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Das Grauen ist zurück

Nina HagenDSDS-Wall_klein
Eigentlich hat ja jeder Mensch, der über funktionierende Ohren verfügt, gedacht, gehofft und vielleicht auch gebetet, dass sich das Thema Castingshow nach den letzten akustischen und optischen Unfällen bei DSDS von RTL ein für allemal erledigt hat und das Casting an sich seit 2004 erledigt hat, da es kulturell und auch sonst von keinem messbaren Wert war, aber da Kanzlerin Merkel ja nicht alle verpickelten Jungs und solche mit Walter Ulbricht Gedächtniskinnbart zu bewaffnete Abenteuer ins Ausland schicken kann und die Privatsender die großen Lücken zwischen den Werbeblöcken mit irgendetwas füllen muss, wurde diese zweifelhafte Art der Ermittlung von Talenten ausgegraben, warm gerieben und reanimiert.
Den Anfang machte Pro7 mit der Castingshow „Popstars“ und einer, fast schon makaberen Jury.
Denn neben dem unvermeidbaren Musikproduzenten und dem gescheiterten Drill Instructor mit dem lieblichen und ziemlich bescheuertem Namen Detlef D! Soost, sitzt doch tatsächlich eine alt und faltig gewordene Nina Hagen und gibt damit auch dem letzten Zuschauer das Ende ihrer Laufbahn als ernstzunehmende Musikerin kund und zu wissen.
Dabei hat sie so eine eindrucksvolle Laufbahn hinter sich.
Als Schlagersternchen in der DDR machte sie sich mit vergessenen Farbfilmen einen Namen und nachdem sie in den Westen übersiedelte, erkannte sie den Punk als ihre wahre Berufung, heizte damals in den Achtzigern ganz Deutschland mit der punkig gesungenen Satire vom „TV-Glotzer“ ein. Dann hob sie in Richtung Indien ab, um ihr Tantra, oder was auch immer zu finden und wurde zu einer deutschen Kultfigur, was ich auch nicht ganz nachvollziehen konnte, da sie eigentlich nur in einer etwas wilden Mischung aus Deutsch und Englisch ziemlichen Unsinn plapperte.
Aber als Tochter der, in der DDR beliebten Schauspielerin Eva Maria Hagen und des systemkritischen Liedermachers Wolf Biermann hatte sie alle diese Freiheiten. Nun, Jahrzehnte später, präsentiert sie sich ihren Fans nicht etwa mit neuer Musik, denn Singen kann die Hagen wirklich, von Klassik bis Rock hat sie das alles gelernt und gekonnt, sondern ausgerechnet als Jurorin der drittklassigen Castingshow „Postars“ auf Pro7 und will dort Gammelfleisch im Alter von 16 bis 30 von der Straße holen, das ernsthaft glaubt, singen zu können.
Der amerikanische Popkünstler Andy Warhol kann nichts dafür. Seine Bemerkung, ein jeder würde im Leben "für 15 Minuten berühmt" werden, hat schon zur Rechtfertigung mancher Dummheit herhalten müssen. Eine dieser Dummheiten läuft auf Pro7 und behauptet steif und fest, dass Deutschland „neue Engel“ bräuchte.
Im Angesicht dieser Regierung keine ganz so üble Idee, wenn Pro7 damit nicht neue und natürlich von ihm gecastete Musikerinnen meinen würde, die in die Fußstapfen der zu Recht verblichenen, weil ebenso unnötigen „No Angels“ steigen sollen und RTL ist schon bei und castet für ein neues DSDS, weil RTL noch immer und wieder behauptet, dass Deutschland nichts dringender bräuchte, als einen neuen Superstar, der keiner ist und der nachher in der Werbung endet.
Nur braucht Deutschland untalentierte Singezahntruppen der Marke „No Angels“ und die unausgereiften Superstars von RTL genauso nötig, wie eine Ruhrepedemie mit Papierknappheit und unterhaltend ist eigentlich nur das jämmerliche Scheitern der meisten Akteure dieser Castingshows.
So sollte der Musikproduzent Musik produzieren, Frau Hagen wieder was Ordentliches singen und der völlige Unsymphat Detlef D! Soost wieder in einer Baumschule den Bäumen Zucht und Ordnung bei den Blättern beibringen.
Herr Bohlen muss erst gar nicht antreten mit seinem DSDS, sondern weiter das machen, was notgeile Endvierziger mit Samenstau eben so treiben.
Deutschland hätte zwar keinen neuen Superstar, aber es wäre dankbar und man könnte den Fernseher mal ohne Angst einschalten.
Immerhin haben die Rockerzwerge vom Tokio Bordell bewiesen, dass es keine Castingshow braucht, um eine Art von musikalischen Nachwuchs zu haben. Nach einer Idee von Fargos Blog noch ein paar Filmchen zum Text, die ich hemmungslos geklaut habe.





Gruslig, im Stimmbruch, nicht gecastet, die trotzdem erfolgreichen Rockzwerge:



Ganz echt, ungecastet und auch von 2006, die Rockopas:



Wer dazu eine Meinung hat und die unbedingt auch loswerden will, der klickt bitte Hier!