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Der Moderator des Bösen

Nein, jetzt ist nicht Thomas Gottschalk und sein fades „Wetten dass“, einer Show für die deutsche Altenheime, gemeint, sondern es geht um den Oscarprämierten Dokumentarfilmer Michael Moore, der mit Mut und den einfachsten Mitteln eine sehr sympathische Demagogie betreibt und dem vermeintlichen Wohlstandsamerika des George Walker Bush die verlogene Maske vom Gesicht reißt.
Moore verknüpft höchst unterhaltend und ganz nebenbei auch sehr informativ alle nur möglichen Statistiken mit Zeichentrickfilmen und Interwievs. Der Aufhänger dieses Films, „Bowling for Columbine“, ist der Amoklauf von zwei durchgeknallten Schülern, die an der Columbine Highschool in Littleton vor einigen Jahren.
Littleton ist eine typisch amerikanische Kleinstadt, wie es sie zu Tausenden gibt und so wie Erfurt in Deutschland eine traurige Berühmtheit erlangte. Zurück zu den USA und Michael Moore. Ganz nebenbei erfährt man, das sage und schreibe 11 000 Diskussionen in den USA ziemlich tödlich enden, weil man im Amerika des George W Bush seine Argumentation recht gerne mal einer geladenen Waffe Ausdruck verleiht. Moore sucht nun in „Bowling for Columbine“ nach Gründen dafür. Am Beginn des Films bekommt man auch einen kurzen Ausblick auf seinen aktuellen Film „Fahrenheit 9/11“ über die Machenschaften der Bush Administration, die noch 2001 dem Verein des Osama Bin Laden satte 25 Millionen Dollar für ihr Tun überwiesen hatte. Der Dank dafür steckte am 09.11.2001 dann in deren New Yorker WTC und machte es vor den Augen der Welt ziemlich nieder. Das allerdings ist eher der Inhalt des aktuellen Films „Fahrenheit 9/11“. In „Bowling for Columbine“ lässt Moore die Leute einfach nur reden und da kommt meist ziemlicher Schwachsinn heraus, wie im Falle des greisen und schon leicht senilen Charlton Heston, der jedem als Ben Hur und Moses bekannt sein dürfte.
Dieser heilige Mann wollte sich seine Knarre nur aus den „toten kalten Händen“ nehmen lassen und erkannte Messerscharf eine, wörtlich, „gemischte Ethnizität“, was immer das heißen soll, als Ursache für die massige Gewalt in den USA. Als Vorsitzender der NRA, der National Rifle Assosiation, der großen Sekte der USA, die der Knarre huldigt, muss man wohl einen so offensichtlichen Schwachsinn von sich geben.
Moore zeigt seine Landsleute auch, wie sie sich bei Waffenmessen aufgeilen und Hirnfreie junge Mädchen, die im Stringtanga mit der M 16 posieren und stellt die böse Frage, wie denn F16 Langstreckenbomber gegen Bombenleger wie in Oklahoma und auch sonst gegen Probleme im Lande nützen können. Die Antwort darauf bleibt man ihm schuldig. Er zeigt auch Bilder aus Kanada und fragt die Menschen dort nach Toten durch Schusswaffen und ist sehr erstaunt über die negativen Antworten, denn Kanada hat mit der gleichen Waffenliebe und sogar mehr sozialen Problemen sehr viel weniger Tote im Jahr, wie auch so ziemlich jedes andere Land der Erde. Dann sieht er den Unterschied, es ist das Fernsehprogramm. Da, wo in den USA rund um die Uhr über Tod, Gewalt und Terror berichtet wird, reden die Kanadier im Fernsehen von Wirtschaft und von Sozialem und demnach haben die Kanadier ganz einfach auch keine Angst. Die Amerikaner haben Angst vor Allem und Jedem, ob es nun Indianer, der schwarze Mann oder gar Killerbienen sind.
Um diesen Ängsten zu begegnen, ist der Amerikaner an sich bis an die Zähne bewaffnet und auch bereit, diese Waffen gegen alles scheinbar Bedrohliche einzusetzen und sei es gegen die Armut. Dieser Dokumentarfilm wurde 2003 mit einem Oscar belohnt und wie ich finde, zu Recht. Der aktuelle Film von Michael Moore, „Fahrenheit 9/11“ soll der Bush Administration ja noch näher auf den Pelz rücken und wenn Michael Moore damit seinen Beitrag geleistet hat, Herrn Bush wieder nach Texas zu schicken, hat er meiner Meinung nach zumindest nichts Falsches bewirkt. Er hat dessen Abgang dann nur ganz prima moderiert!