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Das christliche Besäufnis

Polenjob

„Am Anfang war das Wort“ heißt es an einer markanten Stelle der Bibel, die ich mir mit 16, also vor genau 30 Jahren mal gegeben habe. Es muss am Anfang eine himmlische Ruhe gewesen sein.
Nur, was einer der vier Evangelisten so gelassen ausgesprochen und vor knapp zwei Jahrtausend niedergeschrieben hat, verkommt in Deutschland zu einem völligen Medienspektakel, wenn der aktuelle Papst, zu dem die Kardinäle nach dem Tod von Johannes Paul 2, der 2005 so medienwirksam und lange öffentlich verstorben ist, bei ihrem Konklave nun unvorsichtigerweise einen deutschen Pfaffen aus Bayern machen mussten, der einfach nur nach Deutschland kommt, ein paar frische Socken aus seinem Haus holen und in der örtlichen Kirche etwas beten will, dann schnappen zumindest die öffentlich/rechtlichen Sender über und berichten so, als würden Ostern, Weihnachten, Woodstock und die Love-Parade auf einen Tag fallen und so rasten die Sender dann auch ziemlich ungepflegt aus und verfallen in den Kanon einer langweiligen und sehr öden Hofberichterstattung. Nur der Ausflug zur Münchner Freiheit und der höchste päpstliche Segen für den dortigen Schwulenstrich blieb ziemlich unerwähnt.
Nur in völliger Ermanglung eines Königs, einer Queen, die für die Medien alle vier Wochen ihr Kleid und den Hut wechselt, oder überhaupt eines deutschen Adels, der nicht gerade kriminell auffällt, müssen eben Papst und katholische Kirche herhalten.
Da aber ein so sehr ater Mann wie ein Papst eher selten mit Haute Couture, also mit Trend setzender aktueller Mode aufwarten kann, vergeudet man mehrere Stunden am päpstlichen Flugzeug und am Papamobil. Wie spannend das eine landet und wie gut das andere fährt.
Denn im Gegensatz zu seinem Arbeitgeber Jesus, der vor über 2000 Jahren mit seinen Jüngern jede Entfernung zu Fuß bewältigt haben soll, braucht sein ziemlich betagter irdischer Nachfolger für ähnliche Entfernungen mindestens ein Flugzeug.
So wurde der halbe Samstag bei den öffentlich/rechtlichen Sendern, die via GEZ auch noch eine Masse Geld dafür eintreiben, damit verplempert, zu zeigen, wie ein Flugzeug landet, ohne abzufackeln. Irgendwie nicht direkt informativ, denn selbst ich habe schon ein Flugzeug landen und sogar von innen gesehen.
Diesen Tag konnte ich dann ja noch durch einige frische Horrorfilme kompensieren, darunter Saw 2, der erstaunlicherweise um Einiges besser war als Saw 1 und als das religiöse Geschwätz dann gegen Abend noch kein Ende nahm, habe ich den Film „Rottweiler“ nachgelegt, der spannend und anschaulich zu berichten wusste, was der Mensch so aus relativ harmlosen Hunden für Kampfmaschinen zu machen imstande ist, die gerne mal alles zerfetzen, was atmet.
Nicht unbedingt erstklassige Filme, aber allemal besser als das mediale Gewese um den alten Mann mit Gottesambitionen.
Zumindest war damit der erste Tag gerettet, an dem der Papst Deutschland und seine Themenarmen Medien überfiel und die vor ihm in die Knie gingen.
Nur ging das christliche Voodoo am Sonntag ja noch weiter und so richtig in die Vollen. Nicht weniger als 250 000 Menschen, wie die Öffentlich/Rechtlichen stolz zu berichten wussten, fanden Zeit und Muße, den Sonntagmorgen damit zu verplempern, auf einem Gelände bei München zu pilgern und dort in fremden Zungen, also auf Latein, fromme Lieder zu singen und dem alten Mann begeistert zu bejubeln, wenn der auch nur lauter hustete. Andererseits ist es nicht erstaunlich, dass ein Volk bei der Regierung dann doch lieber an einen, alles regelnden Gott und dessen greisen Vertreter glaubt.
Wie beim Weltjugendtag 2005 war ich erstaunt und entsetzt, wie viele junge Menschen schon dabei waren, die ihr Leben offenbar nicht auf die Reihe bekamen, ohne an ein höheres Wesen glauben zu können, das da gerne reinregiert und dessen irdischen Stellvertreter zu bejubeln.
So wirklich göttlich sah der alte Mann, der sich da „Benedikt XVI“ nannte, eigentlich nicht anzuschauen, aber ich sehe so was auch mit den Augen eines schwer genervten Heiden.
Der Pope, der mir noch gut als der Frauenfeind Kardinal Joseph Ratzinger in Erinnerung ist und jetzt den weltgewandte Papst hervorkehrt, wird noch bis zum 14. September brauchen, um seine Socken aus seinem Heimatdorf Marktl am Inn zu holen und erst dann werden die süchtigen Katholiken wieder Ruhe geben, weil ihre Droge Benedetto dann wieder die Welt von Rom aus bekehren wird.
Zum Glück hab ich ja noch ein paar neue Filme, die ich bis dahin sehen kann und etwas guter Horror ist für den Fall bei, dass es wieder unzählige Messen gibt. Schlimmstenfalls geb ich mir noch mal die plappernden und menstruierenden Frauen aus dem gescheiterten Horrorversuch Descent. Man muss nur kreativ und gerüstet sein und man überlebt auch so fromme Landplagen und auch das nächste christliche Besäufnis!




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