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Das Ende der Vielfalt

Premiere kleinPremiere World klein

Alle guten Ideen, die am Ende des letzten Jahrhunderts noch ihren Ursprung hatten und umgesetzt wurden, zeigen nach der Jahrtausendwende ziemliche Verfallserscheinungen und die Halbwertzeit von Himbeereis. Als ob ich geahnt habe, dass ich bald sehr viel Zeit dafür haben werde, war ich Ende 1999 so wahnsinnig, mir das Bezahlfernsehen Premiere zuzulegen, das damit warb eine ganze „Premiere World“ zu bieten.
Am Anfang gingen Werbung und Rechnung ja noch auf, ich hatte sieben Filmkanäle, mit relativ frischen Filmen, etliche Themen und Spartenkanäle und bei Bedarf auch etwas Sport und alles zu einem bezahlbaren Preis. Dann bekamen neue Leute bei Premiere das Sagen und experimentierten kräftig drauf los.
Sie verschoben Kanäle, nannten sie um und taten alles, was neue Chefs so treiben, wenn sie glauben, eine Spur hinterlassen zu müssen, sie schraubten am Programm und am Angebot herum, machten aus sieben Filmkanäle jetzt fünf Filmkanäle, wurden dabei immer teurer, der Fußball verschwand fast ganz zu den Öffentlich/Rechtlichen und zum Konkurrenten Arena und nach sechs Jahren haben sie es nun erreicht. Ich hab die Nase voll, lass den Vertrag noch auslaufen werde da dann zu Kabel Deutschland wechseln.
Die bieten fast das gleiche Programm, kosten dafür nur ein Drittel von dem, was Premiere verlangt.
Die Meisten der als neu angepriesenen Filme bei Premiere, die halbwegs interessant sind, stehen ohnehin längst als DVD bei mir im Regal.
Bei Premiere ist dasselbe passiert, was bei und mit der Kinder und Jugendcommunity GIGA passiert ist. Beide haben Anlauf als Tiger genommen und sind als Bettvorleger gelandet.
Die optischen und akustischen Vorzüge des selbsternannten „besten deutschen Fernsehens“ lassen sich ohnehin an einer Hand abzählen. Zwei Kanäle mit Dolby 5.1 und zwei Kanäle mit dem neuen Standard HDTV und HDTV kosten sogar noch etwas extra, weil man natürlich wieder extra Geräte benötigt.
Dafür wurde das Programmangebot an sich immer kleiner und alle zwei Jahre Kanäle und Programmplätze zu wechseln, ist ohnehin eine absurde Gewohnheit geworden und verprellt die Zuschauer und darunter nun auch mich. Ich hab es ganz einfach satt, bei jeder Programmänderung, die bei Premiere verharmlosend "Transponderumstellung" genannt wird, jedes Mal den Decoder bis auf die Grundkonfiguration herunterzufahren und dann alles völlig neu einlesen zu lassen.
Geschmacklich haben die Macher von Premiere längst den Status unterirdisch erreicht und auf den verbliebenen Filmkanälen folgen auf Horrorfilme mit der FSK 18 doch tatsächlich echte japanische Kinderfilme der Sorte Manga und schon muss man umschalten.
Schalten ist auch noch ein Stichwort, denn die Freischalterei aller Filme, die FSK 16 und drüber sind und das sind bald die Meisten, geht mir auch ziemlich heftig auf den Kranz, denn schon mein Spiegelbild beweist mir mindestens einmal täglich, wie viel Jahrhunderte ich schon jenseits der 16 bin und Premiere bekommt es nicht gebacken, dass in meinem Haushalt keiner lebt, der unter 16 ist, denn sogar meine Kater sind älter. Wenn jetzt nicht noch der Service bei Premiere so grottig wäre und die Kundenhotline rund um die Uhr nicht erreichbar, würde ich jetzt schon wissen, wann ich da aus dem Vertrag aussteigen kann und wie lange ich noch zahlen muss.
Ich hab jetzt erstmal genug Filme auf DVD, da kann ich für meine Unterhaltung auch selbst sorgen und den Rest besorgen dann die öffentlich/rechtlichen und die Privatsender. Langweilen kann ich mich auch auf RTL ganz gut und das kostet nichts.

Wer dazu eine Meinung hat und die unbedingt auch loswerden will, der klickt bitte Hier!