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Das Weiße im Auge

Man soll ja seinen Feinden so nahe kommen, dass man bei ihnen das Weiße im Auge sehen kann, wenn man sie bekämpfen oder auch nur beurteilen möchte. Ich habe das getan und mir für schlappe 15 Euro meinen Feind, den Rap in Form der DVD dieses Eminem ins Haus geholt.
Ein solcher Film als DVD hat ja gegenüber der Version von Premiere schon von vorneherein unschätzbare Vorteile: Man kann ihn beginnen lassen, wann man möchte, ihn auf Pause setzen wenn die Blase drückt und man kann ihn vor allem ausmachen und weglegen, wenn er denn zu sehr nervt. Womit wir auch schon beim Film selbst wären. Am Inhalt hat sich nicht viel geändert, der besteht aus wütendem Gebrüll. Angenehm überrascht war ich hingegen vom Soundtrack, der sogar richtig melodisch ist. Einen Oscar wäre mir das zwar nicht wert gewesen, aber einen Grammy dann doch allemal. Ich war übrigens ziemlich erstaunt darüber, dass der weiße Chef aller schwarzen Schreihälse dann doch tatsächlich so etwas wie halbwegs gute und melodische Musik hinbekommt, auch wenn es nur gut getarnter Rap ist. Eminem tarnt eine Menge in diesem Film.
Der 31jährige Multimillionär tarnt sich als armen weißen Schlucker von Anfang 20 mit dem Namen Rabbit, der nur nebenbei und als Hobby jeden Abend zu seinen schwarzen Brüdern in die Ghettos zum anbrüllen geht. Er selbst lebt natürlich völlig verarmt mit seiner nuttigen Mutter, von Kim Basinger prima gespielt, in einem heruntergekommenen Wohnwagen mit einer kleinen Schwester und Mutters Lover, mit dem er natürlich, dem Klischee sei Dank, nicht klarkommt und der in einer Autofabrik in Detroit im Akkord irgendwelche Bleche stanzt.
Da auf der DVD das Gebrüll, ganz im Gegensatz zu Premiere, deutsch untertitelt ist, macht der eine oder andere abendliche Brüller sogar noch einen Sinn. Recht gut getarnt ist auch die Tatsache, dass hinter dem Film mit dem vielem Gebrüll eine Art versteckte Sozialkritik an den Lebensumständen der Armen in den USA eines Präsidenten Bush steckt. Rabbit und seine Gang geben sich alle Mühe, jedes Vorurteil zu zementieren, das man über Rapper nur haben kann.
Sie beschimpfen einander aufs Gröbste, nur um sich Sekunden später wieder beglückt in die Arme zu fallen. Sie tragen Waffen, mit denen sie sich aus Versehen beinahe kastrieren und zünden Häuser an, die ihrer Meinung nach störend sind und prügeln sich mit konkurrierenden Gangs.
Abends entern sie dann irgendeine Bühne, damit sie einander wieder herzhaft anbrüllen können. Rabbits Freundin poppt natürlich fremd, er erwischt sie und rastet aus und vermöbelt den fremden Lover. Der holt seine Kumpel und rächt sich natürlich grausam. Alles wie aus dem Lehrbuch für werdende und möglichst wütende Rapper. Am Ende des Films kommt es dann zu dem großen Showdown, mit den grusligen Nahaufnahmen von zerkratzten Schallplatten und Rabbits roten, Blutunterlaufenen Augen, wenn er seine Konkurrenz bei einem so genannten Battle brüllend beleidigt, was offensichtlich der Sinn des Rap zu seien scheint, aber was bei Premiere ohne Untertitel völlig verloren gegangen ist. Mein Fazit des Films ist recht einfach. Ich kann weder Eminem noch seinen Gebrüll, dem Rap, etwas abgewinnen, aber der Film war seine 15 Euro wert.