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Der Neue

Ab dem 1. Juli 2004 reitet Horst Köhler für Deutschland. Von Angela Merkel gesalbt, von Guido Westerwelle gegürtet, von Edmund Stoiber mit knirschenden Zähnen genehmigt, darf der geborene Finanzbeamte und Sparkassedirektor nun von seinem hohen Pferd aus Zepter und Reichsapfel schwingen, und achtzig Millionen verfolgen mit gespitzten Augen, ob ihm der Sattel nicht zu groß ist.
Er ist damit der erste Bundespräsident von Merkels Gnaden und noch dazu einer, den vor dieser peinlichen Wahl so gut wie niemand im Volke kannte die Bundespräsidenten bisher kannte man zumindest als Außenminister, wie Walter Scheel, als regierende Bürgermeister, wie die sehr weise „ Häuptling Silberlocke“ Richard von Weizsäcker, der vom Volk verehrt wurde, weil er auch Helmut Kohl und der Union ganz gerne mal den Marsch blies und von Kohl deswegen gefürchtet wurde. Weizsäcker war nicht nur von Adel, sondern auch ein Ehrenmann, der seine politischen Gegner zu würdigen wusste und Bspw, für Willy Brandt zu dessen 75. Geburtstag einen Galaempfang gab. Eine Eigenschaft, die ja mittlerweile völlig den Bach heruntergegangen ist, wenn ich mir nur das Benehmen einiger politischer Rotzlöffel von heute so ansehe, wäre ein solcher unumstrittener und integerer Bundespräsident für alle Deutschen und keine politische Schachfigur, die nur parteipolitische Erwägungen entsprang. Es scheint, als würden selbst Politiker jetzt gecastet werden. Eine unheilvolle Entwicklung und immer weniger gut für den ohnehin angeschlagenen Ruf der deutschen Politik. Es wäre Zeit gewesen für einen neuen Weizsäcker und nicht für das Ergebnis von bloßer Parteitaktik und einen Horst Köhler, den im Volk zudem noch kaum einer kennt. Das wirft ein ziemliches düsteres Licht auf das Personalgebaren einer zukünftigen Kanzlerin Merkel. Es müsste ohnehin schon sehr frühchristlich zugehen, wenn Union und FDP dann 2006 wieder einmal das politische Ruder übernehmen und sie versprechen ja eigentlich auch nichts anderes als Biblische Wunder, wenn sie ganz plötzlich ein Rezept dafür haben, die versaute Politik und die angestauten Probleme der letzten 20 Jahre, die sie ja zum größten Teil sogar mitverbrochen haben, aus der Welt schaffen zu können. In der Situation dann Bundespräsident sein zu müssen und das Volk zusammen zu halten, ist dann alles andere als ein beneidenswerter Job. Letztendlich ist es auch egal, wer da oben sitzt, denn bis auf Weizsäcker haben eigentlich die wenigsten Bundespräsidenten das deutsche Volk würdig repräsentiert. Auch nicht „Bruder Johannes“ Rau, der bis zum 1. Juli dieses Amt innehatte. Mag also ein Bundespräsident Köhler von Merkels Gnaden wegen meiner die Ansprache zu Silvester halten, ich werde die ohnehin nicht sehen, sondern mit Freunden feiern.