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Codename V




Obwohl ich bei den Brüdern Wachowski seit den verhunzten Fortsetzungen von Matrix so meine Bedenken hatte, legte ich mir ihr neustes Werk „V wie Vendetta“ als DVD in der Blechmütze, also im Steel Book geholt, weil ich den Film im Kino versäumt hatte.
Erst einmal hatte beglückte der Filmverleih Warner seine Kunden mit Wartezeit und materieller Entschuldigung, weil er den Bedarf an den Steel Books völlig unterschätzt hatte. Dann aber kam der Film, der ein verfilmter Comic für Erwachsene sein soll. Unter Comic für Erwachsene verstand ich bisher nur diese seltsamen Adaptionen von Disney, wo in Entenhausen alles notgeil und erigiert herumlief, aber mit solchem Schund hatte Vendetta nichts zu tun, sondern erwies sich als sehr viel besser, intelligenter und sogar reichlich revolutionär für diese Zeit. Der Plot bei Prisma-Online klingt simpel, aber er ist es nicht:



Großbritannien in naher Zukunft: Nachdem ein Virus das Land verseucht hat, brachte dies ein totalitäres Regime an die Macht, unter dem nun die Bevölkerung arg zu leiden hat. Doch ein Mann mit einer Guy-Fawkes-Maske (Hugo Weaving), der sich selbst nur schlicht "V" nennt, stellt sich den Machthabern und ihren Handlangern mutig entgegen. Als er eines Abends die junge Evey (Natalie Portman) vor einer Vergewaltigung bewahren kann, glaubt er bald, in ihr eine Verbündete zu haben. Doch die junge Frau ist sich unschlüssig und weiß nicht, ob sie die terroristischen Aktionen Vs unterstützen soll. Erst als auch Evys sympathischer Chef von einem Gestapo-ähnlichen Trupp getötet wird, steht ihre Meinung fest. Doch dann wird auch sie geschnappt...


Totalitär halte ich für eine sehr zarte Untertreibung, denn dieses England nach einem Atomkrieg ist ganz einfach faschistisch/religiös und es regiert ein fanatischer Kanzler (John Hurt) mit harter und blutiger Hand.
Es herrscht Planwirtschaft, Nahrungsmittelmangel und es gibt Konzentrationslager für rassische und sexuelle Minderheiten. Die Bevölkerung wird durch gleichgeschaltete TV-Sender permanent indoktriniert, Homosexualität ist verboten, es gibt "Schwarze Listen" verbotener Dinge, auf denen sich der Koran ebenso findet wie Tschaikowskis "1812"-Overtüre und diverse andere Kunstwerke.
Der Mann, der sich den ganzen Film über tatsächlich nur „V“ nennen lässt und die Maske nicht ablegt, auch wenn er mit Schürze in der Küche hantiert, ist als Rächer in London unterwegs und jagt nach dem Motto „Krieg den Palästen“ auch gerne mal den einen oder anderen Palast in die Luft, oder meuchelt allzu eifrige Diener des Systems und hinterlässt in den Trümmern revolutionäre Sprüche und bei den Toten eine bestimmte Art von Rosen, die auch verboten ist und zu der es auch eine Geschichte gibt, von der man im Verlauf des Filmes noch erfährt.
Optisch alles sehr bunt und inhaltlich alles sehr düster, aber unterhaltend und auch akustisch ist der Film ein Bringer, der mein altes Ohr im Abspann sogar mit „Street Fighting Man“ von den Stones erfreut, um die revolutionäre Botschaft des Films zu unterstreichen. Das Ende des Films ist dann auch so spektakulär und so dramatisch, wie es nur in einem Comic möglich ist. Ein Comic für Erwachsene, der so ziemlich Erwachsene wie mich sehr gut unterhalten und bei meiner Wertung auch glatte 10/10 verdient hat. Im Übrigen ein hervorragendes Futter für das heimische Kino.



Wer dazu eine Meinung hat und die unbedingt auch loswerden will, der klickt bitte Hier!