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Deflation

„Wertsteigerung des Geldes durch Verminderung des Geldumlaufs (Geldschrumpfung). Das gesamtwirtschaftliche Angebot von Gütern übersteigt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, welches eine Unterversorgung der Wirtschaft mit Geld bedeutet. Gegensatz: Inflation.“

Wenn ich diese Definition lese und in meine Brieftasche und auf mein Konto sehe, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, das uns die Kunstwährung Euro das Musterbeispiel einer Deflation geliefert hat. Gerade die Geldschrumpfung hat bei mir ziemlich mustergültig funktioniert, denn noch nie in meinem Leben war ich gezwungen, Geldschein und oder Münze wirklich so oft umzudrehen, bevor ich sie ausgebe. Das Angebot steigt allerdings heftig und meine Nachfrage wäre auch da, nur kann ich sie mir einfach nicht mehr so leisten, wie ich es mit Ost oder D-Mark gekonnt hätte. Mir wird schwindlig, wenn ich nur daran denke, wie locker ich mal eben mehrere 100 Mark früher abgehoben und bei mir hatte. Egal, ob nun Ost oder West. Was früher ganz einfacher Standard war, das grenzt heute bei meinen Einahmen an purem Luxus. Auch in meinem Umfeld wird das Geld Beruhigenderweise weniger und es trifft nichtnur mich. Der Handel, die Industrie und andere, die gerne Geld sehen und davon leben, nahmen die Einführung des Euro als eine Einladung und zauberten sich ihren ganz persönlichen Umrechnungskurs zur D-Mark. So kosten bestimmte Rasierklingen von Gillette, die schon mit 12 DM ziemlich teuer waren, ganz einfach nur 12 Euro. Dumm nur, das die Industrie sich darauf verlassen kann, das den meisten Männern immernoch Bärte wachsen, wenn sie nicht gerade eine OP zu einem transsexuellem Wesen hinter sich haben, aber selbst dann ist auf den Bartwuchs ein ziemlich teurer Verlass, wenn man sich nicht mit den unausgereiften Maschinen der Firmen Braun oder Philips blutig herumschlagen will. Doch auch bei den Lebensmitteln wurde und wird immernoch sehr kreativ umgerechnet. Waren Brot und Brötchen früher Pfennigartikel, kosten sie heute in Cent meist mehr als das Doppelte, ohne etwa besser zu schmecken. Im Gegenteil, selbst in einer Metropole wie Berlin muss man für einen guten Bäcker durch die halbe Stadt. Das kostet aber wieder Sprit. Auch das Benzin ist jetzt mehr als doppelt so teuer wie zu den Zeiten der DM und kostet soviel, als würde das Rohöl von friesischen Bauernjungen in Handarbeit von freilaufenden Ölquellen gezapft. Die Einzigen, denen der Euro und seine Folgen nichts anhaben konnte, sind diejenigen, die ohnehin über Massen von Geld verfügten und den Politikern, die sich per eilig erlassenem Gesetz erstmal finanziell wieder königlich für ihren verzapften Mist entschädigt haben. Dieses Finanzexperiment traf und trifft also wieder nur die normalen Bürger und es war schlicht unnötig. Wenig Geld konnte man auch ohne Euro recht viel haben, wenn man sich nur entsprechend anstrengte und der Faulheit huldigte. Das Experiment betrachte ich als gescheitert und man hat nur künstlich eine Mehrheit des Volkes verarmt. Die D-Mark wiederhaben zu wollen, wäre auch unsinnig, da die Rückrechnung mindestens genauso abenteuerlich, also so um die eins zu vier betragen würde und außerdem hab ich mich an das deflationär knappe Spielgeld jetzt langsam gewöhnt!