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DM oder Euro?

Es ist schon fast makaber, was die Medien, das Kampfblatt der Union, die BILD, vorneweg nun drei Jahre nach der doch ziemlich willkürlichen Einführung des Euro als einziges Zahlungsmittel in Deutschland und Umfragen starten, was den Deutschen denn lieber wäre, die Deutsche Mark oder eben dieser Euro.
Als ob die Deutschen jemals eine Wahl gehabt hätten, denn die Einführung des Euro war ein ziemlich einsamer Entschluss des ewigen Einheitskanzlers Helmut Kohl, der sich damit auch bei der europäischen Einheit einen Platz in der Geschichte sichern wollte. Das Einzige was Kohl damit allerdings wirklich gesichert hat, waren die exorbitanten Gewinne, die der deutsche Einzelhandel bei der Einführung des Euro durch die mehr oder weniger abenteuerlichen Umrechnungskurse gemacht hat und somit die damalige Regierung in den Verruf brachte, diese Umrechnung gut genug vorbereitet zu haben.
Nun ist aber jede Regierung mit einer ebenso willkürlichen wie unsinniger Währungsreform wie die von der DM zum Euro erst einmal völlig überfordert. Es hätte einer schärferen Überwachung des Handels bedurft, aber genau das stößt in einer Demokratie schnell auf Grenzen.
Geplant war ursprünglich, dass ein Euro ca zwei DM wert sein sollte und entsprechend fielen die Einkommen.
Nur die Händler sahen das etwas lockerer und zauberten ganz abenteuerliche Wechselkurse, jeder wie es ihm gerade passte und im günstigen Fall dann noch Eins zu Eins. Nur ein praktisches Beispiel: Die Rasierklingen, die ich benötige, um den Wildwuchs in meinem Gesicht einzudämmen, waren mit 13 DM schon ziemlich teuer und hätten nach geltendem Kurs dann nur 6,50 Euro kosten dürfen.
Aber sie kosten sagenhafte 13 Euro. Das Volk hatte deutlich weniger Geld in der Tasche und der Binnenkonsum ging seitdem in den Keller. Eigentlich sollte das noch jeder wissen, wenn er nicht gerade im Koma gelegen hat, aber diese Umfragen von BILD und Co spekulieren ja auch auf etwas ganz anderes.
Die Frage nach der D-Mark suggeriert einfach nur den Wunsch nach den besseren Zeiten, die man mit der D-Mark natürlich verbindet. Es gab keine Bösartigkeiten von Hartz IV und es schien insgesamt alles besser und heiler vor der Einführung des Euro im neuen Jahrtausend.
Alles Dinge, nach denen sich eine Mehrheit der Deutschen fast unbesehen zurück sehnt. Allerdings reicht dazu eine neue Währungsreform ganz einfach nicht aus. Im Gegenteil, eine neuerliche Währungsreform würde wieder Industrie und Handel auf den Plan, die dann das Volk, das diese neuerliche Reform ja ausdrücklich wünschte, wieder mit abenteuerlichen Wechselkursen, nur diesmal vom Euro zur DM zu verwöhnen und ihnen dann ganz legal den letzten Pfennig aus der Tasche zu ziehen.
Meine Rasierklingen würden mich dann satte 26 DM und noch mehr kosten, wenn die Händler erneut und wieder ganz legal beim Umrechnen Raubritter spielen dürfen. Nur würde ich die gar nicht haben, weil die deutschen Ämter wieder bis zu zwei Jahre brauchen, um der finanziellen Entwicklung in Deutschland auch nur ansatzweise gerecht zu werden.
Genauso, wie ich damals die D-Mark behalten wollte, will ich jetzt beim ungeliebten Euro bleiben, denn nun habe ich mich gerade an ihn und seine Preise gewöhnt.
Die alten Zeiten kommen ohnehin nicht wieder, selbst wenn man in Deutschland mit Perlen, Fellen von erlegten Tieren und Naturalien bezahlen könnte.
Nun steht ja die Währung ohnehin nicht zur Wahl, sondern nur zwei Möglichkeiten. Entweder weiter mit den Grausamkeiten von Rot/Grün, die aber noch halbwegs sozial abgesichert sind, oder neue Grausamkeiten einer schwarzen Regierung, die dann aber auch die letzte soziale Hemmung als überflüssigen Ballast abwirft.
Auch da steht meine Wahl schon fest.