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Das Virtuelle und das Reale

Das Internet wimmelt nur so von Boards, wo man erstmal gebeten wird, seine Meinung kundzutun. Nur meist sind die Chefs solcher Boards außerhalb des Internets recht hässliche und recht unwichtige Gestalten.
Um das zu kompensieren, gründen sie irgendein Board und benehmen sich dort wie absolute Herrscher. Nur ohne jegliche vernünftige Legitimation. Meinungen sind dann auch nur gewünscht, wenn diese mit der des Boardchefs auch konform gehen. Es wird nur gewünscht, das man zum Nutzen des Boards sich die Finger möglichst wund tippt und eigentlich recht sinnlose Postings macht.
An eines der Übelsten dieser königlichen Boards geriet natürlich wiedermal ich. Im Internet verlässt mich offenbar mein Gespür für Gut und Böse, was mir im realen Leben so von Nutzen war.
Dieses Übelste der üblen Boards nennt sich dann noch Virtuallogic. Als ob virtuelles Potenzgehabe im Internet noch irgendwas mit Logik zu tun hätte. Der Chef dieses Boards holte seine Schreiber Handverlesen und davon blind und erstmal geehrt gefühlt, tippte und schrieb ich drauflos. Über 2500 Artikelchen setzte ich auf dieses Board und damit in den Sand, denn der „König“ war noch unzufrieden und holte neue Leute, die mir schon von Beruf und Berufung, der eine ein gläubiger Fanatiker und der andere ein Waffenliebhaber, der sich mit lächerlichen Bildern von seiner Grundausbildung ziemlich ernsthaft „schmückte“, völlig zuwider waren.
Denn weder lasse ich meinen Sex mit „Hölle“ bedrohen, noch mag ich Kinder mit Waffen! Auch triebe Leute auf diesem Board ihr Unwesen, gegen die politische Zündelei des verblichenen Möllemann wie ein Streichholz in glühender Lava wirken.
Es tobten sich da nicht nur Neonazis aus, sondern bekamen sogar irgendwelche virtuelle „Ränge“! Alles Sachen, die mir persönlich sehr suspekt sind und ich dagegen schrieb. Das missfiel seiner Hoheit, der sich zu allem Überfluss auch noch „Altruist“ nannte ganz außerordentlich und er warf mich nach über 2500 von mir gemachten Postings von seinem ach so göttlichen Board.
Ich hatte mich Zwischenzeitlich mit seinem Vertreter angefreundet und mir nichts weiter dabei gedacht. Ich bin eben alt, kurzsichtig, blöd und mit den Gegebenheiten des Internets nicht vertraut. Ich glaubte ernsthaft, die Offenheit und Wahrhaftigkeit, wie ich sie aus meinem realen Leben kenne, wäre ein messbarer Standard.
Es war natürlich klar, das ich da enttäuscht wurde. Andere Freunde, die diesem Freund von mit mehr Misstrauen gegenüberstanden, als ich, brachten mich dann auch auf die richtige Spur. Monate(!), nachdem ich von diesem Board der Bonsaiegos geflogen bin, sah sich dieser Vertreter doch tatsächlich genötigt, seinen Boardchef für den „feinen Zug“, wie er meinen Rauswurf nannte, zu preisen und zu loben!
Irgendwie muß GIGA mit seinem Gewese um virtuelle "Titel" recht bleibende Eindrücke auf ungefestigte Charaktere haben.
Ich danke meinen misstrauischen Freunden, denn ohne sie hätte ich davon nie erfahren. Zur Rede gestellt, kam mir der Vertreter dann mit allerlei Blah, aber auf die Idee, dieses unwürdige Board zu verlassen, kommt er immer noch nicht. Er hat ja einen virtuellen „Titel“ dort! Erschütternd daran ist nur, das ich grade jenem Jungen eine große Zukunft und eine Menge Charakter an den Leib geschrieben hatte und ihn zu meinen realen Freunden holen wollte. Wieder eine menschliche Enttäuschung mehr.
Das wird ein Thema der hochwissenschaftlichen Forschungen im nächsten Jahrhundert sein. „Virtuelle "Titel" und ihr Einfluss auf Zwischenmenschliches Benehmen“ klingt doch als das Titelzeile einer Dissertation schon erstmal ganz gut! Was bin ich froh, reale Freunde, wie Markus und Felix im Internet gefunden zu haben. Felix kündigt schon wieder einen Besuch bei mir an, obwohl jetzt ich erstmal dran wäre. Muss mal mit Torsten über dessen Zeit verhandeln.