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Der Allesfresser

Das ist jetzt um Himmelswillen kein biologischer Text, sondern eher ein technischer. Immerhin habe ich ja 1980, also vor zwei Jahrhunderten da eine Lehre als Facharbeiter für Nachrichtentechnik recht brauchbar hinter mich gebracht und habe am Ende der Lehre sogar den Schaltplan eines Transistorverstärkers aus dem Kopf zeichnen können und mit 16 schon ganz brauchbare elektrische Gitarren gebaut, die hielten bis ich 23 war und starben dann einen ehrenvollen Bühnentod.
Dieses Wissen war ziemlich genau für ein Jahrundert, also 10 Jahre brauchbar und dann wurde ich mit Ende 20 auch von der Computertechnik überrollt, die mit Transistoren, so wie ich sie kannte, nicht mehr viel gemein hatte. Mein Wissen über den Transistor als solchen war völlig für die Katz, denn Transistoren waren auf einmal keine eigenständigen Teile mehr, sondern waren winzig auf Platinen und in Prozessoren mit allen anderen Schaltelementen, wie Kondensatoren und Widerstände aller Art untergebracht.
Mikrotechnologie hieß das neue Zauberwort, denn alles wurde immer kleiner, kaum noch sichtbar, funktionierte, wenn es neu war und hatte dafür die Halbwertzeit von Erdbeerais im Hochsommer. Das war früher mal ganz anders, wie ich an dem Röhrenradio meiner Großeltern sah. Kurz nach dem Krieg oder besser Anfang der fünfziger Jahre gekauft, habe ich 1965 als Knirps daran noch rumspielen dürfen und es stand 1978 mit in meiner ersten Wohnung.
Das Ding brauchte zwar ewig, bis es erst einmal an war, weil die Röhren sich aufheizen mussten, damit sie ihren Dienst verrichten konnten, aber wenn ich 1995 einen Computer mit Windows als Betriebssystem anschalte, dauert das genauso lange, bis das Ding endlich bereit ist.
Nur kenne ich keinen Computer und einen mit Windows schon gar nicht, der mehrere Jahrzehnte ohne Krise seinen Dienst tut, so wie das Röhrenradio meiner Großeltern.
Mein eigentlicher Punkt ist aber ein völlig anderer, denn mit der Zeit hatte sich das Fernsehen auch privat sehr breit gemacht und man konnte Kinofilme plötzlich irgendwann zuhause sehen.
Um das auch unabhängig von der recht willkürlichen Programmgestaltung der Sender machen zu können, hat ein kluger Kopf Ende der siebziger Jahre den Videorecorder für jedermann erfunden. Nach einigem Hick Hack um den besten Standard bei den Videocasstten, es gab da Video 2000, Betamax und VHS, hatte man sich dann auf das gängige VHS geeinigt. Die Videokassette hatte einen entscheidenden Nachteil, ihr Medienträger ist ein Magnetband, das bei längerem Gebrauch und auch sonst ganz gerne mal und zu den unmöglichsten Zeiten riss.
Um dem zu entgehen, erfand man die Laserdisc, aber die war schlicht und ergreifend zu groß und zu unhandlich, als dass sie ein Standard werden konnte. So erfand die entsprechende Industrie dann Ende der neunziger Jahre die DVD, die so groß war, wie eine CD und entsprechend handlich.
Dazu dann die entsprechenden Brenner, die so genannten DVD Recorder, wenn sie außerhalb von Computern existierten und die Arbeit der Videorecorder übernehmen konnten. Daneben gibt es die reinen DVD Player und um die geht es mir eigentlich.
Den Ersten dieser Film und Geldfresser habe ich mir in einem Anfall von nacktem Wahnsinn im Jahr 2000 für satte 400 DM zugelegt, als ich noch glaubte, dieses Geld immer geben und auch ich immer davon reichlich haben würde. Nur dieser Player gehörte noch zur allerersten Generation dieser Geräte, die wirklich nichts weiter konnten, als eine DVD mit Fernsehton über den Fernseher abzuspielen.
Dann, etwas später, 2001, ließ ich mir von Walter Freywald aus dem RTL Shop für 350 DM eine Art Wunderplayer von NIC mit fünf Boxen aufschwatzen, der mich zum ersten Mal mit Dolby 5.1 verwöhnte und mir das erste Heimkino Feeling bot. Die Boxen und der Sound von NIC waren super und hatten mich überzeugt. Nur das Gerät an sich war der letzte Mist und versagte nach 5 Monaten seinen Dienst und ich musste es zurückschicken. Das dann dreimal und ich bekam das Geld zurück und war auch vom RTL Shop geheilt.
Das Soundsystem mit den Boxen konnte ich allerdings gegen ein Entgelt behalten. Nun brauchte ich allerdings auch einen anderen Player, dessen Anschlüsse mit denen der Boxen kompatibel waren, denn wie immer, hatte da jede einzelne Firma sinnigerweise wieder ihr eigenes System.
Nun hatte NIC sich aber nicht als besonders haltbar erwiesen und ich wollte ein anderes.
Allerdings hatte inzwischen der Euro Deutschland heimgesucht und die ersten Umrechnungskurse waren blanke Phantasie und glichen denen nach dem Krieg von der Reichsmark zur D-Mark. Zum Glück hatte meine Mutter bei den Ämtern eine Rente rausgeholt und ich konnte mir eine solche Neuanschaffung leisten.
Nur war dieser Player von Panasonic mit den korrekten Anschlüssen mit 169 Euro dann gleich auch teurer als die ganze Anlage.
Der hielt dafür dann stolze vier Jahre und fing 2005 langsam und sicher an, auch die Flügel hochzureißen und wollte keine DVD mehr erkennen. eine Reparatur ist heute ja kaum noch zu bezahlen und zudem noch mit elend langen Wartezeiten verbunden. So bekam ich das widerwillige ok meines Finanzministers und durfte in den neuen Media-Markt bei mir um die Ecke einfallen, um mir Ersatz zu besorgen. Ein erstaunlich aufgeschlossener Verkäufer, der sogar über das Wissen verfügte, zeigte mir einen Player von Cyberhome für 99 Euro, an den nicht nur meine Boxen passten, sondern der auch jeden Mist von einer Internetdatei abspielte. Malocher, mein Bekannter aus dem Internet würde sagen, der würde „Schweinchen Babe“ abspielen, wenn ich da eine Scheibe Schinken einlegen würde. Nur ob das Gerät auch noch in 30 Jahren so läuft, wie das Röhrenradio meiner Großeltern, wage ich zu bezweifeln. Vorher schlägt die eingebaute Selbstzerstörung zu und auch dieser Allesfresser vernichtet sich wieder. Eine bescheuerte Erfindung, denn nicht jeder kann alles neu kaufen, wenn das Alte nicht mehr will. Damit ist Deutschlands Wirtschaft auch nicht zu retten und bringt auch keine Arbeitsplätze, denn die Meisten dieser Geräte werden ohnehin nur noch im Ausland gebaut!

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!