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Der Feind

merkel-schneekoenigin

Das ist jetzt kein politischer Text, sondern eher ein amüsierter.
Es gab in der sozialistischen DDR einen gängigen Witz darüber, wer eigentlich die wahren Feinde des Sozialismus sind und darauf vier Antworten. Es waren immer die gleichen Feinde, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, also das Wetter.
Wenn man jetzt das aufgeregte Gehabe der Fernsehsender sieht, hat sich daran in der Marktwirtschaft offensichtlich nicht viel geändert. Ist es im Sommer zur Abwechslung mal richtig heiß, überschlagen sich die Medien und beschwören eine sofortige Klimakatastrophe herbei und lassen das Ozonloch gleich mal überproportional wachsen und geben wahlweise und nach Laune entweder El Ninho oder dem FCKW aus der Spraydose die Schuld.
Taut im Frühling dann tatsächlich auch der Schnee in den Bergen und meldet sich in den Tälern als "unvorhersehbare "Wasserflut zurück, sind die Medien und Politiker zur Stelle und kämpfen gegen ein „Jahrhunderthochwasser“ und die Medien schwören Stein und Bein, dass es soviel Wasser seit 1794 nicht gegeben hat, obwohl Augenzeugen aus dieser Zeit in die Jahre kommen und sogar gelegentlich wegsterben.
Fällt in einem Winter so aus, wie einer vor 60 Jahren und es fällt im Februar(!) tatsächlich mal Schnee, muss die ARD mit einem „Brennpunkt“ kontern, der dann natürlich „Das Schneechaos“ heißt. Denn darunter geht es nun wirklich nicht. Wesentlich besser vorbereitet als die Sozialisten sind die Firmen in der Marktwirtschaft dann aber auch nicht. So sind z.B. die Berliner Taxibetriebe nunmehr seit Jahrzehnten jedes Jahr aufs Neue davon heftig überrascht, das am 31. Dezember dann doch Silvester und Jahreswechsel ist und auch die Berliner feiern und danach auch noch nach hause wollen.Fällt dann am 31. Dezember, also mitten im Winter, auch noch völlig unerwartet Schnee, ist die Aussicht größer, in Berlin den Schatz der Nibelungen zu finden als ein leeres Taxi.
Nachdem uns und die Regierung des Landes nun 2009 das Wetter mit einem Winter überraschte, der gefühlte 78 Monate anhielt und der mit jeder Menge Schnee aufwartete, legte der Winter 2010/11 da sogar noch etwas nach. Wie lange er noch dauern wird, ist noch unbekannt, aber an Heftigkeit bietet er jetzt schon mehr Schnee und Frost als der von 2009/10.
Wieder wird in den Nachrichten gezeigt, wie Flughäfen lahmgelegt sind und Tausende von Reisenden festsitzen. Aber auch die gepriesene Bahn ist nicht viel besser dran, denn während man im kurzen Sommer locker in den Waggons ersticken konnte, bekommt man im Winter dort die Möglichkeit, ebenso locker zu erfrieren. Da die Schneeräumung nicht mehr Sache des Staates ist, sondern der verarmten Kommunen und Städte, sehen die Straßen auch entsprechend aus. Mit Merkel sitzt zwar eine ostdeutsche Magd aus Vorpommern im Kanzleramt, aber die Schneekönigin hält solchen profanen Probleme für unwichtig und besucht lieber Konferenzen im Ausland, um dort mit beiden Händen deutsche Steuergelder auszugeben, anstatt Städte und Kommunen damit zu versorgen, damit sie den Winter und seine Folgen bekämpfen können. Man könnte ja auch ein paar arbeitswillige Arbeitslose dafür einsetzen, aber auf die Idee kommt erst gar keiner.
Damals, zu den Zeiten der DDR habe ich das den Unzulänglichkeiten der ostdeutschen Planwirtschaft zugeschrieben, aber spätestens seit Silvester 1991 weiß ich, dass es in der westlichen Marktwirtschaft nicht sehr viel besser funktioniert. Mich persönlich hat es mehrere Silvester mit etlichen Kilometern Fußmarsch bei Wind, Wetter und gerne auch Schnee gekostet, um festzustellen, dass auch die Marktwirtschaft anfällig gegen Jahreszeiten ist und auch im Ernstfall öfter mal gegen den eigentlichen Bedarf wirtschaftet. Zumindest ist ein Taxi zum Jahreswechsel noch immer fast genauso wahrscheinlich, wie eine Reise zu den äußeren Jupitermonden oder ein Sechser im Lotto. Solange das so ist und die Marktwirtschaft an einem simplen Taxi zu Silvester scheitert und jedes ganz normale Wetterphänomen in den Medien als Chaos gefeiert wird, bin ich von der Überlegenheit der Marktwirtschaft auch nicht restlos überzeugt.
Der Feind des real existierenden Kapitalismus scheint derselbe zu sein, wie der des Sozialismus. Es sind schlicht und ergreifend die vier Jahreszeiten und das Wetter!




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