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Das Sterben der Boards und die Drücker

Ich sitze nichtsahndend am Computer, Reise im Netz und mir fällt auf, das diverse kleinere Internetboards schon den Weg alles Irdischen genommen haben, dann klingelt es an der Tür. Die Wohnungstür, bei der anderen hätte ich sofort mit Herzriss eingeliefert werden müssen, so laut und aufdringlich, wie die ist.
Als ich dann öffne, bereue ich sofort, dass es nicht die andere war, denn vor der Tür steht mit einer Zeitung wedelnd, ein Drücker, der mir partout ein Abo derselben andrehen will. Irgendein Depp hatte den ins Haus gelassen. Nachdem die erste Bestimmtheit meines „Nein Danke“ ihn absolut nicht beeindruckte, wurde ich lauter und er brummte was von vier Euro, die ich ihm durch meinen Unwillen gerade versaut habe. Nun ist es zwar nicht die Zeit, auf den Wert eines erlernten Berufes hinzuweisen, aber insgeheim dachte ich genau das.
Ich setzte mich wieder ans Internet und haderte wieder mit "Gott". Erstmal, warum er meinen Schäferhundmischling Alex nicht leben ließ, der sich auf solche Raubritter an der Wohnungstür spezialisiert hatte und die mit gezieltem Knurren in die Flucht schlug. Dann haderte ich, weil so viele Internetboards den Bach runtergegangen sind, mit der Geldgier der betreffenden Anbieter, die jeweilige Betreiber mit ihrer offenen Kralle in den finanziellen Ruin trieben. Von den sieben Boards auf denen ich geschrieben habe, sind gerade noch vier aktiv.
Eines davon, auf dem ich oft bin, hat auch gerade finanzielle Probleme. Ich beschließe, meinen Finanzminister um Kleingeld anzugehen und mindestens fünf Euro zu überweisen. Fehlt mir eben mal ein Rohling. Diesem Wucher im Internet muß begegnet werden und wenn es durch Einzahlen passiert. Ich hatte zwar schon früher Internet via AOL und Compuserve, aber das blanke Internet, ohne graphischen Firlefanz davor hab ich erst seit Anfang 1999. das war auch die beste Zeit des Internet nach meiner Meinung. Alles war im Aufbruch und steckte in den Kinderschuhen. Die Reise mit 56KB war langsam und teuer, aber die Anzahl der Banditen, die sonst noch für jeden Dreck Geld wollten, hielt sich damals in überschaubaren Grenzen. Auch mein Hund lebte da noch und hätte sich der Drücker in rührender Weise angenommen. Ich sehne mich öfter nach der Zeit, als gut für mich ist. Nur war es einfach eine Schöne.