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Der Don ist tot

Marlon Brando, der mit der Rolle des Paten Don Vito Corleone der gleichnamigen Mafiafamilie wohl am bekanntesten wurde, ist tot. Der Pate starb nicht etwa im Kugelhagel einer rivalisierenden Mafiafamilie, sondern ziemlich banal mit 80 Jahren an Lungenversagen in einer Klinik in Los Angeles. Damit hat nun nach Sir Peter Ustinov wieder einer der Großen sein letztes Stück für die ewige Leinwand gegeben und hinterlässt hier eine weitere spürbare Lücke. Brandos frühe Werke, wie "Faust im Nacken", "Endstation Sehnsucht" und „Wie ein wilder Stier“ kennt die Welt, aber ich kann sie nicht gut beurteilen, denn für mich gab’s Brando erst als Don Corleone ganz bewusst. Das Mafia Epos von Francis Ford Coppola brachte ihm dann auch gleich den zweiten Oscar ein. Für „Die Faust im Nacken“ bekam er den Ersten. So erfolgreich, wie sein Leben als Schauspieler war, so war sein reales Leben eine Katastrophe, denn sein eigener Sohn musste wegen Mordes vor Gericht. Er drehte noch einige Filme, die heute als Meilensteine der Filmgeschichte gelten, wie „Apocalypse now“ und einige seichtere wie „Die Meuterei auf der Bounty“, „Superman“, "Weiße Zeit der Dürre" und „Freshmen“, wo er seine eigene Rolle als Paten aufs Köstlichste karikierte und zog sich dann offiziell von der Schauspielerei zurück, bis er 1995 in „Don Juan DeMarco“ mit Johnny Depp den kauzigen Psychiater gab. Brando gab immer vor, seinen Beruf zu hassen, aber trotzdem spielte er jede Rolle mit einer so wütenden Leidenschaft, dass er damit die Menschen immer wieder in seinen Bann ziehen konnte. Nichtnur das Kinopublikum, sondern auch alle die mit ihm spielten. Und sie haben alle mit ihm gespielt, die heute einen großen Namen haben, von Al Pacino, Robert de Niro, Johnny Depp und viele andere. Das Mitwirken im Paten hat de Niro und Pacino so beeindruckt, dass sie 1990 mit Ray Liotta und Joe Pesci in „Good Fellas“ ihr eigenes kleines Mafia Epos auf die Leinwand brachten. Nun ist Hollywoods erster Rebell tot und nichtnur Hollywood trauert. Die Zeit ist gekommen, in der die Filmgötter sterben. Peter Ustinov und Marlon Brando bleiben nicht die Letzten. Die echten Filmfans nach meiner Generation, wie der junge Joschi aus Wien, werden sie sterben sehen, alle. Brando ist also tot und er möge ein bequemes Plätzchen am Set seines letzten Drehorts haben, er hat ihn sich verdient.