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Das Prinzip GIGA

In den 40 Jahren, in denen ich ein Berlin bewohnte, das sich noch „Berlin, Hauptstadt der DDR“ genannt hatte, habe ich nicht annähernd soviel Stromausfälle erlebt, wie in den letzten 15 Jahren nach der Einheit.
Danach wurden die Chefposten in der BEWAG, den größten Berliner Stromversorger von der Politik offensichtlich nach dem Prinzip wer regiert und kennt wen besetzt.
Das Prinzip GIGA also, wo Kompetenz und Ahnung von der Sache auch nicht unbedingt eine Voraussetzung sind und die Unfähigen das Sagen haben.
Die SED hat diese Posten auch mit gläubigen Parteigenossen besetzt, aber die konnten alle fundiertes Wissen und Können nachweisen.
Heute reicht da nur das richtige Parteibuch. Diese Leute wussten noch, dass es immer mehr Geräte in den Haushalten gibt und keines davon mit Tomatensuppe betreiben lässt.
Wenn heute zweimal im Jahr in Teilen Berlins der Strom ausfällt, wird es dann auch gerne auf andere geschoben.
Meistens auf Bauarbeiter, die wieder eine Straße bis zum Erdkern aufgerissen, nur um eine Schiene oder eine Rohrleitung zu verlegen und dabei mal eben ein Hauptkabel der BEWAG zerfetzt haben. Das allerdings kann man an normalen Werktagen gelten lassen, aber Ostermontagnachts um eins klingt selbst dieser ansonsten glaubhafte Spruch selbst für meine Ohren etwas zu verwegen!
Hatte man im Osten noch brav für fünf Jahre erhöhten Strombedarf geplant, scheint die Marktwirtschaft etwas zäh auf den erhöhten Bedarf zu reagieren.
Die BEWAG vermag nur eine gewisse Grundversorgung mit billigem Industriestrom für Straßen und Straßenbahnen und für die Häuser des Regierungsviertels rund um die Uhr und das 365 Tage im Jahr zu garantieren.
Für den Privatstrom verlangt die BEWAG zwar ziemlich happige Preise, aber geht ansonsten wohl davon aus, dass jeder Berliner Haushalt sein privates Gezeiten, oder wenigstens Windkraftwerk hinterm Haus zu stehen hat.
Auf die Idee, einfach mal die Kapazitäten zu erhöhen und wegen des alten und seit dem Krieg tausend Mal geflickten Kabelnetz auch mal ein paar ganz neue Leitungen zu verlegen, kommt bei der BEWAG dann auch keiner.
Soll sich doch der Kunde mit Taschenlampe und Fackel gerüstet, einfach mal ins Bett legen und den nächsten Ausfall abwarten. Hauptsache, sie bezahlen die geforderten Unsummen für die Zeit, wenn der Strom dann mal fließt.
Das allerdings wäre nur eine akzeptable Lösung für 1505 oder für eine gewisse Sorte Landbevölkerung.
Mit dem Strombedarf des dritten Jahrtausend scheint jedenfalls die BEWAG hoffnungslos überfordert. Mit dem Prinzip GIGA kommt man im neuen Jahrtausend nicht weit. Auch und schon gar nicht bei der Stromversorgung.